Digital Life
03/04/2019

Drogen per Snapchat kaufen ist gefährlich, warnen Experten

Einer Studie zufolge gibt der Kauf von Drogen über Apps ein falsches Gefühl von Sicherheit.

Forscher von der Universität von London haben eine Studie unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt. Das Ziel war zu ergründen, warum Apps und soziale Netze zunehmend zum Erwerb von Drogen genutzt werden, berichtet BBC.

Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage mit 358 Personen. 76 Prozent der Befragten nutzen regelmäßig Snapchat, 21 Prozent Instagram. 288 Personen haben bereits Apps genutzt, um Drogen zu kaufen. 70 haben darüber nachgedacht. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 18 Jahre. Die meisten Teilnehmer stammen aus Großbritannien, Australien, Kanada und den USA. Mit 47 Personen wurden persönliche Interviews gemacht.

Freunde bevorzugt

Die Hauptquelle für Drogen sei immer noch das soziale Umfeld, also Freunde und Bekannte, so die Studie. Apps würden aber für immer mehr User die Bezugsquelle für Drogen werden. 79 Prozent gaben als Vorteil an, dass es über die App einfacher sei, den Kauf abzuwickeln. „Es ist sicherer, einfach und doppelt so schnell etwas über die App zu regeln, als wenn man telefonieren muss“, so Alex (27).

„Ich habe das Dark Net nie verstanden, über Apps geht es viel einfacher“, sagte Zach (22), den Forschern im Interview: „Viele Dealer in dieser Gegend handeln nur über Snapchat. Ohne die App müsste ich mich darauf verlassen auf der Straße oder in Clubs angesprochen zu werden.“

35 Prozent gaben als Vorteil an, dass sie über die Apps Drogen erwerben können, die sie vorher von lokalen Dealern nicht bekommen konnten. Ein weiterer Vorteil für die Teilnehmer der Studie sei, dass man mit Apps die Qualität und Sicherheit der Drogen vor dem Kauf feststellen könne. „Als ich das erste Mal Xanax über Snapchat gekauft habe, fühlte ich mich sicher, dass es nicht gestreckt ist. Der Dealer hat nämlich in seiner Story ein Video veröffentlicht, indem er versiegelte Packungen öffnete, bevor er das Xanax verkauft hat.“

Große Bedenken

Laut den Forschern sind viele Jugendliche nicht ausreichend informiert. Sie glauben, dass die Kommunikation über Messenger-Apps sicher sei und sie so nicht von der Polizei geschnappt werden können.

Videos der Dealer, die die Drogen selbst ausprobieren oder testen, würden ebenfalls ein falsches Gefühl der Sicherheit geben. Die Konsumenten dürfen nicht vergessen, dass sie unbekannte Substanzen von Fremden kaufen. Nur weil man mit ihnen über Snapchat wie mit Freunden redet, seien sie nach lange nicht Freunde.