PK OMV AG, VERBUND AG "BAUSTART DER GRÖSSTEN FLÄCHEN-PHOTOVOLTAIKANLAGE IN ÖSTERREICH": SEELE

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B2B
07/09/2020

Greenpeace kritisiert Bau größter Photovoltaik-Anlage Österreichs

Die Anlage im Weinviertel soll 10,96 Gigawattstunden Strom erzeugen - für die Öl- und Gas-Produktion der OMV.

Nordöstlich von Wien entsteht im Auftrag der Energiekonzerne OMV und dem Verbund die größte Photovoltaik-Anlage Österreichs. Auf einer 13,3 Hektr großen Fläche der OMV werden bis Ende 2020 34.600 PV-Module aufgestellt, weitere 10.400 sollen dann bis Ende 2021 folgen. Die Anlage im Weinviertel soll in der ersten Ausbaustufe knapp 11 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen und einen Zehntel des Stromverbrauchs der OMV abdecken.

"Größtes Greenwashing-Projekt"

Auf wenig Gegenliebe stößt das Projekt bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die in Anlehnung an die Dimension der Anlage vom "größten Greenwashing-Projekt Österreichs" spricht. "Die Photovoltaik-Technologie steht symbolisch für den Weg in eine grüne Zukunft. Dass ausgerechnet diese Technologie verwendet wird, um noch mehr klimaschädliches Öl und Gas zu fördern, ist geradezu zynisch," kritisierte Jasmin Duregger, Klima- und Energiesprecherin bei Greenpeace.

Um die Klimakrise zu verhindern, würden grüne Deckmäntelchen für schmutzige Öl- und Gas-Geschäfte nicht mehr ausreichen. Für wahren Klimaschutz brauche es ein Ende der Bohrungen im Weinviertel und einen vollständigen Ausstieg aus fossiler Energie bis 2040, richtete Duregger in Richtung OMV aus.

OMV will Wasserstoff ausloten

Die beiden Energiekonzerne wiesen den Vorwurf zurück. Die Anlage diene vielmehr auch als Pilotprojekt für weitere Anlagen, die etwa auch in anderen OMV-Ländern wie Rumänien, Norwegen oder Neuseeland in Frage kämen. Künftig wolle man mit dem Verbund noch weitere Projekte entwickeln und so etwa neue Technologien zur Wasserstoff-Erzeugung anbieten können. Auch dafür sei "grüner Strom" notwendig, sagte OMV-Generaldirektor Rainer Seele.

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber rechnete vor, dass rund 1.800 solcher Anlagen wie in Schönkirchen-Reyersdorf nötig seien, um in rund einem Jahrzehnt den gesamten heimischen Stromverbrauch zur Gänze aus Erneuerbaren decken zu können. Daher seien Kooperationen mit Bürgern, Gemeinden und Industrieunternehmen nötig.