Science

Neue Entdeckung stellt Verständnis der Schwerkraft in Frage

Eine aktuelle Studie schlägt derzeit große Wellen. Sie könnte das Potenzial haben, die Grundlagen der Physik und Astronomie nachhaltig zu verändern. Nicht ohne Grund: Denn die erst kürzlich publizierten Forschungsergebnisse stellen die Gesetze der Schwerkraft in Frage.

Der Astronom und Physiker Kyu-Hyun Chae von der Sejong Universität in Seoul hat mithilfe des ESA-Weltraumteleskops Gaia die Bewegungen von 26.500 Doppelsternsystemen analysiert. Dabei ist er auf Anomalien bei der Gravitation gestoßen, wie es im Fachmagazin "The Astrophysical Journal" heißt.

Zusammenbruch der newtonschen Dynamik?

Manche Bewegungen von Himmelskörpern sind nicht in Einklang mit den etablierten Schwerkraft-Modellen von Isaac Newton und Albert Einstein zu bringen. Hier kommt meist die Theorie der dunklen Materie ins Spiel - eine bislang nicht nachgewiesene Materie, die sich zwischen Galaxien und Sonnensystemen befinden und weitreichende Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Himmelskörpern haben soll.

Bis vor ein paar Monaten habe Kyu-Hyun Chae auch an das Modell der dunklen Materie "geglaubt", schreibt phys.org. Doch seine Forschungsergebnisse seien mit dieser Theorie nicht erklärbar. Eine Revolution in der Physik scheint sich abzuzeichnen, schreibt das Wissenschaftsmagazin.

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Vom Zusammenbruch der newtonschen Dynamik ist die Rede. Denn die Bewegungen von Doppelsternsystemen würden sich bei schwacher Beschleunigung vielmehr so verhalten, wie in der kontrovers diskutierten AQUAL-Theorie beschrieben.

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Die modifizierte newtonsche Dynamik

Diese Theorie basiert wiederum auf dem MOND-Modell, das als Alternative zum Modell der dunklen Materie entwickelt wurde. Die modifizierte newtonsche Dynamik (MOND) versucht die komplexen Zusammenhänge der Schwerkraft zu erklären, ohne dass dabei der dunklen Materie eine derart tragende Rolle zugeschrieben wird.

"Um solche weitreichenden Ergebnisse - und diese Ergebnisse sind in der Tat sehr weitreichend - bestätigen zu können, benötigen wir weitere unabhängige Analysen, vorzugsweise mit noch besseren Daten", kommentiert der Physiker Mordehai Milgrom die neue Studie. Milgrom hat 1983 die MOND-Theorie überhaupt erst ins Spiel gebracht.

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