Science

Baustart für Fusionsreaktor, in den Bill Gates und Google investieren

Nahezu unendlich Energie und kaum Umweltverschmutzung: Fusionsreaktoren sind die große Hoffnung der Energieerzeugung. Auch Bill Gates und Google glauben daran und haben deshalb in ein Fusionsenergie-Start-up investiert.

Commonwealth Fusion Systems (CFS) konnte insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde Anfang Dezember einnehmen. Schon im vergangenen März kündigte das Spin-off des MIT an, einen Standort für die Firmenzentrale gefunden zu haben.

Wie der Boston Globe nun berichtet, haben die Bauarbeiten auf dem 19 Hektar großen Gelände in Devens, Massachusetts jetzt begonnen. Schwere Maschinen sind dabei das Gelände zu ebnen und das Fundament zu legen.

Fabrik für Fusionsreaktoren

CFS will dort einen Campus errichten. Dieser ist Firmenzentrale, eine Fabrik für Fusionsreaktor-Komponenten und Standort für einen kommerziellen Fusionsreaktor, der als Demonstrator für die Technologie dienen soll. CFS bezeichnet den geplanten Campus deshalb als die „Geburtsstätte der Fusionsenergie-Industrie“.

2025 soll der SPARC-Fusionsreaktor soweit sein, dass er mehr Energie erzeugt, als er verbraucht. Ist das erreicht, soll das erste kommerzielle Fusionskraftwerk ein paar Jahre später errichtet werden. Das Ziel sei, 10.000 200-Megawatt-Fusionsreaktoren auf der ganzen Welt zu errichten. Das sei genug, um nahezu alle fossilen Treibstoffe obsolet zu machen, heißt es.

Fusionsreaktoren können bislang nicht genug Energie erzeugen

Seit Jahrzehnten gibt es Experimente und Versuche mit Fusionsreaktoren. Die dauerhafte Erzeugung von mehr Energie, als benötigt wird, um die Kernfusion zu starten, ist bisher nicht gelungen.

Für die Kernfusion wird Plasma mit einer Temperatur von gut 150 Millionen Grad Celsius benötigt. Dieses muss durch ein extrem starkes Magnetfeld im Zaum gehalten werden, weil es jedes Material schmelzen würde.

Läuft die Kernfusion, entsteht dabei soviel Wärme, dass die 150 Millionen Grad Celsius von alleine gehalten werden. Ein Teil der Hitze wird abgezweigt, um Wasser zu verdampfen, das wiederum eine Dampfturbine antreibt. Diese erzeugt den Strom. Mit einem Teil des Stroms wird der Energiebedarf des Magnetfelds gedeckt, der Großteil fließt ins Stromnetz.

Viele Forscher*innen sind skeptisch, dass Fusionsenergie bereits ab 2025 zur Verfügung stehen wird. Die meisten rechnen damit, dass es erst 2050 soweit sein wird, bis Fusionsreaktoren kommerziell eingesetzt werden können.

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