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Digital Life
07/27/2019

Verhunztes Ende von Game of Thrones: HBO nimmt endlich Stellung

Der US-Sender antwortet erstmals den 1,7 Millionen Fans, die eine Petition für eine Neuverfilmung unterzeichnet haben.

Holprige Drehbücher und schlecht umgesetzte Entwicklungen der Hauptcharaktere: Die finale Staffel von Game of Thrones wird wohl oder übel als eine der größten Enttäuschungen in die TV-Geschichte eingehen. Während die Serie von Staffel eins bis sieben sowohl bei Kritikern und Zusehern auf hohe Zustimmungswerte kam, stürzte Staffel 8 komplett ab.

Schon 1,7 Millionen Unterzeichner

In einer Petition, die mittlerweile von 1,7 Millionen Menschen unterzeichnet wurden, forderten Fans den US-Sender HBO sogar auf, die letzte Staffel mit kompetenteren Autoren neu zu verfilmen. Bisher hatte der Sender eisern zu den Vorwürfen geschwiegen, nun äußerte sich der Programmchef Casey Bloys erstmals hinsichtlich der Petition. Die Unterzeichner dürften von der Antwort wenig begeistert sein.

"Es gibt sehr wenige Nachteile, wenn man eine enorm beliebte Serie im Programm hat. Eines was mir dabei einfällt ist: Wenn man die Serie beenden will, gibt es sehr viele Leute, die ganz feste Vorstellungen davon haben, wie es enden soll", wird Bloys von Variety zitiert. "Die Petition zeigt viel Enthusiasmus und Passion für die Serie, aber die Forderungen sind nicht etwas, was wir ernsthaft ins Auge gefasst hätten."

Mit der Antwort wich der HBO-Manager allerdings den in der Petition geäußerten Kritikpunkten aus. Denn in dieser werden ja nicht das inhaltliche Ende per se bzw. bestimmte Charakterzüge und Entscheidungen von Hauptfiguren kritisiert, sondern dass die schlechten Drehbücher, Dialoge, aber auch der holprige Schnitt in manchen Episoden der Qualität der Geschichte, aber auch der TV-Serie einfach nicht gerecht wurden.

HBO schiebt Autoren die Schuld zu

Auffallend an den Aussagen von HBO ist allerdings auch, dass die kritisierten Showrunner und Autoren David Benioff und D.B. Weiss dezidiert nicht in Schutz genommen werden. Der Input von HBO hinsichtlich der finalen Staffel sei minimal gewesen. Nach so vielen Staffeln sei das die normale Vorgangsweise, dass der Sender eigentlich nicht mehr wirklich in die Produktion eingebunden sei. Man wisse ja, was einen erwarte, schob HBO-Manager Bloys sämtliche Verantwortung auf die beiden Serienmacher.

Inwiefern die in Ungnade gefallenen Benioff und Weiss ihr Image aufpolieren können, bleibt ungewiss. Auf Rotten Tomatoes etwa, wo alle früheren Staffeln Werte von über 80 Prozent Zustimmung aufweisen, hält die finale Season bei sagenhaft schlechten 33 Prozent. Auch häufen sich mittlerweile Bedenken von Star-Wars-Fans, da die beiden für künftige Filmproduktionen vorgesehen sind. Und auch Fans der geplanten Herr-der-Ringe-Serie warnen in entsprechenden Fan-Foren davor, dass die beiden mit dem Projekt in Verbindung kommen.