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Netzpolitik
03/28/2019

EU-Urheberrechtsreform: Julia Reda tritt aus Piratenpartei aus

Die wohl bekannteste Gegnerin der Urheberrechtsreform bittet darum, die Piratenpartei bei der Europawahl nicht zu wählen.

Julia Reda, die wohl bekannteste Kritikerin der EU-Urheberrechtsreform, tritt aus der Piratenpartei aus. Als Grund gibt die Abgeordnete des EU-Parlaments an, sie wolle damit gegen die Nominierung ihres früheren Büroleiters Gilles Bordelais für die Europawahl protestieren. Bordelais wurde in Deutschland von der Piratenpartei auf Listenplatz zwei gewählt. Reda kündigte Bordelais im Vorjahr, weil ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde. Der Beirat für Belästigung am Arbeitsplatz der Parlamentsverwaltung stufte laut Reda das Verhalten nach Untersuchungen ebenfalls als sexuelle Belästigung ein, Bordelais soll mehrere Frauen im Parlament bedrängt haben.

"Ohne Gilles hätten wir vielleicht gewonnen"

„Er hat unserer Arbeit gegen Artikel 13 wohl wie kein Anderer Schaden zugefügt“, so Reda. „Für Monate hat er alles getan, um Konsequenzen für sich selbst zu verhindern, aber mich und mein Team hat er damit viele, viele Stunden Arbeit gekostet, die wir im letzten Jahr nicht in die Urheberrechtsreform stecken konnten. Dank seinem Verhalten war mein Büro auch ein ganzes Jahr lang unterbesetzt. Am Ende war die Abstimmung zum Urheberrecht so knapp, dass ich denke, wäre Gilles nicht gewesen, dann hätten wir vielleicht gewonnen.“

Reda rät daher in einem auf Twitter und YouTube veröffentlichten Video auch davon ab, bei der kommenden Europawahl die Piratenpartei zu wählen. Stattdessen solle man eine andere Partei wählen, die sich gegen den Upload-Filter ausgesprochen hätte. „Für mich wäre das so ziemlich das Schlimmste, wenn am Ende der Mensch, der meiner Arbeit am meisten geschadet hat, von eurem Enthusiasmus und unserem Kampf gegen Artikel 13 profitiert und deshalb ins Parlament gewählt wird.“