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Digital Life
06/12/2019

Österreich: Junge nutzen Social Media als Hauptnachrichtenquelle

Zwei Drittel der 18-bis 24-Jährigen informieren sich hauptsächlich über Facebook, WhatsApp und YouTube. Ältere nutzen traditionelle Medien weiterhin stark.

Für 18- bis 24-jährige sind Social Media in Österreich die am häufigsten verwendete Nachrichtenquelle. Das geht aus der Österreich Auswertung des Reuters Institute Digital News Report hervor. 67,3 Prozent der Befragten in der Altersgruppe gaben an hauptsächlich Facebook, WhatsApp und YouTube zu verwenden, um sich zu informieren. Der Anteil aller Befragten, der Social Media als Hauptnachrichtenquelle bezeichnet, beträgt 10,5 Prozent.

Die traditionellen Medien werden aber weiterhin stark genutzt: Die beiden beliebtesten Nachrichtenquellen sind nach wie vor TV-Nachrichtenprogramme (64,7 Prozent) und gedruckte Zeitungen (53,5 Prozent).

Nachrichtenaffinität steigt

Generell steigt die Nachrichtenaffinität der Österreicher: Ein Viertel kann als „Nachrichten-Enthusiasten“ bezeichnet werden. Sie sind an Nachrichten äußerst interessiert und konsumieren sie mindestens sechs Mal pro Tag. 62,5 Prozent der Befragten sind laut der Studie „Schlagzeilen-Folger“, die großes Interesse zeigen und bis zu fünf Mal täglich Nachrichten nutzen. Der Anteil der Gelegenheitsnutzer ist im Gegenzug rückläufig (12,5 Prozent; 2018: 28,8 Prozent).

Vertrauen leicht gesunken

Das Vertrauen der Österreicher in Nachrichten ist allerdings zum zweiten Jahr in Folge leicht gesunken. 2019 gaben nur noch 38,7 Prozent der Befragten an, den Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen (2018: 40,7 Prozent).

Zahlungsbereitschaft bleibt gering

Auch die Bereitschaft, für Nachrichten-Content zu zahlen, steigt nur langsam. Nur 9,1 Prozent der Befragten gaben an, in der vergangenen Woche für Online-Nachrichten bezahlt zu haben (2018: 8,5 Prozent).

Erstmals wurde auch die Qualität des Nachrichtenangebots in Österreich abgefragt. Demnach sehen 65,7 Prozent die Aktualität gegeben; auch, dass die Medien einen Beitrag zum Verständnis leisten, sehen 42,9 Prozent. Allerdings halten 17,6 Prozent die Themen nicht für relevant.

Basis der Studie ist eine Befragung von rund 2.000 Österreichern, die zumindest einmal im Monat Nachrichten konsumieren (Befragungszeitraum Jänner/Februar 2019). Für die Auswertung und Analyse zeichnete ein Wissenschafter-Team der Universität Salzburg (Fachbereich Kommunikationswissenschaft) verantwortlich.