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Apple: Microsoft ist der Drahtzieher hinter der Epic-Klage

Im August 2020 brachte Epic eine Klage gegen Apple ein. Darin ging es um Apples Praktiken im App Store, der keine Zahlungen für In-App-Käufe aus anderen Quellen zulässt.

Seit 3. Mai 2021 läuft nun die Verhandlung. Diese Woche hat Apple offiziell den Verdacht geäußert, dass in Wirklichkeit Microsoft hinter der Klage steckt, berichtet Bloomberg.

Epic als Strohmann

Apple beantragte, dass die Aussage der Zeugin Lori Wright nicht anerkannt wird. Die Xbox-Managerin sagte für Epic aus. In dem schriftlichen Antrag schreibt Apple: „Ein vernünftiger Beobachter könnte sich wundern, ob Epic nicht nur ein Stalking Horse für Microsoft ist.“

Der Begriff Stalking Horse wird verwendet, wenn eine Person oder ein Unternehmen vorgeschoben wird, um eine Reaktion zu testen. In diesem Fall wirft Apple Microsoft also vor, abzuprüfen, wie die öffentliche Meinung und das Gesetz die Klage gegen Apple aufnimmt. Anstatt selbst zu klagen, hat Microsoft Epic als das „Gesicht“ des Gegners von Apple gewählt.

Apple wirft Microsoft zudem vor, diese Tatsache zu verheimlichen und zu verschleiern. Microsoft halte angeblich relevante, interne Kommunikation diesbezüglich zurück. Deshalb könnten alle Zeug*innen, die für Microsoft arbeiten oder mit Microsoft in Verbindung stehen, nicht als unabhängig angesehen werden.

Expertin-Zeugin war Microsoft-Beraterin

Laut Apple habe Epic genauso viele „unabhängige“ Zeug*innen, die in Verbindung zu Microsoft stehen, wie eigene Zeugen verwendet: jeweils 5. Dazu gehört auch Susan Athey, von der Universität Stanford. Sie wurde von Epic als Expertin-Zeugin geladen.

In der Vergangenheit hatte sie eine beträchtliche Menge an Beratungstätigkeit für Microsoft gemacht. Sie lehnte deshalb vor Gericht ab, vertrauliche Dokumente von Apple einzusehen, damit man ihr nicht später vorwerfen könne, diese Informationen zum Vorteil von Microsoft zu nutzen.

Microsoft hat den Vorwurf zurückgewiesen und bezeichnet Apples Vorgehen als Ablenkungsversuch. In einem Statement weist Microsoft darauf hin, dass viele Unternehmen in der Industrie angebrachte Bedenken gegen Apples App-Store-Regeln haben – unter anderem was das Verbot von Game Streaming angeht.

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