Digital Life
20.11.2018

Leistungsschutzrecht: Google denkt über Aus für Google News nach

Ein hochrangiger Google-Manager will nicht ausschließen, dass Google News abgedreht werden könnte, falls das Leistungsschutzrecht in der EU umgesetzt wird.

Es sei zwar nicht wünschenswert, Dienste abzudrehen, Google sei aber über die Bestrebungen der EU ein Leistungsschutzrecht einzuführen tief besorgt, wird der für Google News zuständige Google Manager Richard Gingras vom „Guardian“ zitiert. Die EU will mit in ihrer Urheberrechtsreform, die derzeit zwischen Parlament, Rat und Mitgliedsstaaten verhandelt wird, ein solches Leistungsschutzrecht einführen. Damit wäre das Anzeigen von kurzen Text-Snippets für Aggregatoren wie Google News vergütungspflichtig.

Noch keine Entscheidung

Gingras sagte zum „Guardian“, dass die Zukunft von Google News von der Ausgestaltung der Regelung abhängig sein könnte. Solange keine endgültige Version vorliege, wolle man aber keine Entscheidung treffen, sagte der Google-Manager weiter.

Gingras verwies auch auf Spanien, wo ein solches Leistungsschutzrecht 2014 eingeführt wurde. Google machte Google News darauf hin für spanische Nutzer dicht. Das habe bei Spanischen Nachrichtenseiten zu empfindlichen Einbußen geführt, sagte Gingras. Auch in Deutschland, wo ein Leistungsschutzrecht 2013 eingeführt wurde, brachte es nicht den gewünschten Effekt.

Gingras verwies darauf, dass es auf Google News keine Werbung gebe, der Konzern also mit dem Dienst kein Geld verdiene. Er räumte aber ein, dass Google News dazu beitrage, dass Nutzer länger auf Google-Seiten bleiben würden.