Digital Life
11.08.2017

Sexismusvorwürfe: Google sagt Town-Hall-Meeting ab

Eine Mitarbeiterversammlung aufgrund des sexistischen Memos eines Mitarbeiters wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken kurzfristig gestrichen.

Google kommt aufgrund der Causa rund um ein sexistisches Memo nicht zur Ruhe. Nachdem der Mitarbeiter wegen des umstrittenen Schreibens gekündigt wurde, setzte Google-Chef Sundar Pichai ein Town-Hall-Meeting an, bei dem das Thema Sexismus diskutiert werden hätte sollen. Nun wurde dieses Meeting jedoch abgesagt, wie Recode berichtet.

Die Absage kam von Pichai persönlich, als Grund werden Sicherheitsbedenken genannt. Demnach seien einige Mitarbeiter online schikaniert worden, als sie sich zu der Sachlage geäußert haben. Aus diesem Grund hätten viele Angestellte auch Angst, sich öffentlich zu Wort zu melden.

James Damore, der Autor des Memos, will gegen die Kündigung rechtlich vorgehen und ist unter anderem mit einem Auftritt bei dem als Alt-Right eingestuften YouTuber Stefan Molyneux aufgefallen. Außerdem änderte er am Donnerstag sein Twitter-Profilbild auf ein Foto, wo er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Goolag“ trägt.

Sammelklage

Der Konzern hat zwischenzeitlich auch an anderen Fronten mit Sexismusvorwürfen zu kämpfen. So wollen über 60 aktuelle und frühere Google-Mitarbeiterinnen aufgrund von Ungleichbehandlung klagen. So seien sie schlechter bezahlt worden als ihre männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen. Auch die Aufstiegschancen würden aufgrund einer „frauenfeindlichen Unternehmenskultur“ leiden. Google lehnte die Vorwürfe ab und sprach von einer völlig geschlechtsneutralen Unternehmenspolitik.