Apps 18.03.2018

YouTube Kids bringt Kindern Verschwörungstheorien bei

© Bild: APA/dpa/Soeren Stache / Soeren Stache

Reptilien beherrschen die Erde, diese ist eigentlich flach und die Mondlandung hat es nie gegeben - wenn man den Empfehlungen der YouTube Kids App glaubt.

Die speziell für Kinder gemachte App YouTube Kids hat ein Problem mit Videos, in denen Verschwörungstheorien gewälzt werden, fand Business Insider heraus. In den Suchergebnissen der App sowie in den Video-Empfehlungen am Ende von Videos tauchen regelmäßig Beiträge auf, die Kindern ein abstruses Weltbild vermitteln. Unter anderem wird Kindern darin beigebracht, dass Reptiloiden die Welt beherrschen, die Erde flach und nicht rund sei und die Mond-Landung eine Fälschung war.

UFOs verbreiten Chemtrails

Bei der Suche nach dem Begriff "UFO" taucht ein Video unter den Top-Resultaten auf, in dem Behauptet wird, das unbekannte Flugobjekte Chemtrails verbreiten. Bei der Suche nach "Pyramiden" entdeckt man als eines der ersten Videos einen Beitrag, in dem behauptet wird, Aliens hätten die ägyptischen Pharaonengrabstätten errichtet. Weitere Verschwörungstheorie-Beispiele, auf die man in YouTube Kids angeblich leicht stößt: Die Freimaurer machen Menschenopfer, die US-Regierung ließ John F. Kennedy umbringen sowie diverse Weltuntergangstheorien.

"Manchmal verpassen wir den Punkt"

Angesprochen auf die Funde, teilt YouTube mit: "Die Inhalte werden von Systemen kontrolliert, die von Menschen trainiert wurden. Kein System ist perfekt und manchmal verpassen wir einen wichtigen Punkt. Wenn wir das entdecken, handeln wir sofort und blockieren die entsprechenden Videos oder Kanäle in der App. Wir werden weiterhin daran arbeiten, die Erfahrung mit der YouTube Kids App zu verbessern."

Erneut unter Kritik

Die YouTube Kids App steht nicht zum ersten Mal im Fokus massiver Kritik. Erst im Vorjahr wurde der App vorgeworfen, Kinder mit unangemessenen und verstörenden Inhalten zu konfrontieren. "Irgendjemand oder etwas oder eine Kombination von Menschen und Dingen nutzt YouTube aus, um Kinder systematisch zu verängstigen, traumatisieren und missbrauchen", zeigte sich Medium-Journalist James Bridle überzeugt. YouTube gelobte Besserung.

Wikipedia-Kontroverse

Erst vor wenigen Tagen hat das weltgrößte Online-Video-Portal angekündigt, in Zukunft verstärkt gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien in Videos vorzugehen. U.a. will YouTube zur Aufklärung Wikipedia-Beiträge neben Videos mit fragwürdigen Inhalten anzeigen. Weil diese Taktik nicht zuvor mit Wikipedia-Betreiber Wikimedia abgesprochen war und freiwillige Wikipedia-Autoren dadurch möglicherweise mit verstärktem Artikel-Vandalismus zu kämpfen haben, wurde dieser Plan kritisiert.

( futurezone ) Erstellt am 18.03.2018