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Hofers Billig-Kaffeemaschine im Test: Nur für Einsteiger geeignet

Die Diskont-Supermarktkette Hofer will am Markt für Kapselkaffees mitnaschen und schickt seine Kaffemaschine Martello Chic für einen regelrechten Kampfpreis ins Rennen: Bis 25. Oktober kostet Hofers Kapselmaschine 19,99 Euro (statt normalerweise 39,99 Euro), eine Zehnerpackung der Kapseln gibt es laut Website derzeit um 1,99 Euro. Damit ist die Maschine nicht nur in der Anschaffung deutlich billiger als die Konkurrenz, auch im Betrieb kommt man mit knapp 20 Cent pro Kapsel deutlich besser weg als zum Beispiel bei Nespresso.

Doch kann man sich für diesen Preis auch nennenswerte Qualität erwarten? Die futurezone hat Hofers Kampfansage an und andere hochwertige Konkurrenten getestet. Dazu gehörte unter anderem ein Praxistest, bei dem im Rahmen eines zwanglosen Spieleabends Freunden eine Tasse Kaffee angeboten wurde. “Nein danke, ich habe mein heutiges Koffein-Pensum schon erreicht”, lautet darauf die freundliche, aber deutlich ablehnende Antwort einer Vollautomat-Besitzerin.

Ein anderer Gast, Besitzer einer Nespresso-Maschine, wagt hingegen den Versuch - sein Urteil: Geschmacklich leicht hinter der Nespresso-Qualität und in etwa vergleichbar mit jenen Nespressokapsel-Kopien, die Hofer ebenfalls zu deutlich günstigeren Preisen anbietet. Die dritte Testerin, die bisher zuhause ausschließlich Filterkaffee getrunken hat, ist mit dem Hofer-Geschmack hingegen zufrieden.

Unschöne Design-Fehler

Was gibt es in Sachen Design zu sagen? Die gute Nachricht zuerst: Mit Maßen von 14,5 x 34 x 23 cm (B x T x H) ist die Maschine sehr kompakt und eignet sich somit vor allem für kleine Küchen gut. Ansonsten gibt es einige Kritikpunkte zu vermerken. So kommt die kompakte Größe zu einem gewissen Preis: Das Fassungsvermögen des Wassertanks ist mit 0,75 Liter relativ begrenzt. Theoretisch können mit den jeweiligen Touch-Tasten entweder kleine oder große Kaffees ausgeschenkt werden, im Test reagierte die Taste für große Kaffees aber nicht immer auf Druck-, sondern nur auf Streich-Bewegungen. Beim Anheben des Hebels zum Austausch blieb die alte Kapsel mehrmals hängen und musste händisch nach unten gedrückt werden. Und beim Einrichten der Maschine produzierte die Maschine seltsame Quietsch-Geräusche. Händisch abschalten ließ sich die Maschine nicht, sie schaltet sich jedoch nach neun Minuten selber aus - was sie untauglich für den Büro-Alltag macht, wo mehrere Menschen in unregelmäßigen Abständen ihre Koffeinsucht befriedigen müssen.

Auch hier gilt jedoch: All dies ist immerhin besser, als sich mit herkömmlichen Kaffeemaschinen, sowie ihren Filtern und offenem, gemahlenen Kaffee herum zu plagen. Wer also bisher nur Filterkaffee getrunken hat, der findet hier eine Verbesserung seiner Lebensqualität.

Nicht unerwähnt bleiben sollten aber auch die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Während Nespresso das Recycling der Kapseln über entsprechende Sammelstellen ermöglicht, heißt es auf der Website von Martello lediglich, man solle die Kapseln über den Restmüll entsorgen. Der Kaffee von Martello wird in Italien geröstet und verpackt, unter den verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt es immerhin auch eine mit Fairtrade-Zertifizierung.

Fazit

Geschmacksexplosionen und Design-Wunder darf man sich zu diesem Preis nicht erwarten, in vielen Punkten dackelt die Billig-Maschine der Konkurrenz hinterher. Wer aber bisher ausschließlich Filterkaffee getrunken hat, der findet hier immerhin ein leistbares, kompaktes Einsteigermodell. Vorausgesetzt, er kann mit den genannten Mankos leben.

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Stefan Mey

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