Ein schwarzes Bild soll Solidarität anlässlich des Blackout Tuesday symbolisieren

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Digital Life
06/02/2020

Warum viele Musiker heute schwarz posten

Als Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA veranstalten Musikschaffende den "Blackout Tuesday".

Der heutige Dienstag steht für Musikschaffende unter dem Zeichen des Protests. Durch verschiedene Aktionen soll Solidarität mit Opfern von Rassismus und Polizeigewalt bekundet werden. Unter Anführung des Hashtags #BlackoutTuesday erscheinen heute deshalb viele Postings auf Social Networks in Schwarz. Künstler wie die Rolling Stones, Billie Eilish oder Quincy Jones haben ihre Teilnahme daran bekundet.

Acht Minuten Sendepause

Wie CNN berichtet, stellen viele Aufnahmestudios, Produktionsfirmen und Labels ihre Arbeit für einen Tag ein, darunter Jam Recordings, Interscope, Sony Musik oder Columbia Records. Laut der BBC wird MTV eine achtminütige Sendepause einlegen - das ist die Zeit, die ein Polizist vergangene Woche auf dem Nacken von George Floyd kniete und diesen dadurch tötete.

Mehrere andere TV- und Radiosender werden sich der Aktion anschließen, darunter VH1, Comedy Central oder BBC Radio 1. Apple platziert auf den Startseiten seines iTunes Store und seines Streaming-Dienstes Apple Music folgende Aufschrift: "Dieser Moment ruft uns dazu auf, aufzustehen und uns gegen Rassismus und Ungerechtigkeit jeder Art auszusprechen." Spotify hat mehrere seiner beliebtesten Playlists mit schwarzem Titelbild versehen.

Traumatisierte Künstler

Sängerin Katy Perry kommentiert ein gepostetes schwarzes Bild so: "Ich hoffe, dass der #BlackoutTuesday uns allen (und speziell der Musikindustrie) eine Möglichkeit gibt, das was wir lernen, aufzunehmen und es am Mittwoch und jeden Tag darauf umzusetzen."

Wie das Rolling Stone Magazine berichtet, wurde der Blackout Tuesday von Jamila Thomas von Atlantic Records und ihrer ehemaligen Kollegin Brianna Agyemang initiiert. Bereits am Freitag verbreiteten sie den Hashtag #TheShowMustBePaused, mit dem ebenfalls Solidarität gegen Rassismus bekundet werden soll, und deklarierten den Dienstag zum Aktionstag. "Eure schwarzen Manager, Künstler und Kollegen sind ausgelaugt, traumatisiert, verletzt, verängstigt und wütend", schrieben die beiden Frauen in einer Stellungnahme an Kollegen aus der Musikindustrie.

Kritik

Die Organisatoren sind mit der Kritik konfrontiert, dass es keine klaren Anweisungen oder Aufforderungen an die gesamte Musikindustrie für den Blackout Tuesday gab. Entsprechend unterschiedlich gehen die großen Unternehmen mit dem Tag um. Während einige ihren Angestellten einen freien Tag zugestanden, riefen andere zur "Reflexion" über die Geschehnisse in den USA auf, fordern aber auch zu regulären Diensten auf. Wieder andere spenden Geld und veröffentlichen offzielle Stellungnahmen.

Von Joe Steinhardt, dem Besitzer von Don Giovanni Records, wird die Aktion als "ignorant und fehlgeleitet" bezeichnet. Ihm zufolge sollte die Musikindustrie nicht mit eigenständigen Aktionen einen Werbewert erzeugen, sondern sich bereits existierenden Initiativen wie "Black Lives Matter" anschließen: "Alle in ihren verdammten Büros sollten rausgehen, und das nicht mit ihrem Sony-Logo, sondern anonym. Es gibt gerade eine massive Bewegung im Land. Warum starten sie ihre eigene Bewegung mit Markenzeichen?"