B2B
01/11/2019

Welche Auswirkungen die Bezos-Scheidung auf Amazon hat

MacKenzie Bezos könnte künftig starken Einfluss auf die Zukunft des Online-Versandhändlers ausüben.

Die Ankündigung von Amazon-CEO Jeff Bezos, dass er sich nach 25 Jahren Ehe von seiner Frau MacKenzie scheiden lassen will, beschäftigt mittlerweile auch Anleger. Diese fragen sich, ob die Scheidung Auswirkungen auf die Zukunft des Online-Versandhändlers haben könnte. Jeff Bezos ist nicht nur der Gründer und CEO des Unternehmens, er besitzt auch knapp 16 Prozent der Anteile am mehr als 800 Milliarden Dollar schweren Unternehmen – mehr als jeder andere.

Würden sich Jeff und MacKenzie Bezos im US-Bundesstaat Washington scheiden lassen, müsste das Vermögen geteilt werden, wodurch knapp acht Prozent der Anteile an MacKenzie wandern würden. Im Gegensatz zu anderen US-Konzernen, wie beispielsweise bei Facebook, sind bei Amazon keine Vorteile für Unternehmensanteile von Gründern vorgesehen. Sie wäre somit herkömmlichen Aktionären gleichgestellt. Laut Peter Henning, einem Professor für Wertpapiergesetz an der Wayne State University, könnte sie aber mit ihren Anteilen durchaus Einfluss ausüben und beispielsweise einen Platz im Aufsichtsrat einfordern oder wichtige Entscheidungen blockieren.

Analysten: Jeff Bezos wichtig für das Unternehmen

Die Scheidung könnte aber auch in einem anderen US-Bundesstaat beantragt werden, da das Paar mehrere Wohnsitze hat. Einige Bundesstaaten sehen vor, dass der Besitz nicht gleichmäßig, sondern nach Leistung aufgeteilt werden muss. Dabei müsste MacKenzie nachweisen, welchen Anteil sie am Erfolg von Amazon hatte, um einen Anspruch auf die Anteile und das Vermögen zu erheben. Dazu zählt beispielsweise auch das Aufziehen von Kindern, um ihrem Mann die Arbeit im Unternehmen zu ermöglichen.

Unabhängig davon, wie viele Anteile MacKenzie Bezos zugesprochen werden, zeigen sich die Anleger relativ ruhig. Nach dem Bekanntwerden der Scheidung sackte der Amazon-Kurs um knapp zwei Prozent ab, mittlerweile erholte sich die Aktie aber wieder und wird auf dem alten Niveau gehandelt. Für Analyst Michael Pachter ist die Scheidung kein Grund zur Sorge: „Solange er nicht so sehr durch die Scheidung abgelenkt wird, dass er die Firma nicht mehr leiten kann, ist das nicht relevant“, erklärt Pachter. „Er leitet das Unternehmen, weil die Aktionäre ihn und seine Vision mögen, nicht weil er 50 Prozent von den Aktien besitzt.“

Andere Analysten halten aber zumindest etwas Skepsis für angebracht. Sollte sich Bezos beispielsweise im Zuge der Scheidung aus der Firma zurückziehen, könnte das einen erheblichen Einfluss auf den Wert des Unternehmens haben.