Digital Life
03.12.2018

Tumblr löscht sämtliche Porno- und Sexinhalte

Freizügige Fotos und Videos sind ab 17. Dezember 2018 auf Tumblr Tabu. Die Blog-Plattform wird alle Pornoinhalte löschen.

Wer die Blogging-Plattform nutzte, um Porno-Inhalte und andere freizügige Darstellungen anzusehen, muss sich schon bald eine neue Plattform suchen. Wie Tumblr am Montag mitteilte, werden sämtliche anzügliche Fotos und Videos ab 17. Dezember automatisch gelöscht. Die Plattform gibt Betreibern von Blogs, die sich auf Erwachseneninhalte spezialisiert haben, können ihre Inhalte exportieren. Auf der Plattform selbst ist Nacktheit künftig bis auf wenige Aufnahmen Tabu.

Keine Brüste, keine Illustrationen

Die Darstellung von Genitalien und Brüsten ist ebenso verboten wie das Zeigen expliziter Illustrationen. Erotische Texte dürfen vorerst bleiben, ebenso wie Darstellungen von nackten Kunststatuen und stillende Mütter. Tumblr weist aber darauf hin, dass es im Zuge der groß angelegten Löschung durch einen Algorithmus zu Fehlern kommen könne. User können folglich beeinspruchen, wenn Inhalte ungerechtfertigt gelöscht wurden. Facebook lässt grüßen.

Mit dem drastischen Schritt reagiert Tumblr darauf, dass die App aus dem Apple App Store flog, weil angeblich darüber kinderpornografische Inhalte gepostet wurden. In weiterer Folge begann Tumblr zahlreiche Blogs zu löschen. Bis heute ist nicht ganz klar, ob Apple die Tumblr-App entfernte oder die Plattform selbst vorsorglichreagierte. Mancherorts wird auch spekuliert, dass Tumblr den angeblichen Vorfall nur vorschob, um dann seine Erwachseneninhalte loszuwerden.

Lange Zeit geduldet

Der Umgang von Tumblr mit pornographischem Material war seit jeher widersprüchlich. Lange Zeit wurden die diversen Communities und Blogger still geduldet, welche die Plattform für diese Zwecke nutzten. Später folgten Mechanismen, mit denen deratige Erwachsenen-Blogs durch einen Safe Mode und veränderte Suchalgorithmen von der breiten Masse abgeschirmt werden konnten. Nach der Übernahme von Tumblr durch die Verizon-Tochterfirma Oath ist damit nun endgültig Schluss.