CORONA: BEGINN DER MASSENTESTS FÜR DIE BEVÖLKERUNG IN DER STEIERMARK

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Netzpolitik

Warum österreich-testet.at 188.000 Euro im Monat kostet

Dass die vom Gesundheitsministerium ins Leben gerufene Plattform österreich-testet.at nicht nur mehr als eine halbe Million Euro für die Erstellung und Implementierung kostete, sondern auch im laufenden Betrieb hohe Ausgaben von fast 190.000 Euro verursacht, sorgt nicht nur bei der Opposition für Kritik. Auch viele Bürger*innen fragen sich, warum die rudimentär aussehende Seite so teuer sein kann.

Plattform mit 60 Servern

Wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage der futurezone mitteilte, sei die für Bürger*innen sichtbare Anmeldeoberfläche nur ein ganz kleiner Teil der Plattform. Neben der Online-Anmeldung wickle das System auch die digitale Terminvergabe für das Testen ab, steuere die Kapazitätsplanung für über 600 Teststationen und verwalte auch die Registrierung in den Teststationen selbst.

Darüber hinaus würden damit die Testergebnisse digital erfasst, SMS- und E-Mailbenachrichtigungen des Ergebnisses an jede positiv getestete Persn gesendet und Ergebnisse auch ins epidemiologische Meldesystems des Bundes eingetragen. Da es sich bei all den Daten um sensible Informationen handle, werden diese sicher in A1-Rechenzentren gespeichert und verarbeitet.

"Anforderungen mit einer normalen Webseite nicht vergleichbar"

Margit Draxl | Sprecherin Gesundheitsministerium

Das Ministerium teilte zudem mit, dass für die hochverfügbare Plattform 60 Server, 1 Terabyte RAM, eine 10 Terabyte Datenbank und redundanter Parallelbetrieb an mehreren Standorten notwendig seien. "Diese Anforderungen sind mit einer normalen Webseite nicht zu vergleichen", sagte die Sprecherin des Ministeriums, Margit Draxl, zur futurezone. In der kurzen Zeit seit Launch seien 2 Millionen Tests über die Plattform abgewickelt worden. Pro Stunde werden etwa 30.000 Mails verschickt.

Alternative Angebote

Dass das nicht ausschreibepflichtige Angebot an A1 bzw. deren Tochterunternehmen World Direct vergeben wurde, rechtfertigt das Ministerium damit, dass das Unternehmen die technische Expertise, relevante Referenzprojekte und essenzielle Softwaremodule vorweisen konnte, die angesichts des enormen Zeitdrucks gefordert waren.

Vor der Auftragsvergabe habe man auch alternative Angebote eingeholt, darunter des Unternehmens Vertical-Life und von der Buchhaltungsagentur des Bundes. Diese seien, auch in Hinblick auf die Anbindung an bestehende Systeme noch nicht etabliert und hätten erst neu aufgebaut werden müssen.

Abschließend betont das Ministerium, dass die monatlichen Kosten auch in Anpassungen und die Weiterentwicklung der Plattform fließen. So werde derzeit etwa an einer einheitlichen Lösung für die Testnachweise in ganz Österreich mittels QR-Code gearbeitet. "Allein im Dezember und Jänner sind 3.700 Stunden Entwicklungszeit in das Projekt geschlossen", teilte das Ministerium mit.

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Martin Stepanek

martinjan

Erste Computer-Begegnung: Macintosh 128k (1984). Erster eigener Computer: Atari 520ST. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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