Digital Life
26.08.2018

KSI vs. Logan Paul: 2 Millionen Zuschauer bei YouTuber-Boxkampf

Fast 800.000 Menschen bezahlten acht Euro für den kostenpflichtigen Stream, illegale Übertragungen dominierten jedoch.

Ein Boxkampf zwischen zwei Youtube-Stars hat am Samstag fast zwei Millionen Zuschauer an die Bildschirme gelockt. Neben den rund 15 000 Zuschauern in der Manchester-Arena verfolgten mehr als 773.000 Menschen den Kampf zwischen dem US-Amerikaner Logan Paul (23) und dem Briten Olajide William (25), genannt KSI, per Youtube-Livestream.

Abseits des offiziellen Livestreams, der kostenpflichtig war, verfolgten rund 1,2 Millionen Zuschauer das Event über die Konkurrenzplattform Twitch. Obwohl die Amazon-Tochter üblicherweise relativ rigoros gegen illegale Übertragungen vorgeht, war man offenbar der Flut an Streams nicht gewachsen. Einzelne Übertragungen zählten dort über 400.000 Zuschauer, neue Streams tauchten im Minutentakt auf.

Der Kampf der beiden Amateur-Boxer wurde als „größter Internet-Event der Geschichte“ beworben. Sie trennten sich nach sechs Runden mit einem Unentschieden. Über einen Sieger dürfte demnach im Rahmen des Rückkampfes entschieden werden, der Anfang Februar in Los Angeles stattfinden soll. Der Rückkampf wurde bereits vor dem Kampf in London fixiert.

Hohe Einnahmen

Gemeinsam haben die beiden rund 37 Millionen Abonnenten auf Youtube. Mit ihren Musik- und Klamauk-Clips auf der Video-Plattform sind sie längst reich geworden. Vor dem Kampf hatten sie sich wochenlang gegenseitig in ihren Videos mit Schmähungen überhäuft. Dass sie nun in echt die Fäuste fliegen ließen, dürften die Kassen der Internet-Stars klingeln lassen: Jeder Zuschauer am Bildschirm musste acht Euro bezahlen, um den Kampf sehen zu können.

Beide Stars sind nicht unumstritten. Logan Paul sorgte Anfang des Jahres für einen Aufschrei, als er die Leiche eines Menschen, der Selbstmord begangen hatte, in einem seiner Videos zeigte. KSI war mehrmals wegen angeblich sexistischer Äußerungen in der Kritik. Auch der Event wurde von Profi-Boxern sowie dem britischen Box-Verband im Vorfeld kritisiert.