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Digital Life

Kaufhaus Österreich: Diese Firmen wirkten an der Plattform mit

Die gescheiterte Shopping-Plattform "Kaufhaus Österreich" (KHÖ) sorgt weiterhin für Aufsehen. Die für Nutzer gedachte Suchfunktion, über die eigentlich Online-Shops heimischer Händler gefunden werden sollen, wird abgedreht. Hinzu kommt, dass die Kosten für die Plattform von 600.000 Euro inzwischen auf 1,26 Millionen Euro angestiegen sind. Die NEOS hatten dazu bereits am 10. Dezember eine parlamentarische Anfrage gestellt und wollten unter anderem wissen, welche Unternehmen mit der Umsetzung des KHÖ beauftragt wurden. 

Nun ist die Antwort von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck da, sie liegt der futurezone vor. Darin heißt es, dass die BRZ GmbH und die LFZR GmbH mit der Umsetzung beauftragt wurden, die wiederum Subauftragnehmer anheuerten: "Bei der Plattform KHÖ wurden folgende Subauftragnehmer herangezogen: Accenture GmbH, Digitalberatung GmbH und hpc DUAL Österreich GmbH. Diese Unternehmen wurden aufgrund ihrer Erfahrung und Expertise im Hinblick auf die jeweiligen Teilaufgaben sowie der vorhandenen Möglichkeit zur Bereitstellung der notwendigen Ressourcen ausgewählt." 

Die Firma hpc DUAL will allerdings nichts mit dem Kaufhaus Österreich zu tun haben. "Wir waren zu keiner Zeit als Dienstleister beauftragt, weder bei der Umsetzung noch konzeptionell. Es gibt keinerlei Berührungspunkte mit dem Projekt Kaufhaus Österreich", sagt Josef Schneider, CEO von hpc DUAL der futurezone. Eine Anfrage der futurezone beim Wirtschaftsministerium dazu läuft momentan. 

Accenture bekommt große Regierungsaufträge

Eine Auswertung der SPÖ hatte 2020 ergeben, dass die Beratungsagentur Accenture mit den größten Regierungsaufträgen betreut wurde und dabei mehr als eine Million Euro verdiente. Von türkis geführten Ministerien flossen demnach 916.650 Euro an Accenture. Das berichtete der Standard. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz entwickelte Accenture auch die Stopp-Corona-App.

Parteien kritisieren hohen Kosten

NEOS-Digitalisierungssprecher Douglas Hoyos äußert scharfe Kritik an der Regierung: "Auch beim Kaufhaus Österreich zeigt sich: Diese Regierung ist einfach heillos überfordert, sie kann Krisenmanagement nicht, sie bringt kein einziges Prestigeprojekt ohne Probleme über die Bühne und scheitert bei der Digitalisierung auf allen Ebenen. Wir müssen dringend eine Regelung finden, dass PR-Projekte der ÖVP künftig nicht auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern gehen", heißt es in einem Statement gegenüber der futurezone.

SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter will eine Ministerklage prüfen lassen. Es sei "unfassbar, wie fahrlässig die Ministerin mit dem Geld der österreichischen Steuerzahler umgeht. Es muss geklärt werden, ob hier nicht ein Rechtsbruch vorliegt", hieß es in einer Aussendung. Von der SPÖ wurde ebenfalls am 10. Dezember eine parlamentarische Anfrage gestellt, die die Bedingungen der Umsetzung und Auftragsvergabe zum Kaufhaus Österreich genauer klären soll. In ihrer Antwort verweist die Ministerin auf die Beantwortung der NEOS-Anfrage. 

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction.

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