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Digital Life
11/28/2019

Jeff Bezos spendet 100 Millionen und wird scharf kritisiert

Der reichste Mann der Welt stellt sich als Wohltäter hin und wird dafür scharf kritisiert. Amazon soll endlich seine Steuern zahlen, so ein Kritikpunkt.

Jeff Bezos, Amazon-CEO und der reichste Mann der Welt hat angekündigt, rund 100 Millionen Dollar an Obdachlose spenden zu wollen. Die Millionenspende soll an insgesamt 32 Obdachlosenorganisationen gehen und zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit verwendet werden. 

Für seine angekündigte Spende wird Bezos scharf kritisiert: "Zahl deine Steuern", lässt ihm etwa der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn ausrichten. Zahlreiche weiter Nutzer äußern ebenso ihren Unmut an Bezos Wohltäterschaft.

Twitter-User rechnen vor

Dabei richtet sich die Kritik nicht an die Spende per se, sondern vielmehr an die Art und Weise wie sich Bezos dadurch inszeniert und sich quasi als Wohltäter feiern lässt. Corbyn hat ausgerechnet, dass die Spende gerade einmal 0,09 Prozent von Bezos' aktuellem Vermögen ausmache.

Für jemanden der ein Jahresgehalt von 50.000 Euro hat, würde die Höhe einer solchen Spende nicht mehr als 45 Euro ausmachen, rechnen andere Twitter-User vor. Welche wohltätigen Projekte und sozialen Maßnahmen die einzelnen Staaten mit den entgangenen Steuern hätten ergreifen können, fragen sich wieder andere.

Steuervermeidung von Amazon

Der Online-Händler Amazon steht wegen seiner niedrigen Steuerleistung immer wieder in der Kritik. Durch Steuervorteile und Steuervermeidungspraktiken zahlt der Konzern kaum bis vergleichsweise wenig Steuern auf seine Riesengewinne. 2018 hatte Amazon in Frankreich gut 200 Millionen Euro an Steuern nachzahlen müssen.

Auch wegen der Arbeitsbedingungen hagelt es immer wieder Kritik an Amazon. Gerade in der Vorweihnachtszeit werden regelmäßig Amazon-Standorte bestreikt, um auf die Situation der Amazon-Arbeiter aufmerksam zu machen.