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05/12/2020

Realme 6 im Test: Tolle Ausstattung, unschlagbar günstig

In dieser günstigen Preisklasse findet man kein anderes Smartphone mit 90-Hz-Bildschirm und vierfacher 64-MP-Kamera.

von Florian Christof

Realme hat sich in den vergangenen 2 Jahren hauptsächlich in Südostasien breitgemacht. Mit seinen vergleichsweise günstigen Geräten konnte sich die Schwestermarke des chinesischen Smartphone-Anbieters Oppo, die ebenso zu BBK Electronics gehört, innerhalb kurzer Zeit eine Fangemeinde erarbeiten.

In Europa war Realme bislang eine Randerscheinung, die wohl nur eingefleischten Branchenbeobachtern ein Begriff war. Das könnte sich aber demnächst ändern. Denn seit heute, Dienstag, ist Realme auch offiziell in Österreich vertreten und vertreibt seine Geräte im heimischen Handel.

Die futurezone hat das Realme 6 bereits vor Marktstart erhalten. Die Highlights sind eine vierfache 64-MP-Kamera, 90-Hz-Display sowie ein Akku, der sich besonders schnell aufladen lässt. All das zu einem Preis von 239,90 Euro klingt vielversprechend. Wir haben uns angesehen, ob diese Versprechen auch gehalten werden können.

 Display mit 90 Hz

Smartphones in diesem Preisbereich, die über einen 90-Hz-Screen verfügen, sucht man vergeblich. Abgesehen vom Realme 6 sind das OnePlus 7T (540 Euro) und das Google Pixel 4 (ca. 530 Euro) die günstigsten Smartphones mit einer erhöhten Bildwiederholrate. Das Xiaomi Poco X2 käme preislich dem Realme 6 noch am nächsten, ist aber in Europa nicht (offiziell) erhältlich. 

Ein erster Blick auf den 6,5 Zoll großen Bildschirm zeigt jedoch, dass das Realme 6 kein OLED-Display hat. Stattdessen kommt es mit einem LC-Display. Von der Technologie abgesehen, kann der Screen dennoch mit seiner Farbstärke und Helligkeit überzeugen.

Die hohe Bildwiederholrate von 90 Hz fällt vor allem beim Scrollen auf. Die Icons, Schriften und Inhalte wandern dabei wesentlich flüssiger über den Screen als bei 60 Hz. In den Einstellungen lässt sich die Bildwiederholrate manuell einstellen - entweder 60 oder 90 Hz. Darüber hinaus kann die Option "automatisch" gewählt werden. Dann entscheidet das Smartphone selbst, wann die 60 Hz ausreichen und wann die 90 Hz Sinn machen.

Im Hinblick auf einen sparsamen Umgang mit dem Akku wird vom Hersteller die niedrigere Frequenz beziehungsweise die "automatisch"-Einstellung empfohlen. In der Praxis hat sich allerdings kein maßgeblicher Unterschied in der Akku-Laufzeit gezeigt. Ich bin also bei den 90 Hz geblieben. Auch deswegen, weil es für die User Experience deutlich besser bist.

Selfie-Kamera im Display

Im oberen rechten Eck des Displays befindet sich ein kleines Kameraloch, in dem die 16-MP-Selfie-Kamera untergebracht ist. Mit den Standardeinstellungen nimmt die Frontkamera Selbstporträts mit hervorragender Qualität auf. Bei künstlichem Licht im Innenraum nimmt die Qualität ab, das Ergebnis ist aber immer noch mehr als brauchbar.

Nutzt man allerdings die Portrait-Einstellungen, zeigt die Kamera beziehungsweise deren Software erhebliche Schwächen. Abstehende Haare, Kopfhörer oder Hauben werden von der Tiefenunschärfe erfasst und lassen das Ergebnis künstlich erscheinen. Hier sollte man bei den Standardeinstellungen bleiben.

Vierfache Hauptkamera mit 64 MP

Auf der Rückseite des Geräts befinden sich 4 Kameralinsen: 64 MP (f/1,8); 8 MP (f/2,3) Ultraweitwinkelobjektiv mit einem Sichtfeld von 119 Grad; 2 MP (f/2,4) Makrolinse dessen Fokus auf 4 Zentimeter eingestellt ist und ein 2 MP (f/2,4) Tiefensensor.

Die Fotoqualität der Kamera für ein Smartphone in diesem Preisbereich kann sich sehen lassen. Mehr noch: Es wird kaum ein Handy für 240 Euro geben, das eine bessere Bildqualität liefert. Sowohl bei Tageslicht im Freien als auch im Innenraum bei künstlichem Licht, schafft es das Realme 6 mit hoher Fotoqualität zu punkten.

Bilder, die im Nachtmodus aufgenommen wurden, können auf dem Smartphone-Display ebenso überzeugen. Betrachtet man dasselbe Bild jedoch auf einem größeren Bildschirm, werden vor allem bei den Bilddetails Schwächen sichtbar. Dennoch kann die Qualität des Nachtmodus als positiv bewertet werden.

Der Weitwinkelmodus bietet sich für Landschafts- und Architekturfotografie an und liefert ebenso lichtstarke und mehr als zufriedenstellende Ergebnisse. Auffallend ist, dass die Weitwinkelfotos an den Rändern bereits recht stark verzerrt werden.

Foto mit Standardeinstellungen

Weitwinkelaufnahme

64 MP Aufnahme

Foto im Nachtmodus

Makroaufnahme

Makroaufnahme

64 MP Aufnahme

Foto mit Standardeinstellungen

64 MP Aufnahme

Foto mit Standardeinstellungen

Nähert man sich einem Objekt auf genau 4 Zentimeter, nimmt das Makro-Objektiv Bilder mit einer passablen Fotoqualität auf. Hier ist es ähnlich wie beim Nachtmodus: Am Smartphone-Screen wirken die Bilder durchaus passabel, auf einem größeren Bildschirm ist die Fotoqualität des 2-MP-Makrofotos nicht mehr ganz so frisch.

Generell scheint die Kamera auf Smartphone-Displays abgestimmt zu sein. Betrachtet man die Bilder auf dem Realme 6 oder einem anderen Handy, überrascht die Fotoqualität positiv. Schaut man sich dieselben Bilder auf einem Laptop an, zeigen sich einige Schwächen. 

In Sachen Video kann das Realme 6 in der Zeitlupeneinstellung maximal 240 Frames pro Sekunde (fps) aufnehmen. 4K-Videos können mit 30 fps aufgezeichnet werden, 1080p-Videos mit maximal 60 fps.

Akku und Laden

Der Akku des Realme 6 hat eine Kapazität von 4.300 mAh und wird per USB-C geladen. Die Akkulaufzeit kann als guter Durchschnitt bezeichnet werden. Wie bei den meisten Smartphones kommt man mit einer Akkuladung bei herkömmlicher Screentime gut über den Tag. Über Nacht wird man dann jedoch den Weg zur Steckdose suchen.

Mit einer 30-Watt-Schnellladefunktion kann das Realme 6 beim Akkuladen überzeugen. Bei 2 Prozent Restakku an die Steckdose, zeigt die Anzeige nach bereits 15 Minuten 38 Prozent. Nach insgesamt 30 Minuten an der Steckdose steht der Akku bei 64 Prozent. Die Herstellerangabe, dass der Akku in 55 Minuten zu 100 Prozent geladen ist, konnte im Test bestätigt werden.

Speicher und Leistung

Angetrieben wird das Realme 6 von einem MediaTek Helio G90T. Das ist der aktuell stärkste MediaTek-Prozessor der G-Serie. Im Alltag konnten keine Schwächen des Prozessors ausgemacht werden. Sämtliche Apps und Software läuft flüssig und ohne Ladezeiten.

Als Speichervariante ist in Österreich das Modell mit 4 GB RAM und 64 GB Speicherplatz erhältlich. Als Testgerät wurde uns jedoch die Variante mit 8/128 GB zur Verfügung gestellt. Inwieweit die Abstriche beim Arbeitsspeicher bei der Usability ins Gewicht fallen, lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.

Verarbeitung und Maße

Die Verarbeitung des Geräts hinterlässt schon einen positiven Eindruck. Zwar bestehen die oberflächlichen Komponenten allesamt aus Kunststoff, was nicht gerade wie ein Premium-Phone wirkt, das Handy fühlt sich aber dennoch solide und recht hochwertig an.

Wie bei den meisten Smartphones üblich, hebt sich die rückseitige Kamera etwas vom Gerät ab. Auffallende Spalten, in denen sich Schmutz und Staub ansammeln könnte, sind nicht auszumachen.

Die Maße kommen auf 162,1 x 74,8 x 8,9 Millimeter, das Gewicht beträgt 191 Gramm.

Fingerprint, Face Unlock, Anschlüsse und sonstiges

Mit diesen Maßen und einer Bildschirmdiagonale von 6,5 Zoll liegt bei mir das Smartphone wunderbar in den Händen. Eine kleine Umstellung war für mich der seitlich angebrachte Fingerprintsensor. Dieser funktioniert einwandfrei und quasi ohne Verzögerung. Ist man jedoch einen In-Display-Fingerabdrucksensor gewohnt, muss man sich an den seitlich in den Power-Button integrierten Fingerprintsensor erst gewöhnen.

Wer beim Entsperren des Geräts lieber auf Gesichtserkennung setzt, kann dies Funktion beim Realme 6 nutzen. Sie ist in einigen Sekunden eingerichtet und entsperrt das Gerät ebenso in Bruchteilen von Sekunden.

Wenn es mit dem Speicherplatz am Handy eng wird, kann dieser mithilfe einer microSD-Karte erweitert werden. Abgesehen vom Slot für die Speicherkarte stehen noch Einschübe für 2 SIM-Karten zur Verfügung. Auch ein herkömmlicher 3,5-mm-Kopfhöreranschluss ist vorhanden.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 10. Darüber hat Realme seine eigene Benutzeroberfläche namens realme UI gelegt. Diese ist überraschend leichtgewichtig und weicht von Stock-Android nicht allzu weit ab.

Bloatware, also vorinstallierte, nicht deinstallierbare Apps, sind auf dem Gerät kaum vorhanden. Die eigenen Realme-Apps halten sich mit den üblichen Anwendungen für Wecker, Kamera, Fotogalerie, SMS und Audiorecorder in Grenzen.

Fazit

Die Highlights, die von Realme 6 beworben werden, können tatsächlich ihre Versprechen halten. Obwohl ein OLED-Display wünschenswert wäre, ist die User Experience mit dem 90-Hz-LC-Display für ein Handy in diesem Preissegment äußerst positiv zu beurteilen.

Auch die Kamera ist im Test positiv aufgefallen und kann mit ihrer Fotoqualität überzeugen. Android 10, ein leistungsfähiger Prozessor und vor allem der Akku, der besonders schnell aufgeladen ist, machen das Realme 6 zu einem hochwertigen Gerät, das zu einem Kampfpreis angeboten wird.

Alternativen

Im Preisbereich unter 240 Euro sind nur sehr wenige Geräte zu finden, die mit dem Realme 6 standhalten können. Am ehesten sind das noch das Xiaomi Redmi Note 8 Pro oder das Motorola Moto G8 Power. Wer sich für das Realme 6 entscheidet, wird bestimmt nicht enttäuscht werden.

Verfügbar ist das Realme 6 in den Farben Comet Blue und Comet White sein. Der Preis beträgt 239,90 Euro.

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