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B2B
05/02/2019

Baba, UPC! Das Ende einer Ära

Die Übernahme von UPC durch T-Mobile Austria bedeutet das Aus für ein Stück Internetgeschichte in Österreich.

von Florian Christof

Am 6. Mai wird ein Stück österreichische Internetgeschichte von der Bildfläche verschwinden. Dann wird der Internet- und TV-Anbieter UPC nach dem 1,9 Milliarden-Fusionsdeal endgültig in die Unternehmensstruktur von T-Mobile Austria eingegliedert. Die Marke UPC hat in Österreich damit ausgedient.

Die Geschichte von UPC Austria reicht bis ins Jahr 1977 zurück. Als Tochter der österreichischen Philips Industrie und der Kabel-TV Wien wurde das Unternehmen damals unter dem Telekabel gegründet. Telekabel ermöglichte Ende der 1970er Jahre erstmals den Empfang deutscher TV-Kanäle in Österreich.

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Im Kundencenter von UPC Telekabel im Jahr 1999

Breitbandinternet ab 1999

1997 entstand aus einer Fusionierung das Unternehmen UPC, welches ab 1998 Fernsehen, Telefonie und Internet aus einer Hand anbot. 1999 startete chello als Marke für superschnelles Breitbandinternet. UPC beziehungsweise Chello gilt damit als erster Breitbandanbieter in Österreich. "24 Stunden online sein mit einer Grundgebühr von 590 ATS", hieß es damals in einer Aussendung.

Anfang der 2000er-Jahre kämpften die Internet-Provider UTA, Inode, T-Online, die Telekom Austria und einige regionale Anbieter um Kunden. 2003 wurde in einer Aussendung ein "chello Breitband Internetzugang" mit Verbindungsgeschwindigkeiten von bis zu 1024 Kbit/s (Download) und maximal 128Kbit/s (Upload) angepriesen. In Verbindung mit einem Handy-Tarif beim Mobilfunker One kostete dieser Paket 83 Euro im Monat.

Ab 2005 auch DSL angeboten

Laut einem Blogeintrag von T-Mobile konnte mit dem Tarif "chello extreme" 2005 Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s erzielt werden. Im selben Jahr wurde der Provider inode übernommen, wodurch UPC fortan auch entbündeltes DSL anbieten konnte.

2009 wurde dann die Marke chello in die Unternehmensmarke UPC integriert. Seit 2014 fungierte UPC auch als Mobilfunker. Dabei trat das Unternehmen als so genannter "virtueller Anbieter" (MVNO) auf und nutzt das das Mobilfunknetz von Drei.

Auch die Marke T-Mobile Austria verschwindet

Zum Zeitpunkt der Übernahme Ende 2017 durch T-Mobile Austria verfügte UPC über 480.000 Kabel-TV-Kunden, 500.000 Breitband-Internet-User und rund 430.000 Festnetz-Kunden. Doch das wertvollste Asset ist die Kabelnetz-Infrastruktur und das dazugehörige Know-how. Vor allem in den städtischen Bereichen verfügt UPC über ein sehr dichtes Netz.

Im Juli 2018 wurde die Fusion von den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission abgesegnet. Mit einem Wert von 1,9 Milliarden Euro ist der Kauf von UPC Austria durch T-Mobile Austria der größte Telekommunikations-Deal in Österreich seit dem Börsengang der Telekom Austria.

Die Übernahme von UPC durch T-Mobile Austria bedeutet gleichzeitig auch das Aus der Marke T-Mobile. Am 6. Mai wird die neue Marke des fusionierten Telekom-Unternehmens präsentiert. Gerüchten zufolge wird die neue Dachmarke dann "T" heißen. Die entsprechende Domain T.at könnte darauf hindeuten. Ob in das "T" und der dazugehörigen Domain noch mehr hineininterpretiert werden kann, dazu will sich T-Mobile bis 6. Mai nicht äußern.