Close up of schoolgirl using mobile phone in the classroom.

© Getty Images / skynesher/iStockphoto

Digital Life
12/15/2019

Wie schnell Elfjährige auf Instagram sexuell belästigt werden

Jugendschützer tarnten sich als Kind und posteten ein Foto auf Instagram. Die erste anzügliche Nachricht kam nach wenigen Sekunden.

Minderjährige können auf Social Networks sehr leicht zu Opfern von sexueller Belästigung werden. Dies bestätigt die Schilderung einer 37-jährigen Frau, die sich auf Instagram als 11-Jährige in Szene gesetzt und lediglich ein Foto gepostet hat. Die Frau mit dem Decknamen Sloane Ryan ist Teil eines Spezialteams des Unternehmens Bark, das sich dem aktiven Aufspüren von Triebtätern im Internet widmet.

Fake-Profil als Köder

In einem Artikel bei Medium erklärt Ryan, wie ein ganzes Team mit der Erstellung eines fiktiven Profils für Instagram beschäftigt ist. Vom Fotoshooting über Photoshop-Bildbearbeitung bis hin zum Erstellen eines (öffentlichen) Instagram-Profils und dem Beantworten von Anfragen ist der Prozess stets genau dokumentiert. Gemeinsam entworfen wurde ein elfjähriges Mädchen namens Bailey. Als Bailey ihr erstes Bild bei Instagram postet - sie lächelt darauf und schreibt im Text, dass sie sich auf eine kommende Party freue -, dauert es lediglich 52 Sekunden, bis sie ihre erste Direktnachricht erhält.

Nacktbilder

Innerhalb von zwei Stunden wird Bailey von 15 Personen kontaktiert. Bei allen handelt es sich um erwachsene Männer, die Baileys Schönheit bewundern und ihr Komplimente machen. Die daraufhin gestarteten Konversationen drehen sich auf Initiative von Baileys Gesprächspartnern innerhalb kürzester Zeit darum, sich gegenseitig Nacktbilder zukommen zu lassen. Der Anfang wird dabei oft mit Bildern von eregierten Penissen gemacht.

Videotelefonate

In einem weiteren Schritt versuchen viele der Gesprächspartner, Videotelefonate zu führen. Durch gedimmtes Licht verdeckt, führt Ryan als Bailey diese Videotelefonate auch. Innerhalb von zweieinhalb Stunden werden solcherart sieben Konversationen bestritten. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Bailey die Genitalien von 11 Männern gesehen. Innerhalb einer Woche zählt das Spezialteam rund um Ryan insgesamt 52 Männer, die Kontakt mit Bailey aufgenommen haben.

Verstörend und belastend

Wie Ryan schildert, war Bailey nicht die erste fiktive Minderjährige, mit der das Team auf Jagd nach Triebtätern auf Instagram ging. Zuvor war Ryan etwa in die Rollen der 14-jährigen Ava, der 15-jährigen Libby und der 16-jährigen Kait geschlüpft. Dennoch seien derartige Auftritte jedes Mal wieder extrem verstörend und belastend, meint Ryan.

Künstliche Intelligenz

Mit den Aktionen unter falscher Identität will das Team einerseits Aufklärungsarbeit betreiben, andererseits werden Daten über ausfindig gemachte Triebtäter auch an Behörden weitergegeben. Außerdem dienen Konversationen auf Instagram dazu, einen lernenden Algorithmus zu trainieren. Dieser wird vom Unternehmen Bark dafür eingesetzt, um Social-Media-Profile von derzeit 4,2 Millionen Kindern zu überwachen und vollautomatisiert Vorfälle wie sexuelle Belästigung, aber auch Mobbing zu melden.

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