Digital Life
29.03.2018

Cambridge Analytica hortet immer noch Facebook-Daten

Der britische Channel 4 enthüllt, dass trotz des Datenskandals persönliche Details zu 136.000 Bewohnern von Colorado bei Cambridge Analytica gespeichert sind.

Nachdem aufgedeckt wurde, dass das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica zu Daten von 50 Millionen US-Amerikanern gekommen ist, war der öffentliche Aufschrei groß. Cambridge Analytica suspendierte seinen CEO und versicherte, alle Daten gelöscht zu haben, die es von Facebook-Nutzern besaß. Der öffentlich-rechtliche britische TV-Sender Channel 4 hat nun allerdings herausgefunden, dass diese Behauptung nicht stimmt. Das Unternehmen besitzt u.a. immer noch Facebook-Daten über 136.000 Bewohner des "Swing State" Colorado.

Mehr Daten im Umlauf

In dem Datensatz, an den Channel 4 gekommen ist, befinden sich präzise Angaben zur Persönlichkeit der jeweiligen Facebook-Nutzer. Wie der 50-Millionen-Nutzer-Datensatz stammen auch die Daten aus Colorado aus dem Jahr 2014. Neben dem Datensatz aus Colorado ist Channel 4 auch auf ähnliche Daten aus dem US-Bundesstaat Oregon gestoßen. Dies zeige, dass Facebook-Daten bei Cambridge Analytica immer noch im Umlauf seien.

Die Daten wurden außerdem angeblich über persönliche E-Mail-Konten - also nicht von Firmen-E-Mail-Adressen - weiterverbreitet. Es sei also gar nicht absehbar, wer die Datensätze sonst noch besitzen könnte.

Reaktion von Betroffenen

Der britische Fernsehsender hat Betroffene, deren Daten in dem neu entdeckten Datensatz enthalten sind, mit der Aussicht darauf, dass persönliche Angaben über sie potenziell weit verbreitet werden, konfrontiert.

"Das ist eine Manipulation der Gesellschaft durch Leute, die sich darum nicht kümmern", meint etwa die Krankenschwester Janice. "Sie kümmern sich um ihr Geschäft... und wollen uns manipulieren, weil wir entweder ein Wähler oder ein Konsument sind." Channel 4 hat allerdings auch andere Ansichten dazu eingeholt, etwa von der Hausfrau Barbara, die sich als Republikanerin bezeichnet. Auf die Frage, ob sie aufgrund der Datensammlung von Facebook besorgt sei, meint sie: "Das bereitet mir keine Sorgen. Ich dachte mir schon, dass sie das machen."