Digital Life
29.12.2017

Geplante Obsoleszenz: Frankreich ermittelt gegen Epson

Epson wird vorgeworfen, dass Druckerpatronen als leer angezeigt werden und der Druck blockiert wird, obwohl noch Tinte vorhanden ist.

Die französische Justiz prüft, ob der Druckerhersteller Epson die Lebenszeit von Produkten absichtlich verkürzt hat. Die Staatsanwaltschaft des Pariser Vororts Nanterre leitete Vorermittlungen wegen Täuschung und "geplanter Obsoleszenz" ein, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag meldete.

Mit diesem Begriff sind Strategien gemeint, um die Lebensdauer von Produkten absichtlich zu verkürzen und somit mehr zu verkaufen. In Frankreich steht dies seit 2015 unter Strafe. Ein französischer Verein zeigte deswegen am Mittwoch auch den Smartphone-Giganten Apple an.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft zu Epson geht ebenfalls auf eine Anzeige der Organisation Halte a l'obsolescence programmee (Hop) zurück. Sie hatte dem Hersteller unter anderem vorgeworfen, dass Epson-Drucker Patronen als leer anzeigten und den Druck blockierten, obwohl noch Tinte vorhanden sei.

"Epson weist die Behauptung vollständig zurück, dass seine Produkte programmiert seien, nach einer gewissen Zeit nicht mehr zu funktionieren", teilte das japanische Unternehmenauf Anfrage mit. Es lege großen Wert auf Qualität, und seine Produkte seien unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Nutzer gestaltet.

Langsame iPhones

In der Anzeige gegen Apple erhebt Hop den Vorwurf, dass alte iPhone-Modelle bewusst verlangsamt würden, um Kunden damit zum Kauf neuer Modelle zu bewegen. Apple hatte eine solche Absicht stets dementiert, räumte aber jüngst ein, dass die Leistung von Geräten mit abgenutzten Batterien unter Umständen gedrosselt werden kann, um Abschaltungen zu vermeiden.

Neben der Klage in Frankreich wurden auch mehrere Klagen in den USA eingereicht. Eine Klägerin fordert im Zuge einer Sammelklage gar einen Schadenersatz in der Höhe von 999 Milliarden US-Dollar. In Frankreich kann die absichtliche Verkürzung der Lebenszeit von Produkten mit zwei Jahren Gefängnis geahndet werden, zudem sind Geldstrafen von bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes möglich.