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Xiaomi 12T Pro: Bringt's die 200 MP Kamera?

Mit dem 12T Pro schickt Xiaomi ein Smartphone ins Rennen, das in der oberen Mittelklasse, knapp unterhalb der Spitzengeräte angesiedelt ist. In erster Linie lockt es mit einer extrem hochauflösenden 200-MP-Kamera und einer Ladeleistung von 120 Watt.

Allerdings zeigt das Xiaomi 12T Pro einige kleinere Schwächen in der weiteren Ausstattung, wodurch es nicht ganz zu einem Flagschiff-Gerät reicht. Im futurezone-Test hat sich gezeigt, dass der Preis dennoch einen guten Kompromiss darstellt.

Pro & Contra

Pro

  • Display-Qualität hervorragend
  • Foto-Qualität ausgezeichnet
  • 200-MP-Bilder mit beeindruckenden Details
  • mit 120 Watt extrem schnell aufgeladen

Contra

  • Display könnte heller sein
  • Weitwinkelkamera ist etwas enttäuschend
  • Makrokamera unbrauchbar
  • kein IP-Rating für Wasserschutz

Design ohne Überraschungen

Das Design bringt kaum Überraschungsmomente und ist an das Xiaomi 12 Pro angelehnt, das im Frühjahr präsentiert wurde. Das 12T Pro kommt hingegen ohne Waterfall-Display aus, was bedeutet, dass sich das Display nicht über die Ränder zieht und eben mit dem Gehäuserahmen abschließt.

Dieser Rahmen selbst sieht nicht wirklich schön aus: Denn auf dem Aluminiumrahmen befindet sich eine Kunststoffebene, die den Screen einfasst. All das lässt das Gesamtwerk nicht allzu hochwertig erscheinen.

Das Display-Panel wird von einem Aluminiumrahmen und einer Kunststoffebene eingefasst

Technische Spezifikationen

Xiaomi 12T Pro

  • Maße und Gewicht: 163,1 x 75,9 x 8,6 Millimeter; 205 Gramm
  • Display: 6,67 AMOLED, 120 Hz, HDR10+, 500 nits (typ), 900 nits (HBM),  1.220 x 2.712 Pixel, Gorilla Glass 5
  • Kamera:
    • 200 MP Hauptkamera, f/1.69, 1/1.22", 0,64µm (2,56μm bei 16-in-1), PDAF, OIS
    • 8 MP Weitwinkel: f/2.2, 1/4", 1.12µm
    • 2 MP Makro: f/2.4
    • Video: bis 8K
  • Selfie-Kamera: 20 MP, f/2.24, 1/3.47", 0.8µm
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 8+ Gen1 (4 nm)
  • Speicher: 8/256 GB, UFS 3.1
  • Akku: 5.000 mAh, 120 Watt Charging, kein Wireless Charging
  • Software: Android 12, MIUI 13
  • Sonstiges: 5G, NFC, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6, Bluetooth 5.2, kein Kopfhöreranschluss, kein microSD-Karten-Einschub, Dual-SIM, kein IP-Rating für Wasserschutz
  • Preis: 799 Euro (8/256 GB)

Hochwertige Hauptkamera

Mit der Hauptkamera gelingen wunderschöne Aufnahmen, sowohl im Kunstlicht, im Freien bei Tageslicht als auch bei Nacht. Hier gibt es tatsächlich kaum Kritikpunkte, was Farbdarstellung, Dynamikumfang und Kontraste betrifft. Auch die Schärfe ist weitgehend makellos.

Für die hohe Bildqualität der Hauptkamera ist unter anderem der Image-Sensor ISOCELL HP1 von Samsung verantwortlich, der eine beachtliche Größe von 1/1,22'' hat. Im sogenannten AI-Modus ist mir die Software bei der automatischen Behübschung der Bilder etwas zu aggressiv, weshalb ich diesen schnell wieder deaktiviert habe.

Foto im Standardmodus

Fotos mit 200 MP

Die 200 MP Hauptkamera setzt auf ein 16-in-1 Pixel-Binning und ermöglicht dadurch eine theoretische Pixel-Größe von 2,56 μm. Im Standardmodus werden Bilder also in einer 12-MP-Auflösung abgespeichert.

Wer will kann in den so genannten Ultra-HD-Modus (4-in-1 Binning) wechseln, bei dem 50-MP-Bilder auf dem Smartphone landen. Es gibt auch die Möglichkeit, Fotos mit der vollen Auflösung von 200 MP aufzunehmen. Die Bilder mit 12.288 x 16.384 Pixel haben dann eine durchschnittliche Dateigröße, die meist die 50 MB überschreiten.

Aufgenommen im Ultra-HD-Modus mit einer 200-MP-Auflösung (für den Upload wurde die Auflösung verringert)

Ausreichend Licht notwendig

Xiaomi weist darauf hin, dass für den 200-MP-Modus ausreichend Umgebungslicht notwendig ist. Bei Nachtaufnahmen hat sich gezeigt, dass die Bilder mit 200 MP auch bei wenig Licht passabel aussehen können. Auffallend ist, dass sich die Software bei voller Auflösung mit gemischten Lichtverhältnissen offenbar etwas schwer tut.

200 MP liefert beeindruckende Details

Ist das Umgebungslicht ausreichend, sind mit dem 200-MP-Modus hochwertige Aufnahmen mit beeindruckender Detailgenauigkeit möglich. Im Alltag eignet sich der 200-MP- beziehungsweise der 50-MP-Modus nicht wirklich. Einerseits ist die Dateigröße zu groß, andererseits liefert der Standardmodus (16-in-1 Binning) deutlich bessere Bilder.

Aufgenommen im Ultra-HD-Modus mit einer 200-MP-Auflösung (für den Upload wurde die Auflösung verringert)

Weitwinkel ziemlich enttäuschend

Bei der weiteren Ausstattung des Kamerasystems wird deutlich, dass es sich beim Xiaomi 12T Pro halt doch nicht um ein Spitzengerät handelt. So löst die Weitwinkelkamera lediglich mit 8 MP auf und die Sensorgröße mit 1/4" ist nicht allzu herausragend.

Im Alltag zeigt sich, dass die Weitwinkelaufnahmen in der Bildmitte zwar scharf sind, an den Bildrändern sind die Fotos allerdings ziemlich unscharf und die Farbdarstellung kann auch nicht mehr wirklich überzeugen.

Bei Nacht sieht es noch eine Spur dramatischer aus. Je nach Lichtsituation und Motivwahl sind die Weitwinkelaufnahmen im Nachtmodus zwischen gerade noch passable und eigentlich nicht mehr herzeigbar.

Makro- und Portrait-Modus

Die Makrokamera ist komplett unbrauchbar. Zum einen gibt es nicht mal einen eigenen Makromodus, zum anderen lassen sich mit dem Xiaomi 12T Pro keine wirklich schönen Nahaufnahmen anfertigen.

Der Portrait-Modus mit der Hauptkamera zeigt dann aber wieder, dass mit dem 12T Pro hochwertige Bilder möglich sind. Die Software schafft es, das Motiv im Vordergrund exakt zu erkennen und auszuschneiden. Auch das nachträgliche Ändern der Blendenzahl ist möglich.

Der Portrait-Modus mit der Hauptkamera liefert dann wieder überzeugende Ergebnisse.

Akku extrem schnell geladen

Die Akkulaufzeit - sofern die relativ kurze Testdauer, eine verlässliche Aussage zulässt - liegt im guten Durchschnitt. Soll heißen, dass sich ein ganzer Tag ohne Steckdose allemal ausgehen sollte.

Beim Laden ist das Xiaomi 12T Pro mit einer Ladeleistung von 120 Watt wie eine Rakete unterwegs: Bei 14 Prozent angesteckt zeigt der Akku 5 Minuten bereits 40 Prozent an. Dann flacht sich die Kurve allerdings rasch ab. Weitere 5 Minuten später steht der Akku bei 60 Prozent.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Der Fingerprintsensor befindet sich im Display und reagiert unverzüglich auf Berührungen. Auch beim Entsperren des Geräts ist er rasch und zuverlässig. Nur die Sensorfläche ist relativ klein und entspricht ziemlich genau einem Daumenabdruck.

Eine IP-Zertifizierung für einen Wasserschutz gibt es nicht. Vorhanden ist Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/6, Bluetooth 5.2, NFC und 5G. Kopfhöreranschluss oder microSD-Karteneinschub gibt es hingegen nicht.

Xiaomi 12T Pro

Fazit

Das Xiaomi 12T Pro ist ein mehr als passables Gerät, das die Lücke zwischen Mittel- und Spitzenklasse füllt. Im Großen und Ganzen lässt das Smartphone kaum Wünsche offen und kann mit einer gehobenen User-Experience aufwarten.

Auch wenn das Display von richtig hoher Qualität ist, gibt es einen kleinen Kritikpunkt an der Helligkeit. Das steht übrigens stellvertretend für das Gesamtwerk: Die Ausstattung ist in vielen Punkten in der Flaggschiff-Liga angesiedelt, während gleichzeitig bei zahlreichen Aspekten einige, kleinere Makel zu finden sind.

So auch bei beim Kamera-Setup: Die Hauptkamera liefert hervorragende Ergebnisse, das restliche Kamerasystem ist hingegen etwas enttäuschend. Wer aber mit der Hauptkamera zufrieden ist und auf die Weitwinkelkamera zumindest zum Teil verzichten kann, wird für den Neupreis von 799 Euro kaum eine bessere Fotoqualität bekommen.

In Österreich kommt das Xiaomi 12T Pro am 13. Oktober in den Handel. Der Preis liegt bei 799 Euro. Es ist ausschließlich in Schwarz und der Speichervariante 8/256 GB zu haben.

Wem der Neupreis von 799 Euro zu hoch ist, sollte ein bisschen abwarten. Die Preise der Xiaomi-Smartphones fallen nämlich in der Regel recht schnell und recht stark.

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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