Digital Life
17.09.2018

Amazon-Mitarbeiter sollen Kundendaten nach China verkauft haben

Für ausreichend Geld konnten auf Anfrage schlechte Bewertungen von Amazon-Mitarbeitern gelöscht werden.

Amazon untersucht den mutmaßlichen Verkauf vertraulicher Kundendaten durch eigene Mitarbeiter an Dritte. Das Unternehmen bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal". Demnach geht der Konzern dem Verdacht nach, dass Angestellte die Daten über Vermittler an externe Händler, insbesondere in China, verkauft haben könnten, die ihre Produkte bei Amazon anbieten.

Kampf gegen Fake-Produkte

Laut dem Wall Street Journal hätten Amazon-Mitarbeiter im chinesischen Shenzhen unerlaubt verschiedene Dienste an Dritte verkauft. Diese sollen zwischen 80 und 2000 US-Dollar gekostet und von der Weitergabe interner Metriken und E-Mail-Adressen von Kunden bis hin zum Löschen von Bewertungen und Wiederherstellen gesperrter Händlerkonten gereicht haben. Es werden aber aber auch ähnliche Fälle in den USA untersucht. Der US-Konzern gab gegenüber der US-Zeitung an, man habe mittlerweile Systeme installiert, die unerlaubten Zugriff und Missbrauch durch Mitarbeiter verhindern sollen.

Kunden können bei Amazon Produkte direkt von dem Internet-Riesen kaufen oder von anderen Händlern. Der nun untersuchte Vorgang zum mutmaßlichen Datenverkauf stellt einen Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinien dar. Untersucht werden dem Bericht zufolge auch gefälschte Produktbewertungen durch angebliche Kunden.