Digital Life
29.12.2017

Langsame iPhones: Apple-Manager droht Haft in Frankreich

In Frankreich steht geplante Obsoleszenz seit 2015 unter Strafe. Dieses Gesetz könnte Apple nach der aktiven Drosselung seiner iPhones nun zum Verhängnis werden.

Die französische Konsumentenschutzorganisation HOP (Halte à l’Obsolescence Programmée – Stopp der geplanten Obsoleszenz) hat Klage gegen Apple eingereicht. HOP wirft Apple vor, dass man mit der aktiven Drosselung älterer iPhone-Modelle gegen geltende Gesetze verstoße. Frankreich hat in einem 2015 beschlossenen Gesetz die sogenannte „geplante Obsoleszenz“ verboten. Dabei sehen Hersteller Sollbruchstellen in ihren Produkten vor, die die Lebensdauer von Produkten künstlich verkürzen. Einem Unternehmen drohen bei Verstoß gegen dieses Gesetz bis zu zwei Jahre Haft, Geldstrafen bis zu 300.000 Euro sowie Strafzahlungen in der Höhe von bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes.

Apple gab kürzlich zu, dass mit dem neuen Mobil-Betriebssystem iOS 11 die CPU-Leistung älterer Geräte gedrosselt wird. So soll verhindert werden, dass die Laufzeit der Geräte trotz abnehmender Akkukapazität abnimmt. Zudem werden Probleme, wie eine plötzliche Abschaltung des Geräts bei Kälte, damit behoben. Doch zahlreiche Benutzer beklagen sich, dass ihre iPhones dadurch fast nicht mehr verwendbar sind. Als Ersatz bietet man mittlerweile Rabatt auf den Akkutausch an. „Alles ist darauf ausgerichtet, dass sich Konsumenten ein neues Smartphone kaufen müssen“, sagt Laetitia Vasseur, eine der Gründerinnen von HOP. „Wenn der Preis für ein neues Gerät 1200 Euro beträgt und damit höher als der SMIC (Anm.: französischer Mindestlohn) ist, sind diese Praktiken unakzeptabel und müssen bestraft werden.“

Neben der Klage in Frankreich wurden auch mehrere Klagen in den USA eingereicht. Eine Klägerin fordert im Zuge einer Sammelklage gar einen Schadenersatz in der Höhe von 999 Milliarden US-Dollar.