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Netzpolitik
05/08/2019

Datenschützer warnt vor Einführung von Gesichtserkennung

Auch in Berlin wurde zuletzt ein System zur Gesichtserkennung getestet. Die Fehlerquoten seien aber nach wie vor zu hoch.

Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber warnt vor einem flächendeckenden Einsatz der biometrischen Gesichtserkennung, die zuletzt am Berliner Bahnhof Südkreuz getestet worden war.

"Nach dem Testbetrieb (...) habe ich erhebliche Zweifel, ob es sinnvoll ist und datenschutzrechtlich überhaupt unbedenklich, eine solche biometrische Videoerkennung flächendeckend einzuführen", sagte er am Mittwoch in Berlin. Die Fehlerquoten seien nach wie vor hoch. Immer wieder gibt es Berichte über Gesichtserkennungssystemen, die Personen fälschlicherweise als Verbrecher einstufen.

"Wenn man diese Fehlerquoten auf einen flächendeckenden Betrieb umlegen würde, hätten wir eine sehr hohe Zahl von Menschen, die völlig unberechtigt polizeilichen Maßnahmen unterzogen würden." Zudem würden bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders belastet, was zu einer Diskriminierungsdebatte führen würde. In Österreich hat das Bundeskriminalamt kürzlich eine Software erworben, mit der in bestimmten Fällen Gesichtserkennung durchgeführt werden soll. Datenschützer und Politiker kritisierten den geplanten Einsatz jedoch scharf.