Als USB-Stick getarnter Sprengsatz verletzt einen Journalisten

Als USB-Stick getarnter Sprengsatz verletzt einen Journalisten

© pexels / karolina grabowska

Digital Life

Angriff auf Journalisten mit explosiven USB-Sticks

Was früher Briefbomben waren, sind heute offenbar explosive USB-Sticks. In Ecuador haben mindestens 5 Rundfunkjournalist*innen einen solchen, als USB-Stick getarnten Sprengsatz zugesandt bekommen.

Ein Journalist hat den Stick an seinen Computer angeschlossen, woraufhin der Sprengsatz explodierte. Verletzungen an den Händen und am Gesicht waren die Folge. Ein weiterer USB-Stick wurde mithilfe eines Adapterkabels angesteckt und explodierte nicht. Weitere Sprengsätze konnten rechtzeitig abgefangen werden.

Sprengstoff RDX verwendet

Laut Polizeiangaben enthielt der USB-Stick den militärischen Sprengstoff RDX. Glücklicherweise ist beim Anstecken des USB-Sticks nur die Hälfte der Ladung explodiert, was den Journalisten wohl vor schwereren oder sogar tödlichen Verletzungen bewahrt hatte.

Der RDX-Sprengstoff gilt mit einer Detonationsgeschwindigkeit von ungefähr 8.400 Meter pro Sekunde als besonders leistungsfähig. Schwarzpulver hat beispielsweise lediglich 300 bis 600 Meter pro Sekunde. Verglichen mit TNT hat RDX eine 1,5-mal höhere Sprengkraft. Schwarzpulver kommt beim TNT-Äquivalenten auf 0,25 bis 0,4, Dynamit auf 0,8 und C4 auf 1,35.

RDX kam häufig im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz und war auch einer der ersten Plastiksprengstoffe. Er kommt noch heute in Mischungen mit anderen Substanzen als militärischer Sprengstoff zum Einsatz. Im zivilen Bereich werden damit Gebäude kontrolliert abgerissen. RDX wurde auch schon häufiger für Verbrechen und Terroranschläge genutzt.

Angriff auf Journalist*innen

Wer hinter den explosiven USB-Sticks steckt, ist noch unklar. Der ecuadorianische Innenminister Juan Zapata bezeichnete die Zusendungen als "eine absolut klare Botschaft, Journalisten zum Schweigen zu bringen". In einem Statement verteilte die ecuadorianische Regierung "jede Form der Gewalt gegen Journalisten und Medienhäuser". Jeder Versuch, Journalisten einzuschüchtern, sei "abstoßend".

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