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05.09.2018

Acer Chromebook R13: Es gibt keinen Grund mehr für einen Windows-Laptop

Acers Chromebook beweist im Test, dass man bald nicht mehr auf Windows und Mac angewiesen ist.

Chromebooks bieten eine willkommene und vor allem günstige Alternative zu Windows-Laptops und MacBooks. Wer auf keine speziellen Windows- oder Mac-Anwendungen angewiesen ist, sollte ein Chromebook zumindest mal in Betracht ziehen.

Das Acer Chromebook R13 (cb5-312t-k2k0) ist ein Convertible mit Touchscreen, das ab einem Preis - gesehen auf Geizhals - von 479 Euro zu haben ist. Ob der Google-Laptop auch mit MacBook und Windows-Notebook mithalten kann, haben wir uns angesehen.

14 slides, created on 17/Aug/2018 - 14:48:10

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Erster Eindruck

So hochwertig wie ein teurer Windows-Laptop oder ein MacBook fühlt sich das Acer Chromebook nicht an. Die Verarbeitung ist dennoch gut und die optische Komponente kann sich sehen lassen.

In Zeiten, in denen der Trend bei nahezu allen Geräten hin zu rahmenlosen Displays geht, sticht das Acer Chromebook allerdings heraus. Der Rahmen rund um das Full-HD-Display wirkt nicht enden wollend. Vor allem auf der unteren Seite drängt sich ein richtig dicker schwarzer Balken samt Acer-Logo zwischen Rand und Screen.

Touchscreen

Die Qualität des Bildschirms ist passabel. Für ein Gerät in dieser Preisklasse gibt es kaum etwas auszusetzen. Auch bei flachem Betrachtungswinkel ist der Bildschirm noch gut lesbar, der Kontrast geht in Ordnung. Nur bei der Helligkeit könnte man sich mehr Power erwarten.

Der Touchscreen funktioniert einwandfrei. Allerdings ist der Klappmechanismus des Chromebooks schwach, sodass der Bildschirm jedes Mal stark wackelt, wenn man ihn als Touchscreen verwendet.

Gerade im Tablet-Modus ist der Touchscreen unabkömmlich, aber auch in der herkömmlichen Verwendung als Laptop ist der berührungsempfindliche Screen praktisch, allerdings darf man sich dann nicht über Schmieren am Display beschweren.

Chromebook als Tablet

Praktisch ist, dass im Tablet-Modus die physische Tastatur keine Funktion mehr hat. Klappt man den Tastaturteil komplett nach hinten, können Eingaben nur mehr per Touchscreen getätigt werden. Generell ist der Tablet-Modus eine willkommene Abwechslung, die so manches Mal Sinn macht, einen wirklichen Tablet-Ersatz kann es aber nicht bieten. Dazu ist auch die Ergonomie des Chromebooks nicht ausgelegt und das Gewicht von 1,49 Kilogramm zu hoch.

Beispielsweise für Präsentationen gut geeignet ist der Zeltmodus. Auch hier wird die physische Tastatur deaktiviert. Stellt man das Chromebook allerdings im Hochformat auf, muss man aufpassen, dass man es nicht auf die rechte Kante stellt. Denn dort befindet sich der Power-Button, welcher dabei betätigt wird und das Gerät ausschaltet.

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur wirkt nicht so hochwertig wie es mir lieb wäre - eigentlich wirkt sich recht billig. Allerdings lässt es sich auf ihr gut schreiben. Das größte Manko an der Tastatur ist die fehlende Hintergrundbeleuchtung. Wer eine solche mal gewohnt ist, wird sich eine wünschen, wenn sie plötzlich nicht mehr vorhanden ist.

Ähnlich verhält es sich mit dem Touchpad. Es ist bei weitem nicht so angenehm zu verwenden wie das Touchpad eines MacBooks. Dennoch lässt sich das Chromebook ohne Weiteres auch mit dem Maus-Ersatz steuern. Das nicht ganz so tolle Touchpad hat mich immer öfter dazu verleitet, den Touchscreen zu verwenden. Wer weniger schreibt und mehr klickt, sollte sich eventuell eine Maus anschaffen.

Technische Daten

Mit dem Quad-Core-Prozessor MediaTek M8173C (2,1 GHz), einem Arbeitsspeicher von vier GB und einem internen Flash-Speicher von 64 GB wirken die Eckdaten eher mau, aber ausreichend. Der interne Speicher kann mithilfe einer microSD-Karte erweitert werden.

Der Bildschirm misst 13,3 Zoll, löst mit 1920x1080 Pixel auf und ist touchfähig. Als Anschlüsse stehen ein USB 3.0, ein HDMI-Output sowie ein USB 3.1 Typ-C zur Verfügung. Neben einer Webcam ist ein 3,5mm-Klinkenstecker vorhanden, der auch für Headsets mit Mikrofon verwendet werden kann. Die Abmessungen betragen 326 x 228 x 15,50 Millimeter (B x T x H), das Gewicht 1,49 Kilogramm.

In der Praxis

Der Google-Laptop von Acer ist wahrlich kein Powerhouse, für ein Chromebook reicht dies aber allemal. Gespeichert wird hauptsächlich in der Cloud und Ressourcen-intensive Anwendungen sind für den Google-Laptop ohnehin dünn gesät.

In der Praxis gab es keine Schwierigkeiten mit der Leistungsfähigkeit. Arbeiten im Chrome-Browser inklusive Google Doc war absolut kein Problem - kein Ruckeln, keine Aussetzer, keine längeren Wartezeiten. Auch bei den Android-Apps war die Leistung des Chromebooks ausreichend.

Akku

Die Akku-Kapazität wird mit 4670 mAh angegeben. Nach gut dreieinhalb Stunden durchgehendem Arbeiten - Google Doc schreiben, Internet browsen und Musik via Spotify - ist der Akku von 100 Prozent auf 63 Prozent gesunken. Auch beim Laden braucht sich das Acer-Chromebook nicht verstecken: von 0 auf 100 in einer Stunde und 40 Minuten.

Software und Betriebssystem

Im Grunde hat ChromeOS die idealen Voraussetzungen neben Windows und MacOS eine fixe Größe am Laptop-Markt zu werden. Es scheint allerdings so, als hätte Google noch immer nicht die richtige Strategie für die Chromebooks gefunden.

Zwar ist es mittlerweile möglich, nahezu alle Android-Apps über den Google Play Store auf dem Chromebook zu installieren, dennoch sind die Anwendungen meist nicht für Chromebooks optimiert. Manche Apps, etwa Reddit, Spotify oder Snapchat, werden im Smartphone-Hochformat angezeigt und lassen sich auch nicht vergrößern. Bei manch anderen Apps, etwa Facebook, Messenger, Pocket, Soundcloud oder Mixcloud, werden die Anwendungen einfach vergrößert dargestellt, sodass sie unförmig, pixelig und unpraktisch sind. Wieder andere Apps, beispielsweise WhatsApp oder Instagram sind auf dem Chromebook nicht verfügbar, manche Games hingegen sind auch auf dem Google-Laptop installierbar.

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Apps sind eh unnötig

Bei dem Herumprobieren, welche Apps auf einem Chromebook installiert werden können, ist mir wieder einmal klargeworden, dass Apps eigentlich tot sind. Quasi jede Android-Anwendung kann im Browser auf einem Chromebook mindestens genauso gut verwendet werden. Die meisten Apps bieten hier einfach keinen Mehrwert, von Gaming-, Musik-Player- und Messenger-Apps mal abgesehen.

Genau hier liegt aber auch das Potential von ChromeOS. Auch wenn auf einem Chromebook gewisse Programme und Apps nie laufen werden, können die Google-Laptops mit ihren eigenen Diensten und ihrem eigenen Quasi-Android-Ökosystem punkten.

Ein bisschen wie Android

Die Benachrichtigungsleiste in der Taskbar und die Benachrichtigungen selbst erinnern an die Notifications auf Android-Smartphones.  Auch das Einstellungsmenü in der Taskleiste kommt im Android-Look. Das allgemeine Einstellungsmenü ist in der Aufmachung des Chrome-Browsers, ebenso wie der Datei-Browser.

Dass man sich quasi nur mit dem Google-Account in das Chromebook einloggen kann, ist einerseits praktisch, weil man seine Präferenzen, Bookmarks, Einstellungen und Apps schnell und übersichtlich zur Hand hat. Andererseits hat das aber auch einen wesentlichen Nachteil.

Wer ein langes und kompliziertes Passwort für seinen Google-Account in Zusammenhang mit einem Passwort-Manager verwendet, muss jedes Mal, wenn man das Chromebook startet, das elendslange Passwort eingeben. Ebenso kann man einige Einstellung nur vornehmen, wenn man vorher das Passwort eingibt. Zwar kann man den Lock-Screen auch mit einem sechsstelligen PIN entsperren, wenn sich der Computer in den Schlafmodus versetzt. Aber nach einem Neustart oder für die Einstellungen kann der frei wählbare PIN nicht verwendet werden.

Preis

Chromebooks gelten allgemein nicht unbedingt als hochpreisig, können aber mit ihren Preisen auch nur bedingt überzeugen. Alternativen zum Acer Chromebook R13 (cb5-312t-k2k0) - gesehen ab einem Preis von 479 Euro - gibt es genügend. Andere Chromebooks mit weniger internen Speicher sind etwas günstiger – dasselbe Acer-Chromebook mit 32 GB Speicherplatz ist etwa um rund hundert Euro günstiger. Allerdings gibt es auch Windows-Geräte mit ähnlichen Spezifikationen die für deutlich weniger Geld zu haben sind.

Fazit

Das Google-Chromebook-Ökosystem mit seinen Android-Anleihen wird immer besser. Die umfassende Google-Cloud mit all ihren Services, die Möglichkeit Android-Apps zu installieren und ein schlichtes sowie zweckmäßiges Design können durchaus überzeugen. Auch an der Hardware von Acer gibt es kaum etwas auszusetzen: toller Bildschirm, leistungsstarker Akku, geschmackvolles Äußeres und akzeptable Verarbeitung.

Allerdings gibt es sowohl Software- als auch Hardwareseitig einige Kritikpunkte: Der Klappmechanismus nervt jedes Mal wenn man den Bildschirm als Touchscreen verwendet und die Tastatur-Hintergrundbeleuchtung fehlt. Beim Betriebssystem stören nur einige Kleinigkeiten. Manchmal wirkt ChromeOS als würde Google hier wesentliches Potential liegen lassen und die Sache nicht wirklich ernsthaft angeht.

Andererseits muss man Google und seinem ChromeOS auch zugutehalten, dass kaum ein Argument übrig bleibt, warum man ein Chromebook nicht einem Windows-Laptop vorziehen soll - sofern man nicht von speziellen Anwendungen abhängig ist. Wer die Nase voll von Windows hat und ohnehin schon vieles schon am Smartphone macht, kann den Chromebooks eine Chance geben.