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B2B
02/05/2019

Handy-Nachfrage: Heimischer Apple-Zulieferer ams pessimistisch

Vorstandschef: "Wir haben ein schwierigeres Jahr 2018 erlebt, als wir ursprünglich erwartet hatten" - Aktie auf Talfahrt.

Der in der Schweiz börsennotierte österreichischen Apple-Zulieferer ams AG gibt einen trüben Ausblick auf die ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 soll es wieder besser werden. Zu schaffen macht dem Chiphersteller die schwache Nachfrage nach neuen Smartphones. Den geplanten Börsengang in Hongkong verschob das Unternehmen auf unbestimmte Zeit. "Wir haben ein schwierigeres Jahr 2018 erlebt, als wir ursprünglich erwartet hatten, besonders gegen Ende des Jahres", sagte ams-Chef Alexander Everke am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch die Entwicklung im laufenden ersten Quartal 2019 sei ungünstig.

Der Hardwareproduzent mit Hauptsitz im steirischen Premstätten erwartet zwischen Jänner und März einen Rückgang der Erlöse auf 306 bis 341 Mio. Euro, nach 396 Mio. Euro vor einem Jahr. Weitergehende Prognosen lässt ams bleiben, weil Endmärkte und Kundenverhalten schwer einzuschätzen seien. Das Unternehmen verzeichnete 2018 trotz Rekordumsatzes einen Gewinneinbruch. Der bereinigte Nettogewinn brach auf 10,6 Mio. Euro ein, nach 127 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017. Im Schlussquartal blieb ams mit 1,5 Mio. Euro nur noch knapp in der Gewinnzone - das ist ein Bruchteil des Nettogewinns von 141 Mio. Euro, den der Halbleiter-Konzern noch im vierten Quartal 2017 geschrieben hatte.

China schwächelt

Der wichtige ams-Kunde Apple hat sich nach dem schlechter als erwartet verlaufenen Weihnachtsgeschäft 2018 auf weitere Rückgänge eingestellt, vor allem wegen einer niedrigeren Nachfrage nach iPhones in China. ams AG versucht sich von Apple unabhängiger zu machen und sein Geschäft auf breitere Beine zu stellen. Einerseits mit Sensoren für Autos und Industrieanwendungen, andererseits bei Android-Smartphones. Verglichen mit dem Vorjahr gebe es eine deutliche bessere Pipeline für Android, sagte Everke.

Die ams AG ist zur Gänze in Streubesitz. Die Aktionäre, darunter etliche Investmentfonds, werden für 2018 leer ausgehen: "Vor dem Hintergrund eines volatileren Endmarkt- und makroökonomischen Umfelds hat ams beschlossen, die Dividendenpolitik mit Barausschüttung für das Geschäftsjahr 2018 auszusetzen, um sich auf die Stärkung der Geschäftsposition im laufenden Jahr zu konzentrieren", hieß es in der Aussendung des Unternehmens Dienstagfrüh.

Die Aussetzung der Gewinnausschüttung und die allgemein pessimistischen Signale schickten die Aktie auf Talfahrt. An der Börse in Zürich gaben die Wertpapiere um bis zu 16,6 Prozent nach, erholten sich dann im Laufe des Vormittags aber wieder leicht. Im Vorjahr hatte ams an der Börse bereits drei Viertel an Wert verloren. Anfang 2019 ging es aber wieder steil bergauf. Viele Halbleiterkonzerne hatten zuletzt optimistischere Signale für das zweite Halbjahr 2019 gesendet - ein Grund für starke Kurserholungen zum Jahresauftakt.