Start-ups
17.11.2016

A1: "Starkes Team für Start-up-Erfolg entscheidend"

Was braucht es, um als Start-up erfolgreich zu werden? A1 will junge Gründer künftig noch stärker fördern und von diesen auch lernen. CEO Margarete Schramböck im Interview.

futurezone: Wie ist es um die Start-up-Szene in Österreich bestellt?
Margarete Schramböck: Österreich ist bei Start-up-Gründungen noch nicht die erste Wahl. Da haben uns Metropolen wie Berlin, London oder Tel Aviv etwas voraus. Die Entwicklung geht aber in die richtige Richtung: Sei es das Start-up-Paket, das die Regierung im Juli beschlossen hat, die Eröffnung des Open-Austria-Office im Silicon Valley oder natürlich auch der A1 Start Up Campus. Neben der Verantwortung der Politik sehe ich aber auch die Wirtschaft in der Pflicht. Ich lade vor allem Großunternehmen ein, unseren A1 Start Up Campus zu besuchen und sich ein Bild zu machen.

Im Start Up Campus stellt A1 Büroräume, technische Infrastruktur und Beratung zur Verfügung. Wie geht es damit weiter?
Der A1 Start Up Campus ist mittlerweile zu einem Treffpunkt der Start-up-Szene in Wien geworden. Und er wird uns schön langsam zu klein. Da die Zusammenarbeit mit Start-ups für A1 weiterhin sehr wesentlich bleibt, sind wir gerade dabei, etwas Neues zu konzipieren. Es wird bald Spannendes zu berichten geben.

Was macht eigentlich ein gutes Start-up aus?
Wenn wir Start-ups fördern, schauen wir auf folgende Punkte: Löst das Start-up ein Problem, das viele Menschen haben? Gibt es Anknüpfungspunkte zu unserem Kerngeschäft oder erweitert es das Kerngeschäft sogar? Ist das Modell skalierbar? Und besonders wichtig: Wie funktioniert das Team? Denn: Nur Start-ups mit einem starken Team werden erfolgreich sein.

Was kann ein etablierter Konzern wie A1 von Start-upslernen?
Sie gehen mit einer völlig anderen Mentalität auf Probleme zu: Es wird nicht lange analysiert, sondern nach einer schnellen Lösung gesucht, die im Laufe der Zeit immer wieder angepasst werden kann. Ein Unternehmen wie A1 muss anders denken und agieren, aber eben nicht bei jedem Thema. Da können wir von Start-ups lernen.

Welches Zukunftsthema birgt das größte Innovationspotenzial?
Die Digitalisierung zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben aller. Vor allem in den Bereichen eHealth, eLearning und Nachhaltigkeit wird die Digitalisierung große Chancen ermöglichen. Gerade dort entstehen neue Berufsbilder, die hohes Innovationspotenzial ermöglichen. Beispiele hierfür sind Nano-Mediziner, Daten-Analysten oder auch "grüne Architekten".

Wie geht A1 mit den disruptiven Entwicklungen der Branche um?
Die viel spannendere Frage ist: Was sind die nächsten disruptiven Entwicklungen? Wir arbeiten an diversen Themen, die die Branche und das Leben unserer Kunden verändern werden: Autonomes Fahren wird erst mit 5G so richtig abheben. Die Digitalisierung, das Internet der Dinge und die Kommunikation von Maschinen werden jeden Lebensbereich durchdringen. Es kommen enorme Veränderungen auf uns zu, für die wir Antworten finden werden.

Das Interview mit Margarete Schramböck entstand im Rahmen einer Kooperation mit A1 im Rahmen der futurezone Awards 2016.