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Wettbewerb Stromkind: Wasser-Drohnen gewinnen Pioneers Challenge.

Die von Stromkind entwickelte Drohne
Die von Stromkind entwickelte Drohne - Foto: Stromkind
Das Wiener Start-up Stromkind hat die Pioneers Challenge 2017 gewonnen. Das Unternehmen hat modulare und selbstfahrende Wasser-Drohnen entwickelt.

Stromkind hat die Pioneers Challenge 2017 gewonnen. Das heimische Start-up konnte sich gegen die sieben Mitbewerber durchsetzen und darf nun eine Reise in das Silicon Valley antreten, um dort mehrere hochkarätige Investoren kennenzulernen. Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP), der den Preis übergab, kündigte zudem an, dass er das Start-up auf eine seiner Geschäftsreisen nach Asien mitnehmen werde.

Mehr als 5000 Bewerber

Auch dieses Jahr haben wieder mehr als 5000 Start-ups um einen Platz im Finale der Pioneers Challenge gekämpft. Von den 5000 Bewerbern sind am letzten Tag nur acht Start-ups übrig geblieben, darunter auch einige Vertreter aus Österreich. Im Vorjahr konnte der prestigeträchtige Preis vom FinTech Pleo gewonnen werden. 24. und 25. Mai

Pioneers Festival 2017…
Foto: /Michael Leitner
Der Gewinner erhält eine Reise nach San Francisco, um verschiedene Firmen im Silicon Valley zu besuchen. Auf dem Terminplan steht unter anderem ein Besuch beim bekannten Investor Tim Draper, der als Erfinder des „Viral Marketing“ gilt und 2014 mehr als 30.000 Bitcoins für rund 19 Millionen US-Dollar von den US-Behörden ersteigerte - heute stolze 66,5 Millionen Dollar wert.

​Treffen mit Y Combinator

Zudem gibt es Besuche bei Präsentations-Spezialistin Nancy Duarte (verantwortlich unter anderem für Präsentationen von Apple-Gründer Steve Jobs und US-Politiker Al Gore) sowie Y Combinator-CEO Michael Seibel. Y Combinator ist eines der wichtigsten Accelerator-Programme im Silicon Valley, aus dem unter anderem Reddit, Dropbox und Quora hervorgingen.

BactoBox: Überprüfen, ob Essen schlecht ist

Das dänische Start-up SBT arbeitet an einem Gerät, mit dem Lebensmittel rasch auf Bakterien geprüft werden können. Derzeit nutzen die Hersteller ein recht langwieriges Verfahren: Oberflächliche Stichproben werden an ein Labor geschickt, die Ergebnisse kommen erst nach einigen Wochen zurück. 

Mit der BactoBox (2399 Euro, ab 2018) sollen diese Stichproben rasch geprüft werden, eine Probe kostet neun Euro. Das Ergebnis wird nach fünf Minuten angezeigt. Mit dem Produkt will man vor allem kostspielige Rückrufe vermeiden. Allein 2016 gab es 228 Rückrufe, von denen jeder knapp neun Millionen Euro kostete.

Turbine: Krebsforschung beschleunigen

Vier Jahre: So lange dauert es, bis eine Idee für ein Medikament für menschliche Tests bereit ist. Das ungarische Start-up Turbine will das drastisch beschleunigen, insbesondere um Krebs-Medikamente schneller auf den Markt zu bringen. 

Dazu hat man die angeblich „größte und genaueste Simulation“ von menschlichen Zellen entwickelt. Über diese lassen sich mögliche Medikamente 10.000 Mal schneller als bisher testen. Bereits zwei der Top-10-Pharma-Konzerne setzen auf die Methode, die rund 100.000 Euro pro Experiment kostet.

Foresight: Energiebedarf vorhersagen

Das österreichische Start-up Foresight will mit seiner Software den Energiebedarf von einzelnen Haushalten vorhersagen, sodass Energie nach Bedarf erzeugt werden kann. 

Laut dem Unternehmen biete man eine deutlich höhere Genauigkeit als die aktuell besten verfügbaren Modelle, wodurch sich Energiekonzerne pro Haushalt mehrere Millionen Euro jährlich sparen können. Das 18-köpfige Team hat bereits Anfang dieses Jahres ein erstes Produkt veröffentlicht und kann erste Kunden vorweisen. Derzeit gibt es in mehreren Ländern Pilottests.

Bitwala: Erstes Blockchain-Konto

Bitwala ist die erste offizielle Bitcoin-Bank mit einem Blockchain-Konto. Nutzer können beim deutschen Start-up, das nach eigenen Angaben als Bank registriert ist, ein Konto eröffnen und Überweisungen in verschiedensten Kryptowährungen durchführen. Zudem erhält man eine VISA Prepaid-Kreditkarte, mit der man online einkaufen kann.

Derzeit werden mehr als 200 Länder sowie mehr als 20 verschiedene Währungen unterstützt, darunter auch Bitcoin und Ethereum. Aktuell zählt der Dienst rund 30.000 Konten, seit der Gründung 2015 wurden Überweisungen im Wert von mehr als 30 Millionen Euro abgewickelt.

Appinio: Marktbefragung am Smartphone

Appinio ist ein Dienst, mit dem Unternehmen in Echtzeit Marktbefragungen durchführen können. Das Hamburger Start-up schickt die Umfragen direkt auf das Smartphone der Nutzer, die dafür kleine Belohnungen erhalten. Bereits binnen zehn Minuten kann man mehr als 1000 Interviews durchführen. Die Kosten sind zudem deutlich niedriger als bei anderen Methoden. Laut dem Start-up sei man bis zu 80 Prozent günstiger.

HoloLight: Mixed Reality aus Österreich

HoloLight dürfte regelmäßigen futurezone-Lesern nicht unbekannt sein: Das junge österreichische Start-up hat sich auf die Entwicklung von Mixed-Reality-Lösungen für Microsofts HoloLens spezialisiert. Diese sollen insbesondere in der Industrie zum Einsatz kommen, beispielsweise bei der Konstruktion von Maschinen und Gebäuden. 

HoloLens
Foto: /Tieto/Christian Dusek
Statt Prototypen mit einem 3D-Drucker herzustellen, können virtuelle Objekte einfach visualisiert und erkundet werden. Ein erstes Produkt hat man mit der Software Holo-View bereits entwickelt. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Tirol und München hat, ist mittlerweile von vier auf 25 Mitarbeitern angewachsen.

Broomx Technologies: Projektor für Virtual Reality

Das spanische Start-up Broomx Technologies hat mit dem MK Player360 einen Projektor entwickelt, der einen Raum in eine VR-Erfahrung verwandelt. Nutzer können sich frei darin herumbewegen, wodurch die Nachteile bisheriger VR-Technologien - man ist stets allein und hat ein eingeschränktes Sichtfeld - überwunden werden sollen.

Die Plattform soll offen gestaltet werden, sodass jeder Inhalte dafür erzeugen kann. Als erste Kunden konnten bereits internationale Hotelketten gewonnen werden. Derzeit kostet ein Projektor 15.000 Euro pro Stück, der Preis soll aber mit der Serienfertigung halbiert werden.

Stromkind: Oberösterreichische Wasser-Drohnen

Auch Stromkind dürfte futurezone-Lesern bekannt vorkommen: Das österreichische Start-up sorgte im Vorjahr mit einem besonders leisen und umweltschonenden Jetski-Antrieb für Aufsehen. Nun steigt man in das Geschäft für selbstfahrende Wasser-Drohnen ein. Die Schiebel-Veteranen haben die modulare Drohne entwickelt, die vollkommen selbstständig durch die Gewässer fahren und dank Solarmodul rund um die Uhr Daten sammeln, Gegenstände transportieren oder gar Feuer löschen kann.

Zudem können die Drohnen zu einem Schwarm zusammengeschlossen werden, beispielsweise um Algen im großen Stil zu entfernen. Aktuell hat das noch relativ junge Start-up bereits mehr als 500 Anfragen für Bestellungen und ist auf der Suche nach Investoren. Mit dem frischen Kapital soll die Produktion sowie die Entwicklung neuer Drohnen finanziert werden.

(futurezone) Erstellt am 02.06.2017, 17:04

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