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Digital Life

Kaufhaus Österreich wird zur Info-Plattform für Firmen umgebaut

Die Plattform Kaufhaus Österreich wird in seiner jetzigen Form nicht weitergeführt. Das teilte das Bundesministerium für Digitales und Wirtschaftsstandort (BMDW) der futurezone auf Anfrage mit. Die Datenbank, in der die Online-Shops heimischer Einzelhändler gelistet sind, soll nur noch als interne Plattform zur Unterstützung von Firmen weitergeführt werden.

Im Gespräch mit dem Kurier räumte Digitalisierungs-Ministerin Margarete Schramböck (ÖVP) Fehler ein: "Ja, die Suchfunktion war schlecht, daher werden wir sie abdrehen". Man wolle den "Schwerpunkt auf die Plattform als integrierender Bestandteil einer umfassenden E-Commerce-Strategie für Unternehmen, insbesondere KMU" legen, heißt es etwas schwammig aus dem BMDW. Die Plattform solle "als qualitätsgesicherte Basisinfrastruktur für Online-Shops weiterhin einen Beitrag zur Stärkung von E-Commerce in Österreich leisten".

Tutorials für Händler

Schramböck spezifiziert: Die Plattform soll Händlern Tutorials dazu liefern, wie sie ihr E-Commerce-Geschäft ankurbeln können. Dazu wird das Projekt von Wirtschafsministerium und der Wirtschaftskammer Österreich nun an die Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) übergeben.

Die im November gestartete Plattform sollte Nutzern dabei helfen, bei heimischen Einzelhändlern zu bestellen. Statt über Online-Shops aus dem Ausland zu bestellen, sollten User einfach und übersichtlich bei österreichischen Geschäften online einkaufen können.

Spott und Kritik

Allerdings funktionierte die Produktsuche nicht, was für viel Kritik und Spott sorgte. So teilten Nutzer ihre Erfahrungen über soziale Medien, etwa dass die Suche nach "iPhone" nur ein Ergebnis, "kukiphone" lieferte. "Es war nie das Ziel, Amazon nachzubauen", verteidigte Schramböck in einer Pressekonferenz die gescheiterte Suchfunktion. Das sei in 6 Wochen gar nicht möglich.

1,26 Milliionen Euro Kosten

Laut Schrammböck habe die Plattform seit ihrem Start etwa 12 Millionen Aufrufe verzeichnet. Insgesamt seien 3.000 Firmen vertreten. Aufgrund der mangelhaften Funktionalität wurden aber auch die vergleichsweise hohen Kosten kritisiert. Die ursprünglichen Kosten von ungefähr 600.000 Euro sind laut Angaben des Wirtschaftsministeriums inzwischen auf 1,26 Millionen Euro angestiegen. Diese fielen für Technikkosten wie die Wartung sowie eine umfangreiche Info-Kampagne an. 70 Prozent der Kosten würden auch bei der neuen Plattform aufgehen, die restlichen 30 Prozent würden eine Förderung der teilnehmenden Firmen bedeuten, sagte Schramböck.

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