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20.06.2018

A1 Mesh im Test: Scheiben gegen schlechten WLAN-Empfang

Mit einem Mesh-Netzwerk lässt sich die Reichweite des eigenen WLANs deutlich erweitern.

Es gibt wohl wenig nervenaufreibendere IT-Probleme, als ein instabiles und unzuverlässiges WLAN. Manchmal lässt sich der schlechte Empfang relativ einfach beheben. Oft reicht es, den Standort des Routers minimal zu verändern, oder gar nur etwas an den Einstellungen zu schrauben. Ein simpler Wechsel des Funkkanals kann oft in Sekunden Besserung bringen.

Schwieriger wird es dann, wenn die Netzwerkprobleme architektonisch bedingt sind. Dicke Altbauwände sind für das WLAN-Signal oft ein nur schwer durchdringbares Hindernis. Oft scheitert es auch an der Distanz, die das Signal zurücklegen soll. Um dennoch schnelles Netz genießen zu können, muss man in solchen Fällen in Hardware investieren. 

Besonders dann, wenn größere oder mehrstöckige Räumlichkeiten stabil und sicher mit WLAN versorgt werden sollen, ist der Aufbau eines Mesh-Netzwerkes die beste Lösung. Die Technologie dahinter gibt es schon länger, in der Vergangenheit wurde sie jedoch vorwiegend in Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen eingesetzt. Zuletzt kamen immer mehr Mesh-Systeme für Privathaushalte auf den Markt. Unter anderem der österreichische Provider A1 hat ein System im Angebot, das auf möglichst einfache Inbetriebnahme setzt, sodass es auch Netzwerk-Laien ohne größere Probleme installieren können. Mitte Juni erscheint nun ein Software-Update, das den Funktionsumfang von A1 Mesh erweitern soll. Die futurezone hat das System mit neuer Firmware getestet. 

Die Hardware

Das Mesh Standard-Set von A1 besteht aus drei sogenannten WLAN-Discs, die jeweils einen Durchmesser von 16 Zentimeter und eine Dicke von zwei bis drei Zentimetern (ohne fixen Standfuß) haben. Die Geräte sind äußerlich recht spartanisch: Neben einem Stromanschluss für das beiliegende Netzteil befindet sich lediglich ein Ethernet-Anschluss an den Discs. 

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Abgesehen von der Power-Taste ist außerdem eine WPS-Taste an dem Gerät vorhanden. Neben den Geräten selbst samt Netzteilen und einem Ethernet-Kabel liegt in der Box noch die kurz gehaltene Installationsanleitung. 

Inbetriebnahme und Empfang

Die Mesh-Discs ersetzen das WLAN-Netz des vorhandenen Routers komplett, darum sollte man jenes zuerst deaktivieren, wie in der Anleitung empfohlen wird. Anschließend verbindet man eine Disc per Ethernet-Kabel mit dem ersten LAN-Port seines Routers. Die anderen Discs werden an weiteren Stellen des zu versorgenden Gebietes platziert. Empfohlen wird, dass sie als Dreieck verteilt aufgestellt werden, um den bestmöglichen Empfang zu gewährleisten. Eine LED auf dem Gerät zeigt an, ob der Standort in Sachen Empfang in Ordnung geht, oder ob man ihn ändern sollte. Leuchtet alles grün, ist die Aufstellung perfekt und abgeschlossen.

Anschließend muss man sich mit dem WLAN verbinden. Die entsprechende SSID sowie den WPA2-Schlüssel findet man auf abnehmbaren Kärtchen auf den WLAN Discs. Aus Sicherheitsgründen sollte man aber sowohl die voreingestellte SSID als auch den Netzwerkschlüssel rasch ändern.

Im futurezone-Test funktionierte sowohl das Einrichten als auch das Verbinden ohne Probleme. Innerhalb weniger Minuten war ich über das neu kreierte Mesh-Netzwerk online. 

In Sachen Empfang hielten die Discs, was sie versprechen. Selbst dicke Altbauwände waren für einen reibungslosen Betrieb kein Problem. Ich konnte durchwegs alle Geräte in vollem Empfang und im 5GHz-Modus betreiben. 

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Die Einstellungsmöglichkeiten

Um zu den Einstellungen zu kommen, muss man die entsprechende Web-Oberfläche aufrufen. Dazu reicht es in der Regel, die Adresse http://a1-mesh-wlan.home im Browser aufzurufen. Führt das nicht zum Erfolg, muss man direkt die entsprechende IP-Adresse der Mesh-Disk aufrufen. Jene kann entweder über das Router-Menü oder über Hilfs-Apps (zb. Fing) einfach herausgefunden werden. 

Die Einstellungsmöglichkeiten selbst sind relativ überschaubar. So kann man natürlich Namen und Passwort des WLAN-Netzwerkes ändern sowie die Funkkanäle aussuchen. Außerdem kann man die Intensität der LEDs auf den Discs regulieren.

Mit dem neuen Update wurde das System noch um die Möglichkeiten erweitert, ein Gäste-WLAN einzurichten und eine Zeitsteuerung zu aktivieren. Mit letzterem hört das WLAN-Netz in einem bestimmten Zeitraum zu funken auf. 

© Bild: Thomas Prenner

Fazit

A1 Mesh lebt von der einfachen Bedienbarkeit. Die Inbetriebnahme selbst verlief im futurezone-Test ohne Probleme und ist auch Netzwerk-Laien zuzumuten. Selbst dann, wenn man noch nie seine Netzwerkeinstellungen offen hatte, schafft man es wohl, das Netzwerk zum Laufen zu bringen. Und falls etwas schief geht, bietet A1 auch Support über Fernwartung an. 

Schade finde ich, dass die Web-Oberfläche etwas lieblos gestaltet ist. Zwar kann man sich ein paar Statistiken zu seinem Netzwerk ansehen, wirklich schön aufbereitet sind sie jedoch nicht. Wünschenswerte wäre auch, gerade für Laien, eine App für Start und Verwaltung der Geräte. Auch in Sachen Einstellungsmöglichkeiten liefert A1 nur das Minimalprogramm. Zumindest seit dem aktuellen Firmware-Update gibt es ein paar zusätzliche Features. 

Mit 300 Euro pro 3er-Set an Discs liegt A1 im Mittelfeld bei vergleichbaren Angeboten. Alternativen von Netgear, Linksys oder Google sind teurer, TP-Link, Ubiquiti oder anderen Hersteller haben ähnliche Produkte günstiger am Markt.

 

Technische Details zu A1 Mesh auf der A1-Webseite