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08.08.2018

Augmented-Reality-Brille Magic Leap One gestartet

Das portable Augmented-Reality-Headset ist jetzt für 2.295 US-Dollar erhältlich. Ersten Testberichten zufolge ist die Brille zwar ein Fortschritt, aber kein Gamechanger.

Das Start-up Magic Leap aus Florida hat nun seine erste Augmented-Reality-Brille veröffentlicht. Sie kostet 2.295 Dollar und ist nur in manchen Teilen der USA erhältlich. Im Vergleich mit Microsoft Hololens, die vor zwei Jahren vorgestellt wurde, ist das allerdings noch billig, denn Hololens kostet 3000 US-Dollar. Allerdings kostet die „Professional Development Edition“, die ein Extra-Kabel und ein Reparatur- und Austausch-Service beinhaltet, noch einmal 495 US-Dollar extra.

Service mit eigener Einrichtung

Das AR-Headset von Magic Leap erinnert optisch an ein Mode-Accessoire oder Teil eines Superhelden-Kostüms. Sie wurde vergangenes Jahr angekündigt und das Start-up mit Fördergeldern von rund 2,3 Milliarden Dollar unterstützt. Das Unternehmen hat sie sieben Jahre lang in absoluter Geheimhaltung entwickelt. Geliefert werden kann derzeit in sechs Städte: Chicago, Los Angeles, Miami, New York, San Francisco und Seattle. Magic Leap möchte im Herbst weitere Städte und Gebiete dazu nehmen und bietet Kunden daher an, Geräte bereits vorab zu reservieren.

Das Besondere: Die „Magic Leap One Creator Edition“ kann man derzeit nur über ein Service namens LiftOff kaufen, die mit dem E-Commerce-Start-up Enjoy zusammenarbeiten. Die Firma wird das Gerät dann persönlich ausliefern und zu Hause einrichten und anpassen, damit alles perfekt wirkt.

Nicht für Brillenträger

Während andere AR-Brillen oder VR-Headsets auch bei Brillenträgern funktionieren, ist das bei Magic Leap nicht der Fall. Es wird daher empfohlen, auf Kontaktlinsen auszuweichen, um die AR-Brille des Start-ups nutzen zu können, wie Cnet schreibt. Ein Redakteur konnte die Brille bereits vor Ort ausprobieren.

Während die HoloLens von Microsoft alles in einem Teil verbaut hat, gibt es bei Magic Leap verschiedene Komponenten. Ein Mikro-PC mit integriertem Tegra X2-Prozessor muss etwa an die Hose gesteckt werden. Zudem gibt es einen drahtlosen Controller mit Trigger-Knopf und ein rundes Touchpad mit einer LED-Beleuchtung. Magic Leaf gibt es zudem in zwei verschiedenen Kopfgrößen und Augen-Abständen. Der Nasen-Aufsatz ist in fünf verschiedenen Größen erhältlich.

Drei Stunden Laufzeit

Anders als bei anderen AR-Headsets ist der Bereich, in dem man AR-Inhalte sehen kann, bei Magic Leap deutlich kleiner, aber etwa vergleichbar mit dem der HoloLens. Das Sehfeld umfasst 40 Grad horizontal, 30 Grad vertikal und 50 Grad diagonal.

Die Brille kommt mit 128 GB Speicherplatz, wovon 95 GB zum Speichern von App-Downloads verwendet werden kann. Sie verfügt über Bluetooth, Wifi und einen USB-C-Eingang. Der mitgelieferte Controller sieht dem der Oculus Go oder der Samsung Gear VR ähnlich. Die Batterielaufzeit ist laut dem Cnet-Bericht deutlich besser als beim Oculus Go-Headset und beträgt drei Stunden. Damit liegt sie etwa im selben Bereich wie die Nintendo Switch.

Fazit der Tests

Der Cnet-Redakteur, der Magic Leap One ausprobiert hat, hat dabei „gemischte Gefühle“. Er spricht von geisterhaft schönen Visionen und Eindrücken von anderen Welten, aber noch einen „langen Weg“. Die Brille des Start-ups sei zwar eine Weiterentwicklung bisheriger AR-Systeme, aber noch kein „ Gamechanger“. Ähnlich sieht das auch die Redakteurin bei "The Verge", die begeistert ist vom Potential, das in der Entwicklung von Augmented Reality liegt. Die Brille von Magic Leap sei "cooler als der Großteil anderer Mixed-Reality-Brillen im Jahr 2018", aber es sei noch ein "weiter Weg" bis die Träume, die in der Technik stecken, wirklich wahr werden können.