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Finnland
05/18/2016

Offiziell: Nokia kehrt auf Smartphone-Markt zurück

Beim Deal zwischen Microsoft und Foxconn war ein dritter Geschäftspartner involviert: Nokia. Der Technologie-Konzern kehrt damit auf den Smartphone-Markt zurück.

Nokia wird künftig wieder Handys, Smartphones und Tablets bauen. Das gab der finnische Konzern in einer Aussendung bekannt. Bereits seit einigen Monaten kursierten Gerüchte, wonach Nokia nach dem Auslaufen des Marken-Deals mit Microsoft wieder in den Ring mit Apple und Co. steigen könnte. Doch trotz öffentlicher Diskussionen und einiger Versuche auf dem Gadget-Markt - unter anderem mit einem Android-Tablet und einer kostspieligen 360-Grad-Kamera - dementierte die Geschäftsführung stets.

Deal über zehn Jahre

Mit dem Verkauf der "Reste" des alten Nokia-Konzerns durch Microsoft wird dieser Wunsch vieler Nokia-Fans Realität - zumindest teilweise. Denn obwohl die neuen Smartphones unter der Marke "Nokia" verkauft werden, haben sie nur zum Teil mit dem Original-Konzern zu tun. Microsoft verkaufte die Reste der Nokia-Handysparte an das Foxconn-Tochterunternehmen FIH Mobile sowie ein 2015 gegründetes Unternehmen namens "HMD Global, Oy", das von ehemaligen Nokia-Managern geführt wird.

Während Foxconns Tochterunternehmen die Produktion übernehmen wird, ist HMD für den Verkauf der Geräte zuständig. Dazu hat HMD auch einen Markendeal mit Nokia abgeschlossen. Das finnische Unternehmen darf zumindest zehn Jahre lang Smartphones und Tablets unter der Marke Nokia vertreiben. Die Rechte für die sogenannte "Feature Phones" - klassische Handys, die insbesondere in Wachstumsmärkten beliebt sind - bleiben bis 2024 bei HMD.

Ab wann die ersten Geräte auf den Markt kommen werden, ist nicht bekannt. Nokia gab jedoch bekannt, dass der Deal im Laufe des zweiten Halbjahres abgeschlossen werden soll. Zudem spricht HMD in einer Aussendung davon, dass man "künftige Nokia-Smartphones und -Tablets mit Android als Betriebssystem" verkaufen werde.

500 Millionen US-Dollar

"Der heutige Tag stellt den Beginn eines spannenden neuen Kapitels für die Marke Nokia dar - in einer Industrie, in der der Name Nokia eine wahre Ikone ist", so Ramzi Haidamus, Leiter von Nokia Technologies. Wie eng die Zusammenarbeit zwischen HMD und Nokia sein wird, ist nicht bekannt. Laut der Aussendung wolle HMD aber allein in das Marketing zumindest 500 Millionen US-Dollar über die nächsten drei Jahre investieren - ein Großteil davon soll über die Profite mit Nokia-Handys und Investorengelder finanziert werden. Ob Nokia auch zu den Investoren zählt, ist nicht bekannt.