KLM aircrafts are seen on the tarmac at Schipol airport near Amsterdam
© REUTERS / YVES HERMAN

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Vulkanasche führt zu elfstündigem KLM-Flug nach Nirgendwo

Eigentlich hatte der KLM-Flug mit der Nummer 685 nach insgesamt rund elf Stunden Flugzeit in der mexikanischen Hauptstadt landen sollen. Stattdessen stiegen die Passagiere aber wieder auf ihrem Ausgangsflughafen Amsterdam-Schiphol aus. In der Luft waren sie dennoch elf Stunden. 

Wie aus den Flugdaten hervorgeht, die unter anderem auf Flightradar24 abrufbar sind, drehte die 747 über Kanada ab und flog wieder über den Atlantik zurück nach Europa

Grund für die ungewöhnliche Route war ein Vulkan. Die Aktivität des Vulkanes Popocatépetl nahe Mexiko-Stadt führte dazu, dass das Flugzeug nicht an seinem ursprünglichen Ziel landen konnte. Anstatt nun einen Ausweichflughafen anzusteuern, entschieden sich die Piloten gleich umzudrehen. 

Gründe

KLM nahm via Twitter zu den Beweggründen Stellung. Demnach wäre eine Landung in Kanada oder den USA aufgrund von Visa-Bestimmungen für die Passagiere problematisch gewesen. Außerdem befanden sich an Bord mehrere lebende Pferde. Bei einer Zwischenlandung auf einem Flughafen, der nicht darauf vorbereitet ist, hätte es demnach zu Problemen für die Tiere kommen können.

Auch andere logistische Gründe dürften bei der Entscheidung mitgespielt haben. So ist es für die Airline deutlich einfacher und günstiger, die Passagiere umzubuchen, wenn sie sich auf einem zentralen Hub anstelle eines abgelegenen Ausweichflughafens befinden.  

Vulkan als Gefahr

Vulkanausbrüche bzw. die daraus entstehenden Aschewolken können für Flugzeuge potenziell gefährliche Konsequenzen haben. So können die Triebwerke durch die Partikel beschädigt werden und ausfallen. Zwar schmelzen sie beim Eintritt in das Triebwerk zuerst in der Brennkammer, erstarren aber bei Kontakt mit kühleren Materialien. Dadurch wird der Luftstrom gestört.

Eine weitere Gefahr für Flugzeuge ist, dass Sensoren durch die Asche gestört werden oder sogar ausfallen können. Liefern jene den Piloten oder dem Computersystem anschließend inkorrekte Daten, könnte das ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen. 

Zu der bislang größten Beeinträchtigung des weltweiten Flugverkehrs führte 2010 der Ausbruch des Eyjafjallajökull. Abertausende Flüge wurden damals aus Sicherheitsbedenken gestrichen.

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