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Digital Life
04/30/2019

Facebook verpasst sich neues Design

Der blaue Balken verschwindet, Stories und Gruppen werden prominenter und die Dating-Funktion erreicht 14 weitere Länder.

Im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook ein umfassendes Redesign angekündigt. Die Facebook-Webseite sowie die Facebook-App werden künftig nicht mehr von dem blauen Balken ganz oben geprägt sein. Stattdessen erhält der Auftritt des Social Networks einen Look, der mehr an seine Messenger-App erinnert. Den obersten Punkt des News Feed werden künftig Stories von Freunden bilden. Gruppen werden prominenter platziert und direkter zugänglich, wie Business Insider berichtet.

Neue Funktionen

In der Facebook-App werden Nutzer künftig eine neue Funktion namens "Meet new Friends" entdecken. Dabei werden einem Profile vorgeschlagen, die Gemeinsamkeiten mit den eigenen persönlichen Angaben (etwa Arbeitsplatz oder Interessen) oder Gruppenmitgliedschaften aufweisen.

Aber auch auf nonplatonischer Ebene weitet Facebook seine Funktionalität aus. Facebook-Dating erreicht 14 neue Länder (insgesamt nun 19), vor allem in Südostasien und Lateinamerika. Die Dating-Sparte erhält die neue Funktion "Secret Crush". Im Tinder-Stil soll man dabei erfahren, welcher der eigenen Freunde im Netzwerk gerne ebenso wie man selbst mehr als Freund wäre. Nutzer können neun Kontakte auswählen. Wird man von einem dieser Kontakte ebenso gewählt, erfahren beide Nutzer von ihrem "Match".

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Vertrauen schaffen

Wie die Washington Post berichtet, war der Auftakt der F8 von der Bemühung des Unternehmens geprägt, Facebook wieder als innovatives soziales Netzwerk, aber mit neuem verstärkten Fokus auf Privatsphäre und Datenschutz darzustellen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ging es weniger darum, durch Skandale aufgerissene Mängel zu beheben, sondern darum, neues Vertrauen zu schaffen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg meint dazu: "In den nächsten fünf bis zehn Jahren wollen wir private Plattformen mit der Reichhaltigkeit schaffen, die öffentliche Plattformen besitzen. Das muss mit etwas anderer Infrastruktur, anderen Regeln und zu einem gewissen Grad auch anderen Werten erreicht werden."

Microtargeting abdrehen

Das Unternehmen wolle dabei vorsichtiger als bisher vorgehen. Dingen wie privaten Gruppen und Verschlüsselung werde künftig größerer Wert beigemessen. Angeblich überlegt Zuckerberg sogar, das so genannte Microtargeting, also gezielte Ansprechen von Facebook-Nutzern für politische Zwecke, komplett abzudrehen.