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Aus für Maestro-Bankomatkarte: Erste Bank bringt neue Debit-Karte

Wie bereits angekündigt, ist die klassische Maestro-Bankomatkarte bei Erste Bank und Sparkassen bald Geschichte. Ab Montag, 08.04. beginnt die Ausgabe der Debit Mastercard, welche die alte Bankomatkarte ablösen wird. Die wesentlichste Neuerung ist, dass Kunden über eine 16-stellige Kartennummer - wie man sie von einer Kreditkarte kennt - auch online bezahlen können. Bis Ende 2020 werden 2,4 Millionen Kunden der Bankengruppe mit der Debit Mastercard ausgestattet.

Online mit Debit Mastercard zahlen

"Für Kunden ändert sich im Alltag nichts, PIN-Code, Konditionen und Kartenlimits bleiben gleich. Neben der Verwendung für klassische Bankomatzahlungen in Geschäften kann man die Debit Mastercard nun aber auch in Online-Shops verwenden", erklärt Ertan Piskin, Leiter des Kartengeschäfts bei Erste Bank und Sparkassen. Mit der Karte kann zudem im Ausland bei allen Terminals bezahlt werden, die Mastercard-Zahlungen akzeptieren. Auch das war mit der klassischen Bankomatkarte nur eingeschränkt möglich.

Optisch sind die neuen Bankomatkarten mit dem international etablierten Zusatz "Debit" gekennzeichnet. Die IBAN, also die Kontonummer, wandert auf die Rückseite, wo wie bei klassischen Kreditkarten auch der dreistellige Sicherheitscode zu finden ist, der zum Bestätigen einer Online-Zahlung benötigt wird. Die eigentliche Kartennummer steht wie bei Kreditkarten auf der Vorderseite und umfasst nun 16 statt 19 Ziffern. Damit kann sie überall verwendet werden, wo Mastercard-Zahlungen akzeptiert werden. Die Abbuchung erfolgt wie bisher bei Bankomatkartenzahlung sofort vom Konto.

Die Debit Mastercard könne zwar als Schritt in die Richtung interpretiert werden, dass Kunden künftig nur mehr mit einer einzigen Karte bezahlen werden. In Österreich und Deutschland sei man davon kulturell bedingt allerdings noch weit entfernt, meinte Christian Rau von Mastercard Österreich bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Wien: "Bei uns ist die Bankomatkarte Kunden näher als die Kreditkarte. Wir wollen die Kunden nicht umerziehen, sondern ihnen eine Lösung bieten, die modernen Bedürfnissen gerecht wird."

Kreditkarten bleiben als Alternative

Auch bei Erste Bank und Sparkassen glaubt man nicht, dass die Debit-Karte die Kreditkarte vollständig ersetzen wird. "Wie unsere Kundenbefragungen zeigen, wollen viele Kunden schon zur Absicherung gerne eine zweite Karte. Dazu kommt, dass Kreditkarten zusätzliche Funktionen bieten, wie das spätere Abbuchen vom Konto, aber auch zusätzliche Versicherungsleistungen und Kartenlimits", sagt Piskin.

Die Einführung der Debit Mastercard bezeichnete er als große Innovation für den E-Commerce-Markt in Österreich. Denn allein von den 2,4 Millionen Erste- und Sparkassenkunden sind 1,4 Millionen Kunden immer noch ohne Kreditkarte ausgestattet: "Durch den automatischen Austausch der Maestro-Bankomatkarten bis Ende 2020 können fast 1,5 Millionen Menschen in Österreich erstmals sicher online per Karte bezahlen."

Kunden bekommen die neuen Karten kostenlos im Zuge der ohnehin ständig stattfindenden Neuausgabe zugestellt. Wer nicht auf den Ablauf der bestehenden Karte warten will und gleich auf die Debit Mastercard umsteigen möchte, kann kostenlos eine neue Karte betragen.

Vorteile für Händler

Den Einwand, dass viele Händler schon das Bezahlen per Bankeinzug anbieten, ließ Mastercard-Österreich-Chef Rau nicht gelten. Gerade für Händler bedeute diese Form der Zahlung keine Garantie, tatsächlich zu ihrem Geld für die erbrachte Leistung oder das verkaufte Produkt zu gelangen. Kunden wiederum erhalten mit der Debit Mastercard die gleiche Sicherheit wie bei Kreditkartenzahlungen. Bei Betrugsfällen sollen Kunden nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, versicherte Piskin.

Ob andere österreichische Banken noch in diesem Jahr nachziehen und die bestehenden klassischen Bankomatkarten mit Debit-Karten ersetzen werden, ist unklar. Bislang wird eine derartige Lösung nur vom Fintech N26 angeboten. Mastercard verhandle derzeit noch mit den anderen österreichischen Banken. Mit Erste Bank und Sparkassen und ihren 2,4 Millionen Kunden decke man aber auf einen Schlag ein Viertel des österreichischen Marktes ab. "So einen Start hätten wir uns in Deutschland auch gewünscht", sagte Rau.

Zum bevorstehenden Start von Apple Pay war am Donnerstag nichts Neues zu erfahren. Bei Mastercard erwartet man sich dadurch aber einen weiteren Schub für die bargeldlose Zahlung. "Die Marke Apple zieht einfach extrem stark. Kunden, die ein iPhone haben, wollen und werden die Lösung nutzen. Das zeigen auch die Erfahrungswerte, die wir beim Start von Apple Pay in Deutschland gewonnen haben", erklärt Rau.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen. Die redaktionelle Verantwortung obliegt der futurezone-Redaktion.

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Martin Jan Stepanek

martinjan

Technologieverliebt. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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