CHINA-ECONOMY

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Netzpolitik

App-Angebot in China in 3 Jahren um 40 Prozent gesunken

China hat in den vergangenen Jahren das App-Angebot für die eigene Bevölkerung stark eingeschränkt. Dies geht aus Daten des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie hervor, wie die South China Morning Post (SCMP) berichtet. Im Jahr 2018 waren noch 4,52 Millionen Apps in den chinesischen App Stores verfügbar. Im Oktober 2021 waren es nur noch 2,78 Millionen. Das entspricht einem Rückgang um 38,5 Prozent.

Hartes Durchgreifen der Behörden

Der Rückgang ist einerseits auf eine Konsolidierung unter chinesischen Apps zurückzuführen. Große Player wie Tencent oder WeChat haben die Konkurrenz dezimiert. Andererseits gibt es ein wesentlich schärferes regulatorisches Vorgehen gegen Apps. Viele wurden vom Markt genommen, weil sie etwa neuen Datenschutzbestimmungen nicht mehr entsprechen.

Besonders dramatisch sei der Rückgang 2019 gewesen, schreibt die SCMP. Damals haben mehrere Behörden eine Kampagne gegen die illegale Sammlung persönlicher Daten gestartet. 850.000 Apps wurden im Zuge dessen von chinesischen App Stores gelöscht. Zwischen Dezember 2020 und Oktober 2021 gab es eine weitere deutliche Reduktion. 670.000 Apps wurden in diesem Zeitraum für chinesische Nutzer*innen gesperrt.

Pranger und Schikanen

App-Entwickler stoßen in China zunehmend auf ein sehr restriktives Umfeld. Das Ministerium für Informationstechnologie prangert regelmäßig Unternehmen öffentlich an, die gegen Auflagen zur Datenverwendung verstoßen. Außerdem können Unternehmen mit zusätzlichen Hürden rechnen, die einen Börsengang im Ausland abwickeln. Ein Beispiel ist der Fahrtendienst Didi Chuxing. Nach dessen Börsengang in New York im Juli 2021 ordnete die Cyberspace-Administration von China (CAC) etwa die Entfernung mehrerer Apps des Unternehmens aus den App Stores an.

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