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Mastercard-Österreich: "Krypto ist für uns extrem interessant"

Christian Rau ist seit 2019 Mastercard Country Manager für Österreich. Bevor er zu Mastercard kam, arbeitete Rau unter anderem für die Deutsche Telekom, wo er Leiter der Geschäftsplanung und Strategie war.

Insgesamt 3 Milliarden aktive Zahlungskarten greifen auf die Infrastruktur von Mastercard zurück. Mit den Karten kann weltweit an mehr als 80 Millionen Standorten bezahlt werden.

Im vergangenen Jahr konnte Mastercard ein Transaktionsvolumen von rund 7.700 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Das bedeutet, dass das Unternehmen Geldsummen von A nach B transferiert hat, die zusammengerechnet ungefähr 18-mal so hoch sind, wie das österreichische Bruttoinlandsprodukt.

Die futurezone hat Christian Rau, Country Manager bei Mastercard Austria, zum Interview getroffen. Rau spricht dabei über Kryptowährungen, mobiles Bezahlen und die damit zusammenhängende Digitalisierung sowie über Nachhaltigkeit und Kooperationen.

Christian Rau, Country Manager bei Mastercard Austria

futurezone: Welche Relevanz nimmt mobile Payment aktuell ein und wie wird das in Zukunft aussehen?
Christian Rau: Das Smartphone dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. Insofern ist es die logische Konsequenz, dass auch das Bezahlen mit dem Handy von immer mehr Menschen genutzt wird. Das ist auch deswegen wenig verwunderlich, weil es einfach eine besonders praktische Bezahlmethode ist, da man das Handy fast immer dabei hat. 34 Prozent der jüngeren Bevölkerung in Österreich bezahlen bereits mit dem Smartphone. Das wird in den nächsten Jahren noch deutlich mehr werden.

Werden wir künftig also noch mehr über das Smartphone bezahlen?
Wir sehen, dass Online-Shopping zunehmend über Apps und auf dem Smartphone stattfindet. Mastercard sorgt dafür, dass das Bezahlen am Smartphone besonders einfach ist – dass man beispielsweise die 16-stellige Kartennummer nicht mehr jedes Mal manuell eingeben muss. Gleichzeitig gewährleisten wir aber, dass beim Bezahlvorgang im Hintergrund alles so sicher wie gewohnt abgewickelt wird.

Wie ist allgemein der Status-quo in Bezug auf die Digitalisierung des Bezahlens?
Die Digitalisierung schreitet in diesem Bereich kontinuierlich voran, ermöglicht neue Perspektiven und bringt auch zahlreiche Vorteile. Ein Beispiel: Wir kooperieren hier in Österreich mit Edenred, einem Unternehmen aus dem Bereich Essensgutscheine und Mitarbeiterbenefits. Früher haben Mitarbeiter*innen solche Essens- und Restaurantgutscheine in Form von kleinen Papiergutscheinen erhalten, mit denen sie in den entsprechenden Restaurants bezahlen konnten.

Wir haben Edenred geholfen, diesen Prozess zu digitalisieren und in ein bargeldloses und papierloses System verwandelt. Nun werden die Gutscheine auf eine Karte gebucht, mit der man im Restaurant bezahlen kann. Das bedeutet, keine Zettelwirtschaft mehr – weder für die Arbeitgeber*innen noch für die Arbeitnehmer*innen und auch die Restaurants brauchen sich nicht mehr mit den Gutscheinzetteln herumschlagen. Außerdem kann ich die Karte als Mitarbeiter*in auf mein Handy übertragen und brauche in Zukunft dann auch keine Plastikkarte mehr.

Was plant Mastercard im Bereich Kryptowährungen?
Kryptowährungen und Blockchain Technologie sind für uns natürlich extrem interessant. Mastercard verfolgt zahlreiche Projekte im Bereich digitaler Währungen, kooperiert beispielsweise mit Coinbase bei NFTs sowie mit der Zentralbank der Bahamas im Rahmen eines Centralbank Digital Currency Programms und verfolgt natürlich auch die Entwicklungen im Bereich des digitalen Euros aufmerksam. Kryptowährungen sind ein spannender und dynamischer Bereich, allerdings müssen dabei unsere Mastercard-Prinzipien gewahrt bleiben.

Das heißt?
Wir müssen beispielsweise den Konsument*innenschutz gewährleisten können. Sollte beispielsweise eine Transaktion rückabgewickelt werden müssen, muss die Retournierung des Geldes möglich sein. Geldwäscherichtlinien und andere regulatorische Rahmenbedingungen spielen hier auch eine wichtige Rolle.

Eignen sich Kryptowährungen als alltägliches Zahlungsmittel?
Die derzeitige hohe Wertfluktuation, die wir bei zahlreichen Kryptowährungen sehen, ist in diesem Zusammenhang natürlich nicht gerade förderlich. Damit sich digitale Währungen als Zahlungsmittel eignen, ist eine gewisse Wertstabilität notwendig. Nichtsdestotrotz kooperieren wir in diesem Bereich beispielsweise unter anderem mit dem Wirex.

Was bedeutet diese Kooperation?
Damit wollen wir ermöglichen, dass in lokalen Geschäften mit Kryptowährungen bezahlt werden kann, ohne dabei auf die gewohnte Usability verzichten zu müssen: Man bezahlt einfach per Karte, hinter der etwa Bitcoins liegen. Dabei wird die digitale Währung in Euro umgewandelt und die Transaktion geht über die Bühne. Durch unsere Systeme fließen hier dann nur regulierte Währungen wie Euro und Dollar und der Händler wird auch in solchen bezahlt. Mit solchen innovativen Projekten wollen wir beispielsweise herausfinden, wie man Kryptowährungen im Alltag besser nutzbar machen kann.

Inwiefern unterstützt Mastercard die Infrastruktur in Österreich?
Einerseits kooperieren wir mit den österreichischen Banken. Die Geldinstitute geben ihre Karten in Partnerschaft mit Mastercard heraus und können auf diese Weise unser globales Zahlungsverkehrsnetzwerk nutzen. Andererseits investieren wir aber auch direkt in die Infrastruktur, wenn es beispielsweise um Investitionen in neue Technologien geht.

Welche Technologien wären das beispielsweise?
Wir arbeiten etwa mit der Red Bull Arena in Salzburg und der Generali Arena der Wiener Austria zusammen. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass diese beiden Fußballstadien bargeldfrei werden. Den Fußballfans kommt das zugute, indem die Abläufe schneller und unkomplizierter werden. Gleichzeitig ersparen sich die Betreiber das Handling des Bargeldes.

Darüber hinaus investieren wir derzeit beispielsweise in die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Damit stellen wir sicher, dass an jeder Ladesäule ganz einfach mit Karte bezahlt werden kann. Wir ermöglichen aber in diesem Zusammenhang auch "Plug & Charge". Dabei wird die Zahlungskarte direkt im Fahrzeug hinterlegt, sodass man an der Ladesäule das Elektroauto nur mehr anzuschließen braucht. Der Bezahlvorgang läuft automatisch im Hintergrund ab.

Inwiefern engagiert sich Mastercard im Bereich Nachhaltigkeit?
Wir haben die Möglichkeit über und mit unseren Partnern ungefähr 3 Milliarden Karteninhaber*innen zu erreichen. Dieses Potenzial wollen wir auch im Bereich der Nachhaltigkeit nutzen und unseren Beitrag leisten. Unser großes Ziel im Rahmen der Priceless Planet Coalition ist es, 100 Millionen Bäume bis 2025 zu pflanzen.

Außerdem wollen wir den Österreicher*innen mit der A1 Priceless Planet Mastercard Feedback zu den einzelnen Einkäufen liefern. Anhand der Infos, die wir aus den Transaktionen erhalten, zeigen wir, wie groß der CO2-Fußabdruck des jeweiligen Einkaufs ist. Wir sehen es als große Chance, den digitalen Zahlungsverkehr zu nutzen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

Erst kürzlich hat Mastercard den "Sports Economy Index" veröffentlicht. Was waren daraus die wichtigsten Erkenntnisse?
Im Rahmen dieser Studie haben wir uns angesehen, inwieweit sich die Sportwelt verändert. Dabei haben wir gesehen, dass sich die Digitalisierung auch hier Pandemie-bedingt nochmal beschleunigt hat. Beispielsweise nutzt etwa ein Drittel der jüngeren Bevölkerung kostenpflichtige Fitness-Apps, etwa für das Workout zuhause. Ebenso zeigt sich im "Sports Economy Index", dass im Ski-Tourismus das Bezahlen mit Karte immer wichtiger wird und auch bereits sehr oft möglich ist.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Mastercard

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Florian Christof

FlorianChristof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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