Digital Life
21.11.2012

Drei: Kunden klagen über Empfangsprobleme

Derzeit häufen sich die Klagen von Drei-Kunden über Netzprobleme. In ländlichen Regionen können einige Betroffene plötzlich nicht mehr telefonieren oder SMS nutzen. Schuld ist der Wechsel des nationalen Drei-Roaming-Partners von A1 hin zu T-Mobile. Laut Drei sollen den "Einzelfällen" individuelle Lösungen angeboten werden.

In den vergangenen Tagen haben Drei-Kunden in E-Mails gegenüber der futurezone und auf der offiziellen Facebook-Seite von Drei über schwere Empfangsprobleme geklagt. “Ich hatte vorher vollen Empfang und nun steht auf meinem Samsung-Smartphone ´nicht im Netz registriert`”, schreibt etwa Christoph via E-Mail. Weder Telefonate noch SMS, von mobilem Internet ganz zu schweigen, seien möglich.

Ihm seien sechs weitere Personen aus den Ortschaften Ramsau, Kleinzell, Wiesenbach und Lehenrotte im Bezirk Lilienfeld (NÖ) mit ähnlichen Problemen im Drei-Netz bekannt. Max S. klagt auf Facebook, er könne in seiner Umgebung in Karlstein an der Thaya (NÖ) keine SMS mehr schicken und auch nicht telefonieren. “Ich find des echt eine Frechheit, dass Drei jetzt an T-Mobile hängt, wo keine Drei-Netzabdeckung ist! Immer hat man nur Edge-Internet und in letzter Zeit hat man teilweise überhaupt kein Netz mehr”, klagt Dominik H. sein Leid. “Jetzt musste ich zu A1 wechseln, damit ich überhaupt wieder telefonieren kann.”

Netzumstellung von A1 auf T-Mobile
Grund der gravierenden Netzprobleme einiger Drei-Kunden ist die Umstellung des nationalen Roaming-Partners des aktuell kleinsten österreichischen Handy-Betreibers. “Drei hat im Juni 2012 damit begonnen, den Wechsel des Netzkooperationspartners für nationales Roaming umzusetzen”, so Drei-Sprecherin Maritheres Paul gegenüber der futurezone. Konrekt erfolgt der Wechsel von A1 hin zu T-Mobile. “Die Umstellung ist bereits in ganz Österreich erfolgt. Alle Drei-Kunden können somit das GSM-Netz von T-Mobile nutzen, solange kein Drei-Empfang zur Verfügung steht.”

Die neue Netzkooperation mit T-Mobile erlaube im Gegensatz zur bisherigen Kooperation nicht nur die gegenseitige sondern vor allem auch die vollständige Nutzung der Netze, so Paul weiter Während bisher einige Städte vom “National Roaming” ganz ausgenommen gewesen seien, stehe Drei-Kunden das 2G-Netz von T-Mobile flächendeckend zur Verfügung. “Dies resultiert in einer verbesserten Indoor-Coverage. So ergibt sich für den Großteil unserer Kunden ein merkbarer Vorteil, was den Empfang in Gebäuden betrifft”, sagt Paul. Im Gegenzug darf T-Mobile im ländlichen Raum auf das 3G-Netz von Drei zugreifen, was A1-Kunden im Rahmen der vorangegangenen Kooperation nicht möglich war.

Individuelle Lösungen für Betroffene
Laut Drei hätte man im Vorfeld ausführlich die Umstellung geprüft und hätte für den Großteil der Kunden Vorteile ausmachen können. “Ein extrem geringer Anteil an Kunden verspürt auf Grund des Wechsels des Kooperationspartners eine Verschlechterung. Eine genaue Abschätzung ist derzeit noch nicht möglich”, so Paul. “Die Umstellung sei netzseitig bereits österreichweit abgeschlossen, derzeit würden die USIM-Karten der Kunden schrittweise “Over The Air” angepasst. “Es kann vereinzelt zu Problemen kommen, jedoch wird fortlaufend eine Optimierung vorgenommen. Mit der Übernahme von Orange wird das 3MegaNetz durch neue Standorte und Frequenzen erneut eine deutliche Verbesserung in der Netzabdeckung spüren”, verspricht Paul.

Beschwerden von Kunden will Drei einzeln prüfen (E-Mail an 3ServiceTeam@drei.at bzw. unter der Hotline 0660 30 30 30). “Sollte es in Einzelfällen zu einer massiven Empfangs-Verschlechterung für den Kunden kommen, werden individuelle Lösungen gefunden. Wir sehen uns alle Details an und versuchen gemeinsam mit dem Kunden schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Es können hier keine Pauschal-Aussagen getroffen werden”, sagt Paul. Wie eine solche “individuelle Lösung” aussehen könnte, ist derzeit unklar. Eine Lösungsmöglichkeit für jene, die heute keine Telefonate führen und SMS schicken können: Drei kann diese wieder für das A1-Netz freischalten.

futurezone-Leser Christoph etwa berichtet, dass ihn ein Drei-Techniker gesagt habe, dass er, wenn er unzufrieden sei, einen anderen Anbieter nehmen solle. Wenig später meldete sich ein Mitarbeiter mit der Bitte um einen Problembericht und dem Versprechen, dass man sich darum kümmern werde.

Keine Vorabinformation
Was viele betroffene Drei-Kunden auch aufregt, ist, dass sie nicht über die Umstellung im Vorfeld informiert wurden. “Der Start der Kooperation wurde seitens Drei durch eine Presseaussendung angekündigt. Da sich für den Großteil der Kunden keine Änderungen ergeben, wurde nicht die gesamte Kundenbasis proaktiv vorab informiert”, erklärt Drei-Sprecherin Paul. Der Umstellungsprozess sei sehr komplex und sei nicht nur schrittweise erfolgt, sondern sei auch immer wieder Anpassungen und terminlichen Änderungen unterlegen. “Die Kunden wurden nicht spezifisch über die einzelnen Schritte informiert, um Verunsicherung zu vermeiden. Wenn Kunden Probleme mit dem 3MegaNetz haben, kann dies die verschiedensten Ursachen haben”, so Paul.

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