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07/01/2020

13 Tipps für den Staubsaugerroboter: So wird es richtig sauber

Um das Meiste aus dem Saugroboter herauszuholen, gibt es einiges zu beachten.

von Gregor Gruber

Nie wieder Staubsaugen! Das erhoffen sich viele, wenn sie in einen Staubsaugerroboter investieren. Einfach den Robo aus der Packung nehmen, den Startknopf drücken und sich zurücklehnen – das ist aber eine Wunschvorstellung.

Um Frust und Beschädigungen zu vermeiden, sollte man das Haus erst Staubsaugerroboter-sicher machen. Außerdem gibt es einige Tricks, mit denen die Reinigungsleistung der kleinen Helfer optimiert werden kann.

Ist mein Zuhause überhaupt für Roboter geeignet?

Bevor man den Saugroboter tatsächlich kauft, sollte man sich die Wohnsituation ansehen. Hat man in einem Haus etwa die Wohnfläche auf mehrere Stockwerke verteilt, muss man den Roboter hin- und hertragen. Außerdem sollte man dann ein höherpreisiges Modell wählen, das virtuelle Karten für mehrere Stockwerke erstellen kann.

In manchen Wohnungen gibt es hohe Türschwellen. Diese können verhindern, dass der Roboter alle Zimmer erreicht. Diese sollte man abmessen (von beiden Seiten!) und in den Herstellerangaben der Roboter schauen, ob diese Höhe überwunden werden kann. Oft geben Hersteller den Wert mit bis zu 2,5 Zentimeter an – in der Praxis ist es meist weniger. Will man trotzdem einen Roboter nutzen, kann man Türschwellenrampen anbringen.

Richtiges platzieren der Station

Die meisten Staubsaugerroboter haben eine Docking Station. Diese lädt den Akku des Robo auf. Einige hochpreisige Modelle, etwa von iRobot, haben eine Station mit Absaugfunktion für den Staubbehälter des Roboters. Die Stationen dienen den Robotern auch als Ausgangspunkt, um die Räume der Wohnung oder des Hauses zu erfassen.

Die Station sollte an einer geraden Wand stehen. Links und rechts neben der Station sollten idealerweise 50 Zentimeter Platz sein. Vor der Station sollten ein bis 1,5 Meter Platz sein. Der Saugroboter braucht nämlich Platz um zu Navigieren, damit er korrekt am Dock einparken kann. Beobachtet man den Robo dabei, sieht es bei einigen Modellen fast wie ein kleiner Tanz aus, der vor dem Andocken vollführt wird.

Man sollte die Docking Station nicht in einer Ecke oder hinter einem Vorsprung positionieren. Es ist zwar verlockend, dass der Roboter nicht ständig sichtbar ist. Aber wenn er dann jedes Mal nach dem Saugen ein paar Meter vor der Station stehen bleibt und verzweifelt um Hilfe piept, weil er nicht mehr nach Hause findet, ist das nervig.

Gefährliche Gegenstände wegräumen

Bevor man den Staubsaugerroboter losschickt, sollte man „nach Minen suchen“. Gemeint sind damit kleine, harte Gegenstände am Boden. Dies können etwa Schrauben sein, Legosteine oder etwas größere Kieselsteine, die durch die Schuhe ins Vorzimmer gekommen sind.

Im besten Fall werden solche Gegenstände eingesaugt. Je nach Radstand und Bauweise des Roboters, können diese Gegenstände die Achsen der Räder, Walzen und Bürsten beschädigen. Wenn es besonders blöd läuft, bleibt der Gegenstand so hängen, dass er vom Roboter mitgeschliffen wird und den Boden zerkratzt.

Weiche Gegenstände wegräumen

Ein Handtuch am Badezimmerboden, Schlapfen im Vorzimmer, Socken im Schlafzimmer oder ein achtlos in die Ecke geschmissenes T-Shirt: Diese weichen Gegenstände richten zwar keinen Schaden an, behindern den Robo aber bei der Arbeit.

In den meisten Fällen werden die Gegenstände eine Weile mitgeschliffen. Sollte sich so das Handtuch oder T-Shirt aber zusammenknüllen, erkennt es der Roboter möglicherweise als Hindernis und lässt den Bereich dahinter ungesaugt zurück. Bei kleinen Socken besteht die Möglichkeit, dass sie im Robo hängenbleiben und den Saugvorgang blockieren.

Lose Kabel sind Roboterfallen

Wenn man ohnehin schon längst den Kabelsalat beseitigen wollte, ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Denn lose Kabel können regelrechte Roboterfallen sein. Ein straffes Kabel am Boden kann von den meisten Modellen überrollt werden. Lose Kabel aber werden mitgeschliffen. Besonders problematisch sind Kabel, die von oben runterhängen, etwa bei einem Schreibtisch mit einem Computer. Hier bleibt der Roboter schnell hängen.

Besonders aufpassen muss man, wenn die Anschlüsse am Ende des Kabels dem Roboter im Weg liegen – wie etwa der USB-C-Stecker des Handy-Ladekabels. Kommt das unter den Saugroboter, kann es sich um die Walzen oder Räder wickeln. Der Roboter ist dann quasi an die Leine gelegt und bleibt stecken, außerdem kann der Anschluss verbogen und so unbrauchbar werden. Auch gefährlich: Boxenkabel von Surround-Lautsprechern. Liegen die lose an der Wand und werden vom Roboter mitgeschliffen, kann so die Box vom Regal gerissen werden.

Mögliche Lösungen: Mit Kabelbinder oder Kabelschläuchen die Kabel zu dickeren Strängen zusammenbinden und idealerweise dort hinlegen, wo sie den Roboter nicht blockieren. Man kann auch Kabelabdeckungen und Kabelboxen nutzen. Lautsprecherkabel kann man etwa an die Wand entlang legen und mit Heißkleber an der Sesselleiste befestigen.

Möbel mit Rollen, rollen

Obwohl die Staubsaugerroboter fast schon niedlich aussehen, haben einige ordentlich Power. In einem Test konnte der iRobot Roomba i7+ mit 3,5 Kilogramm Beladung an der Oberseite immer noch herumfahren und staubsaugen.

Diese Kraft wird manchmal falsch eingesetzt. Einige Modelle haben die Neigung, mit viel Wucht gegen Objekte zu stoßen. Möbel auf Rollen, wie etwa Beistelltische oder Minibars, werden dann durch die Gegend geschoben. Irgendwann knallen sie gegen andere Möbel und blockieren den Robo womöglich die Durchfahrt. Deshalb rollt man solche Möbel idealerweise in Ecken oder fixiert die Rollen.

Auch Türen können hier ein Problem werden. Der Robo schubst etwa eine offene Tür von der anderen Seite des Raumes an und sperrt sich so ein. Schwere, rutschfeste Türstopper lösen das Problem. Vorsicht bei Türkeilen: Je nach Art und Modell des Roboters, können diese verschoben werden und den Boden zerkratzen oder der Robo fährt darauf auf und bleibt hängen.

Roboter mögen kein Wasser

Die Staubsaugerroboter sind nicht wasserfest und deshalb auch nicht für den Außeneinsatz gedacht – etwa für die Terrasse oder den Balkon. Aber auch in Innenräumen gilt es, Wasser zu meiden.

Dazu gehört die Wasserschale des Haustiers. Auch Trinkgläser, die bis zum Rand gefüllt sind, und etwa am Beistelltisch stehen, können durch den Stoß des Roboters überschwappen. Ebenfalls sollte man den Roboter nicht fahren lassen, wenn der Boden im Badezimmer noch von der Morgendusche nass ist oder kurz zuvor der Boden gewischt wurde.

Der Teppich als Todfeind

Teppiche und Staubsaugerroboter werden in absehbarer Zeit keine Freunde werden. Schwere Teppiche mit kurzen Haaren, die flach am Boden liegen, sind für die meisten Roboter befahrbar. Lose oder zu leichte Teppiche verschieben sich aber und bilden so irgendwann eine Barriere.

Teppiche mit zu langen Haaren sind regelrechte Fallen. Oft schafft es der Roboter zwar hinauf – zumindest teilweise – bleibt dann aber stecken. Quasten können ebenfalls ein Problem darstellen. Diese wickeln sich um Räder oder Walzen des Roboters und halten ihn dann gefangen.

Das Licht anlassen

Staubsaugerroboter verwenden, je nach Modell, verschiedene Sensoren zur Navigation. Manche nutzen primär optische Sensoren und sind dementsprechend auf Licht angewiesen. Soll der Roboter etwa nachts (bitte vor 22 Uhr, damit sich die Nachbarn nicht ärgern) noch saugen, sollte man deshalb das Licht anlassen.

Untertags reicht meist das Licht, dass durch Fenster hereinfällt. Nutzt man komplett lichtundurchlässige Vorhänge oder Jalousien, sollte man diese zumindest ein bisschen öffnen.

Die Generalprobe

Ist das Zuhause vorbereitet, kann der erste Einsatz beginnen. Diesen sollte man als Generalprobe betrachten. Man sollte anwesend sein und sich die Zeit nehmen, dem Roboter zuzusehen. So erkennt man gleich, wo er Schwierigkeiten hat oder stecken bleibt und kann dann entsprechend vorsorgen.

Einige Staubsaugerroboter haben einen Modus eingebaut, in dem sie bei den ersten Reinigungsvorgängen eine virtuelle Karte erstellen. Hier sollte man den Anweisungen der App folgen, damit diese Karte möglichst genau wird. Meistens erlauben die Apps dann ein Nachbearbeiten der Karte und das Festlegen von Raumgrenzen. Auch das sollte man gewissenhaft machen. So kann man dann später den Roboter gezielt in die Zimmer schicken.

Barrieren aufbauen

Die meisten Staubsaugerroboter haben die Option, virtuelle Grenzen zu ziehen. Bei einigen Modellen sind dazu kleine Kästchen im Lieferumfang enthalten. Diese kann man aufstellen, um Bereiche zu markieren, die der Roboter nicht befahren soll. So kann man etwa verhindern, dass der Roboter jedes Mal die Futterschüssel der Katze herumschiebt oder unter Möbel fährt, unter denen er dann stecken bleibt.

Roboter mit App-Steuerung, die virtuelle Karten anlegen, bieten oft die Option, solche Grenzen oder Bereiche in der App festzulegen. Bei iRobot heißt das etwa „Schutzbereiche“, bei Xiaomi „Sperrzone“.

Zeitpläne festlegen, die App nutzen

Bei Robotern mit App-Unterstützung können Zeitpläne festgelegt werden. Das ist praktisch, wenn man nicht jeden Tag manuell den Roboter losschicken will. Allerdings sollte man dann nicht darauf vergessen, jeden Tag die oben genannten Schritte durchzuführen, also Gegenstände aus dem Weg räumen, Möbel und Türen fixieren, etc.

Einige Roboter bieten in den Apps zusätzliche Einstellungen. So kann etwa geregelt werden, wie gründlich gereinigt werden soll. Damit wird üblicherweise festgelegt, wie oft der Roboter dieselben Stellen befährt. Generell gilt: Je öfter, desto sauberer. Je nach Größe der Wohnung kann es dann aber passieren, dass der Roboter zwischendurch zur Station muss, um den Akku aufzuladen, damit er den intensiven Reinigungsvorgang später fortsetzen kann.

Roboter-Pflege

Auch die Saubermacher müssen ab und zu saubergemacht werden. Je nach Modell sollte der Staubbehälter nach ein bis spätestens 3 Durchgängen entleert und idealerweise gesäubert werden, etwa durch feuchtes Abwischen oder Ausspülen.

Zudem sollte man in regelmäßigen Abständen die Unterseite des Roboters inspizieren. Dort sollte man vor allem nach Haaren Ausschau haben, die sich um die Walzen, Bürsten und Räder wickeln. Je nach Modell können die Komponenten abgesteckt werden, um sie leichter zu reinigen. Ansonsten hilft hier meist eine Nagelschere, um vorsichtig die Haare abzuschneiden. Achtung: Nicht einfach an den Haaren ziehen. Bei manchen Robotern besteht die Walze aus einem weichen Kunststoff. Zerrt man an den Haaren, schneiden sich diese in das Material.

Viele Saugroboter haben auch Filter, die gereinigt oder ersetzt werden können. Hier sollte man sich an die Herstellerangaben halten.

Auch die Oberseite des Roboters sollte man regelmäßig abwischen. Speziell die Sensoren sollten sauber sein, damit der Roboter gut „sehen“ kann. Dasselbe gilt für die Kontakte der Docking Station. Diese sollte man regelmäßig abwischen, damit der Akku des Saugroboters weiterhin problemlos geladen wird.