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Alpha 20 im Test: Was das Handy von A1 kann

"Highend-Smartphone neu definiert: Mit dem A1 Alpha 20 bringt A1 bereits die dritte eigene Smartphone-Generation auf den Markt", titelte der Mobilfunker Ende April eine Presseaussendung. Auch wenn es vielleicht so klingt, nein, A1 ist nicht unter die Smartphone-Hersteller gegangen. Zwar sind nun wieder Smartphones mit A1-Branding zu haben, hergestellt werden sie aber nicht von dem Mobilfunker selbst. 

Das A1 Alpha 20 ist eigentlich das Alcatel 3L (2020). Nur, dass bei dem Gerät das Alcatel-Logo gegen das A1-Logo ausgetauscht wurde. Das originale Alcatel-Handy ist auf Preisvergleichsportalen ab einem Preis von 150 Euro gelistet. Das Alpha 20 mit A1-Branding ist allerdings nur in Kombination mit einem A1-Handy-Tarif mit 24 Monaten Vertragsbindung erhältlich. Der Gerätepreis liegt dann bei 0 Euro.

Was kann das Handy und lohnt es sich, beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags zum Alpha 20 zu greifen? Wir haben uns das A1-Angebot genauer angesehen.

"Highend", echt jetzt?

Dass A1 das Alpha 20 als "Highend-Smartphone" bezeichnet, ist gelinde gesagt etwas übertrieben. Das merkt man schnell, wenn man das Handy zum ersten Mal in die Hand nimmt.

Das Alpha 20 ist zwar nahezu makellos verarbeitet, fühlt sich durch die Kunststoffmaterialen aber an wie ein Einsteigergerät. Dass es auch tatsächlich ein günstiges Einsteigergerät ist, verrät der Blick unter die Haube.

Dürftige Hardware

Angetrieben wird das Alpha 20 von dem 2 Jahre alten Octacore 2.0 GHz Prozessor Mediatek MT6762 Helio P22. Der Arbeitsspeicher beträgt 4 GB, der Speicherplatz 128 GB. Eine microSD-Karte kann im zweiten SIM-Slot genutzt werden.

Abstriche muss man bei der WLAN-Unterstützung hinnehmen. Denn WiFi 5 (IEEE 802.11ac) wird nicht unterstützt, nur WiFi b/g/n. Bei der LTE-Verbindung sind mit LTE-Cat4 Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s möglich. Ein Schwachpunkt ist auch der Micro-USB-Anschluss. Damit lässt sich der Akku des Handys nur sehr langsam laden.

Display

Der 6,22 Zoll große LC-Bildschirm löst mit 720 x 1.520 Pixels im 9:19-Format auf.  An der unteren Seite bleibt ein recht breiter Rand, oben befindet sich die Selfie-Kamera, die in einem Tropfen-Notch untergebracht ist. Seitlich reicht das Display beinahe bis an die Ränder.

Die Qualität des Screens ist so, wie man sie von einem Gerät dieser Preisklasse erwartet: Farbstärke, Kontrast und Darstellung sind noch einigermaßen in Ordnung - etwas ausgewaschen wirken die Farben aber dennoch. Die maximale Helligkeit lässt zu wünschen übrig. Scheint die Sonne auf den Bildschirm, ist die Lesbarkeit deutlich eingeschränkt beziehungsweise kaum gegeben.

Kameraqualität

Auf der Rückseite des Alpha 20 befinden sich 3 Kameralinsen: die Hauptkamera mit 48 MP, eine Ultraweitwinkellinse mit 5 MP sowie ein Makroobjektiv mit 2 MP. Nimmt man die ersten Bilder mit dem A1-Handy auf, wird schnell klar, dass man sich von der Kameraqualität nicht zu viel erwarten darf.

Leider ist die Kamera beziehungsweise die dazugehörige Software nicht gut abgestimmt. Während mit den Standardeinstellungen noch halbwegs brauchbare Bilder entstehen, reißen die blaustichigen Farben im Weitwinkelmodus zum Teil deutlich aus und die 2-MP-Makrobilder sind zu dunkel.

Der Porträtmodus ist eine reine Glücksache: Manchmal schafft es die Software, den Vordergrund entsprechend hervorzuheben - manchmal werden aber bereits die Haare bei einem Porträtfoto künstlich unscharf dargestellt.

Alles in allem können mit dem Alpha 20 bei guten Tageslichtbedingungen und ein bisschen Glück halbwegs herzeigbare Fotos aufgenommen werden - allerdings nur mit den Standardeinstellungen. Weitwinkel, Porträtmodus und Makro sollten vermieden werden - die Ergebnisse sind einfach nicht gut.

Im Alltag

Das A1 Alpha 20 kann in einem alltäglichen Einsatzszenario gerade noch ohne Verzweiflung verwendet werden. Beim Scrollen durch Apps wie Reddit, Facebook oder Instagram ruckelt es am Bildschirm schon ordentlich. Für eine richtig flüssige Darstellung ist die Ausstattung des Geräts zu schwach.

Einfache Spiele wie Candy Crush oder ähnliches lassen sich auf dem Smartphone weitgehend problemlos spielen. An grafisch aufwendigere Games oder Spiele mit 3D-Grafik ist nicht zu denken.

Der Fingerabdrucksensor, der sich auf der Rückseite des Geräts befindet, funktioniert im Wesentlichen ohne Probleme. Zuverlässigkeit und Schnelligkeit sind zwar nicht am neuesten Stand. Das Handy lässt sich damit aber allemal schneller entsperren als mit der Pattern-Eingabe.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 10 zum Einsatz. Die Benutzeroberfläche, die A1 beziehungsweise Alcatel darüber gelegt haben, ist von Stock-Android nicht weit entfernt. Vom Hersteller vorinstalliert sind nur die üblichen Verdächtigen: Rechner, Audiorecorder, File Manager, Radio, Wetter sowie Microsoft-News-App.

Darüber hinaus sind am Homescreen noch drei A1-Ordner vorinstalliert. Darin befinden sich App-Platzhalter für A1-Dienste wie Xplore Music, Xplore TV AT, Handy Parken, Smart Home sowie Vorschläge für Gaming- und Partner-Apps, etwa Amazon Shopping oder AliExpress. Tippt man auf eines der Platzhalter-Icons wird man zum PlayStore weitergeleitet, wo die App dann installiert werden kann.

Akku

Der 4.000 mAh starke Akku mischt im Mittelfeld mit: Bei durchschnittlicher Nutzung hält er einen guten Tag durch. Nutzt man das Gerät intensiver, neigt sich der Akku am Abend seinem Ende zu, sodass das Handy über Nacht an die Steckdose muss.

Geladen wird der Akku mittels Micro-USB. Die Ladeleistung gibt der Hersteller mit 10 Watt an. Für eine komplette Vollladung sollten damit 2 bis 3 Stunden eingeplant werden. Wer länger ohne Steckdose in Reichweite unterwegs ist, dem kann das 10.400-mAh-Akkupack weiterhelfen, das im Lieferumfang enthalten ist.

Lohnt sich das 0 Euro Angebot von A1?

Wer sich auf der A1-Website umsieht, wird das Alpha 20 nur zu Gesicht bekommen, wenn man extra danach sucht oder bei der Handy-Liste weit nach unten scrollt. Wirklich beworben wird das Gerät dort nicht.

Neukunden, die sich für den Tarif A1 Mobil S (39,90 Euro monatlich) entscheiden, erhalten neben dem A1 Alpha 20 zahlreiche andere Geräte für 0 Euro, beispielsweise das Huawei P30 Lite, das Huawei P30, das Samsung Galaxy A71 oder das Samsung Galaxy A51, selbst das neue iPhone SE kostet in Kombination mit dem Tarif nur 49 Euro. Warum man bei dieser Auswahl zum Alpha 20 greifen sollte, bleibt schleierhaft. Auch bei den Jugendtarifen, dem Kindertarif und dem Basistarif A1 Pur gibt es bessere Geräte um 0 Euro.

Fazit

Das A1 Alpha 20 ist ein klassisches Einsteiger-Smartphone, das an allen Ecken und Enden abgespeckt ist. Für jemanden, der keine Ansprüche hat, ist es zwar ein einigermaßen brauchbares Gerät, eine wirkliche Freude wird man mit dem Handy aber nicht haben. Dafür sind Prozessor und Kamera einfach zu schwach.

Wer ein günstiges Handy sucht, sollte ein paar Euro drauflegen und sich nach einem leistungsstärkeren Gerät umsehen.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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