Netzpolitik
24.08.2018

Österreich trödelt bei KI-Strategie

In Österreich bleibt künstliche Intelligenz bis auf Weiteres ein Füllwort im Regierungsprogramm.

Aus den Antworten der Minister Heinz Faßmann, Norbert Hofer und Margarete Schramböck auf eine parlamentarische Anfrage von Stephanie Cox (Liste Pilz) geht hervor, dass die Regierung noch keine Strategie für den Umgang mit dem Thema künstliche Intelligenz (KI) entwickelt hat. Im Regierungsprogramm kommt der Begriff KI zwar viermal vor, aber lediglich als Füllwort um Beispiele für neue Technologien zu nennen. Die Blockchain hat es in ähnlicher Kapazität ebenfalls in den Leitfaden von FPÖ und ÖVP geschafft.

Mit der Ausarbeitung einer umfassenden Strategie hat die Regierung bislang noch nicht begonnen. Laut der Anfragebeantwortung von Verkehrsminister Hofer soll mit der Entwicklung eines bundesweiten Koordinationsplans im Oktober 2018 begonnen werden. Im Frühjahr 2019 könnte das Papier dann fertig sein. Derzeit ist der 2017 gegründete "Rat für Robotik" damit beschäftigt, ein White Paper mit dem Titel "Die Zukunft Österreichs mit Robotik und AI positiv gestalten" zu erarbeiten, das als Grundlage dienen soll.

Die Anfrageninitiatorin Stephanie Cox kommentiert die Antworten der Regierung so: "Warum beschäftigt man sich mit 140 auf der Autobahn und fährt bei so wichtigen Themen im Schneckentempo? Österreich muss endlich in die Gänge kommen. Länder wie Frankreich, Italien, UK, China, Japan und viele mehr haben bereits AI-Strategien."

Andere gehen voran

Andere Länder sind mit ihren Bemühungen, die Erforschung und Monetarisierung von KI-Systemen voranzutreiben, bereits weiter als Österreich. China, Japan und Kanada haben seit 2017 Programme laufen, Italien und Frankreich seit Anfang 2018 und Deutschland und die EU wollen ihre Konzepte noch im Herbst präsentieren. In Österreich gibt es zwar Förderungen für vereinzelte Projekte mit KI-Bezug, etwa im Smart-City-Bereich, aber keinen Masterplan.

Viele Beobachter rechnen damit, dass künstliche Intelligenz für den nächsten großen wirtschaftlichen Boom sorgen wird. Die Analyse von Daten und die Möglichkeit, daraus Prognosen abzuleiten, soll demnach neue, profitable Unternehmen und ganze Wirtschaftszweige entstehen lassen (die futurezone berichtete hier). Andere Länder investieren schon seit längerem große Summen in die Erforschung der Technologie, allen voran die Riesenvolkswirtschaften China und USA. Aber auch Länder wie Kanada sind in der Forschung vorne mit dabei (auch das hat die futurezone geschrieben).