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B2B
10/03/2019

Samsung schuldet Galaxy-S4-Besitzern zehn Dollar

Der Konzern hatte bei Leistungsangaben geschummelt und muss nun 13,4 Millionen Dollar zahlen. Käufer können Geld zurückfordern.

Dass man im Herbst 2019 noch einmal groß vom Galaxy S4 hören würde, mag vielleicht überraschen. Aber juristische Mühlen mahlen bekanntlich langsam. Nach fünf Jahren Streit um eine 2014 eingebrachte Sammelklage hat sich Samsung nun mit den Anwälten auf einen Vergleich geeinigt. 13,4 Millionen Dollar wird der Konzern zahlen. Nach Abzug von Anwalts- und Gerichts- und Verwaltungskosten bleiben zehn Millionen Dollar übrig. Jeder S4-Käufer kann daher etwa zehn Dollar zurückfordern.

Manipulierter Benchmark-Test

Bei der Klage ging es darum, dass Samsung bei Benchmarkt-Tests sich zu einem Vorteil verhalf. Es platzierte in der Systemsoftware eine App, die derartige Tests erkennt und die Kapazitäten für die Dauer des Testes unnatürlich hochschraubte. So wurde der Prozessor automatisch von 480 MHz auf 532 MHz beschleunigt, um besser abzuschneiden. Jahrelang stritten sich die Anwalte von Samsung und die Anwälte der Sammelklage darum, ob dieser Trick eine Irreführung von Kunden sei.

Auch das Gericht zeigte sich bis zuletzt unschlüssig, ob ein offizielles Verfahren eröffnet werden sollte. Mit der Einigung, die mit keinem Schuldeingeständnis verbunden ist, konnte Samsung diesen nächsten Schritt abwenden. Wie Käufer des Galaxy S4 zu ihren zehn Dollar kommen, die ihnen jetzt zustehen, ist noch unklar. Angesichts dessen, dass die Sammelklage in den USA abgewickelt wurde, können vermutlich nur US-Kunden auf einen kleinen Gutschein hoffen.