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09/06/2019

Boeing 737 Max: Europa wird Sicherheitstests der USA nicht akzeptieren

Die europäische Flugbehörde möchte die Sicherheit der Maschinen eigenständig prüfen, anstatt der US-Behörde FAA zu vertrauen.

Die Europäische Flugsicherheitsbehörde (EASA) möchte eigene Tests anstellen, bevor die Boeing 737 Max im europäischen Flugraum wieder zugelassen wird. Seit März gilt ein Flugverbot für Maschinen diesen Typs, nachdem zwei Flugzeuge abstürzten. 

Damit gilt das Verhältnis zwischen den internationalen Flugbehörden als gestört. Bisher verließ man sich bei der Zulassung von Flugzeugen aus den USA auf die Zertifizierung durch die amerikanische Flugsicherheitsbehörde (FAA). Nun kündigte der Chef der EASA, Patrick Ky, an eigene Untersuchungen vornehmen zu wollen.

FAA in der Kritik

Die FAA  sagte, bei der Beobachtung der Software-Überarbeitung für die Boing 737 Max gäbe es eine transparente Zusammenarbeit mit anderen Flugbehörden. Die fehlerhafte Software wurde als Ursache für die Abstürze identifiziert. Sicherheit habe die höchste Priorität und dabei gebe es keine zeitliche Einschränkung, so die FAA weiter. Jedes Land müsse selbst entscheiden, ob das Flugzeug zukünftig wieder abheben dürfe. 

Die FAA steht gemeinsam mit Boeing in der Kritik, die Prüfverfahren bei der ursprünglichen Zulassung nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Boeing hatte gehofft, noch in diesem Jahr den Flugverkehr mit den 737 Max wieder aufnehmen zu können. Mit den zusätzlichen Prüfverfahren wird dies jedoch immer unwahrscheinlicher.