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10/17/2020

Akku-Staubsauger im Test: Dyson V11 vs. Anker Eufy HomeVac S11

Wir lassen den neuen HomeVac S11 der Anker-Tochter Eufy gegen Dysons Luxus-Modell antreten.

von Thomas Prenner

Eine der bequemsten Möglichkeiten heutzutage staubzusaugen, sind die Akku-Staubsauger. Handlich und ganz ohne störendes Kabel kann man damit jeden Winkel der Wohnung sauber bekommen.

Unbedacht zum günstigsten Modell zu greifen, ist nicht ratsam, denn gerade bei den Akku-Modellen gibt es qualitativ große Unterschiede. Und eine eher unangenehme Aufgabe wie das Staubsaugen sollte nicht durch frustrierende Gerätschaften noch mühsamer werden. 

Ein Neuankömmling am Markt der Akkusauger ist Eufy. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter von Anker, das man hierzulande hauptsächlich wegen Powerbanks oder Smartphone-Accessoires kennt. 

Mit dem S11 hat Eufy vor wenigen Monaten einen neuen kabellosen Staubsauger auf den Markt gebracht. Sowohl Typenbezeichnung als auch Optik erinnern dabei an das Modell eines Pioniers der Akkusauger, nämlich an Dysons V11. Grund genug, um die beiden Geräte auf die Probe zu stellen. Wir haben den Eufy HomeVac S11 Infinity (300 Euro) gegen den Dyson V11 Absolute Extra Pro (800 Euro antreten lassen). 

Erster Eindruck 

Der grundlegende Aufbau beider Geräte ist sehr ähnlich. Motor, Akku und Staubbehälter sind in einem Handstück zusammengefasst, an das man verschiedene Aufsätze anstecken kann. Dazu zählen etwa Polsterdüsen und Bodensauger. Um zu saugen, muss man eine Art “Pistolenabzug” betätigen, der dauerhaft gedrückt werden muss. Lässt man los, hört der Motor auf.

Das Dyson-Modell wirkt wuchtiger, verfügt über einen größeren Staubbehälter und einen größeren Akku. Das schlägt sich auch auf das Gewicht nieder. Während das Handstück ohne Aufsätze von Dysons V11 auf ein Gewicht von knapp über 2 Kilogramm kommt, ist die Eufy-Variante mit knapp 1,7 Kilogramm ein gutes Stück leichter. 

Auch anhand der Bedienelemente merkt man Dyson den höheren Preis recht schnell an. Auf der Oberseite befindet sich ein Display, auf dem man den aktuellen Saugmodus (Eco, Med oder Boost) sowie die verbleibende Saugdauer, bevor man Akku wechseln muss, ablesen kann. 

Beim Eufy ist der Akkustand anhand einer dreistufigen LED ersichtlich. Der Saugmodus wird über einen Knopf auf der Oberseite eingestellt. Welcher gerade aktiv ist, wird nicht angezeigt, man erkennt es aber recht eindeutig anhand des Geräusches.

Apropos Geräusch: Stoppt man den Saugmotor beim Dyson-Sauger ist ein seltsamer Ton zu hören, der am ehesten als “Boing” beschrieben werden kann. Laut Dyson liegt das daran, dass der Motor den Drehzylinder stoppt und die Magnete zwischen Stator-Positionen umherspringen. 

Ausstattung und Handhabung

Sowohl beim HomeVac S11 Infinity als auch beim Dyson V11 Absolute Extra Pro handelt es sich um die Spitzenausstattung der jeweiligen Modelle. Das führt auch zu einem entsprechend großen Lieferumfang verschiedener Düsen. Der Dyson kommt mit insgesamt 7 verschiedenen Düsen, bei Eufy sind es 4 plus eine Soft-Rolle, die man in die Bodendüse einsetzen kann. Der Eufy kommt außerdem zusätzlich mit einem flexiblen Verlängerungsrohr. 

Der Dyson-Staubsauger wird mit einer Ladestation samt Ständer sowie Wandhalterungen ausgeliefert. Beim Eufy sind nur Wandhalterungen im Lieferumfang enthalten. 

Die Düsen sind bei Dyson merklich besser verarbeitet - dafür aber auch schwerer. Das fällt bei der Fugen- und bei der Kombi-Düse weniger auf als bei der Elektrobürste und der Bodenwalze. Bei Eufy sind die Spaltmaße bei den Steckverbindungen größer und es klemmt immer wieder mal etwas.

Einen Vorteil hat Eufys Bodendüse im Vergleich zu Dyson: Sie ist mit einem kleinen LED-Licht ausgestattet, das den zu saugenden Bereich ausleuchtet. Dysons Bodendüse hat dafür eine andere Besonderheit: Dank Torque Drive wird die Saugleistung automatisch an den Untergrund angepasst (mehr dazu im Abschnitt "Saugleistung"). 

Grundsätzlich ist die Handhabung beider Geräte sehr ähnlich. Das fehlende Kabel ist in vielen Situationen praktisch und macht die Anwendung unkompliziert. Im Alltag greift man so viel eher zum Sauger, als wenn man erst Kabel abrollen und eine Steckdose suchen muss.

Ein Nachteil im Vergleich zu normalen Staubsaugern ist das Gewicht. Wenn man höhere gelegene Stellen - wie etwa Kästen oder Fensterrahmen - vom Staub befreien möchte, braucht man Kraft in den Armen. In diesen Situationen ist die Arbeit mit dem leichteren Eufy deutlich angenehmer. 

Gesammelt wird der Schmutz jeweils einem Auffangbehälter, der beim Dyson mit 0,76 Liter eine spur Größer ist als beim Eufy (0,65 Liter). Öffnen lässt er sich beim Dyson eine Spur eleganter, also mit weniger Gefahr, den sorgsam eingesaugten Schmutz neben dem Mistkübel zu verteilen. Ein Vorteil des Eufy: Dort lässt sich der Behälter komplett vom Gerät nehmen, ohne ihn zu öffnen.

Saugleistung

Beide Staubsauger verfügen über 3 Saugstufen. 

Beim Dyson sind das: 

  • Eco: 26 Airwatt
  • Med: 38,6 Airwatt
  • Boost: 185 Airwatt 

Beim Eufy:

  • Leicht: 15 Airwatt
  • Mittel: 33 Airwatt
  • Max: 120 Airwatt

Der Unterschied ist deutlich merkbar. Die sanfteste Stufe ist beim Eufy-Staubsauger in der Praxis kaum zu gebrauchen - meist schalte ich sofort mindestens in den mittleren Modus, um halbwegs sinnvoll reinigen zu können. Beim Dyson ist die leichteste Stufe zwar nicht völlig unbrauchbar, in der Regel wird man aber zumeist auch mindestens mit Med saugen. In den oberen beiden Stufen ist mit beiden Staubsaugern eine akzeptable Leistung zu erzielen, bei hartnäckigem Schmutz und höchster Leistung hat der Dyson aber relativ eindeutig die Nase vorne. Hier muss man mit dem Eufy oft zwei Mal drübergehen, damit es so sauber wird, wie beim Dyson nach einem Mal.

Eine Besonderheit hat Dysons Modell: So wird bei der Nutzung der Torque-Drive Bodendüse die Saugleistung automatisch an den Untergrund angepasst. Das heißt, dass auf harten Böden (wie Parkett oder Fliesen) die Leistung reduziert und auf Teppichen hochgefahren wird. Die Anzeige für die Restlaufzeit auf dem Display springt entsprechend hin- und her. Im Alltag ist das durchaus praktisch. Besonders dann, wenn man nicht überlegen, sondern nur rasch die Küche aufsaugen möchte, muss man nicht ständig manuell zwischen den Stufen hin- und herschalten.

Akkulaufzeit

Beide Staubsauger werden mit jeweils 2 Akkus ausgeliefert. Das ist praktisch, so kann man immer einen voll aufgeladenen Akku griffbereit haben und muss die Reinigung nicht unterbrechen, um zwischenzeitlich zu laden. In Sachen Kapazität hat Dyson auch auf dem Papier die Nase vorn. So haben die beiden Akkus jeweils eine Kapazität von 3600 mAh. Beim Eufy sind es 2 x 2500 mAh. 

Das schlägt sich auch in der Praxis nieder: In der mittleren Stufe kann man mit dem Eufy-Staubsauger mit einer Akkuladung rund 20 Minuten saugen. Beim Dyson-Staubsauger sind es rund 35 Minuten. In der höchsten Stufe ist beim Eufy nach 8 Minuten Schluss, in etwa genausolange kommt man mit dem Dyson durch. Wobei der Dyson hier die höhere Leistung aufbringt.

Fazit: Das teurere Gerät siegt, aber...

Mit beiden Geräten kann man recht zuverlässig und ohne störendes Kabel Staub, Brösel und Haustierhaare in den eigenen vier Wänden aufsaugen. Dyson wird seinem Ruf als Premium-Marke gerecht und kann das Match hinsichtlich Verarbeitung, Ausstattung, Saugleistung und Akkulaufzeit für sich entscheiden. Obendrauf gibt es noch nette - wenn auch nicht zwingend notwendige - Extras wie ein Display samt verbleibender Akkulaufzeitanzeige. Dafür legt man aber auch stolze 800 Euro hin.

Vom Platz fegen lassen muss sich der Eufy mit einem Preis von 300 Euro aber dennoch nicht: Auch, wenn er nicht ganz so kraftvoll saugt und ihm früher die Puste ausgeht, liefert er für weniger als die Hälfte des Verkaufspreises eine ebenfalls zufriedenstellende Leistung. Mit der beleuchteten Bodendüse und der angenehmeren Handhabung aufgrund es geringeren Gewichts hat er sogar bei einigen Punkten die Nase vorne.

Was für den Dyson spricht

  • mehr Zubehör samt Stand-Ladestation
  • bessere Verarbeitung
  • höhere Saugleistung
  • längere Akkulaufzeit

Was für den Eufy spricht

  • Preis
  • Geringeres Gewicht
  • Bodendüse mit Licht
  • Staubbehälter lässt sich komplett abnehmen

Unterm Strich läuft es darauf hinaus, wie viel einem ein Staubsauger wert ist, bzw. wie oft man ihn verwendet. Menschen, die aufgrund von Allergien oder haarenden Haustieren viel und oft staubsaugen müssen, bekommen mit dem Dyson klar das bessere Produkt.

Wer ohnehin eher seltener zum Staubsauger greift- und vielleicht parallel sogar einen Roboter im Einsatz hat - wird zum gelegentlichen Nachsaugen wohl auch mit dem Eufy um weniger als die Hälfte des Preises glücklich werden.

 

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