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09/10/2019

Ikea Symfonisk im Test: Das kann der günstigste Sonos-Lautsprecher

Der schwedische Möbelhaus bietet einen günstigen Einstieg in die Welt des Multiroom-Streamings.

von Thomas Prenner

Die schwedische Möbelkette Ikea setzt verstärkt auf Smart Home. Bereits seit längerem hat Ikea etwa vernetzte Lampen im Programm. Nun wagt man sich an vernetzten Sound. Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, hat man sich mit dem US-Unternehmen Sonos zusammengetan, das bereits viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat. 

Gemeinsam hat man zwei verschiedene Boxen auf den Markt gebracht. Eine rechteckige Variante, die gleichzeitig als Regal oder Bücherständer dienen kann. Eine zweite, rundliche Version dient gleichzeitig als Lampe. Wir haben Ikea Symfonisk getestet.

Erster Eindruck

Sowohl Verpackung als auch Design schreien fast “Ikea”. Zum Glück muss man die Geräte aber dennoch nicht selbst zusammenbauen. Die Regalboxen sind sehr minimalistisch gestaltet. Das Design der Lampe lässt sich wohl am ehesten als “knubbelig” bezeichnen. Auch, wenn es nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, wirkt die Form durchaus stimmig. Auch die Regalboxen kommen mit abgerundeten Kanten, sind insgesamt aber eher unauffällig gestaltet. Sie lassen sich wahlweise auch an die Wand montieren oder mit Haken aufhängen.

In der Kartonverpackung finden sich neben den Geräten selbst noch jeweils ein Ethernet- sowie ein Stromkabel. Angenehm: Letzteres ist mit einem Textilüberzug ausgestattet, wodurch es etwas hochwertiger wirkt. Mit einer Länge von 140 Zentimeter ist das Kabel für meinen Geschmack etwas kurz ausgefallen. Gerade dann, wenn man die Box etwa in ein Bücherregal stellen und das Kabel auf der Rückseite in Richtung Steckdose fädeln möchte, ist man auf eine Verlängerung angewiesen. 

Minimalistisch sind auch die Anschlüsse: So gibt es lediglich den Strom- und jeweils einen Ethernet-Anschluss. Auf eine Aux-Buchse oder einen optischen Anschluss verzichtet man. Sowohl die Lampe als auch die Regalboxen verfügen über drei Knöpfe. Zwei dienen dazu, die Lautstärke zu regeln und einer als Play- bzw. Pause-Button. 

Um die Lampe zum Leuchten zu bringen, benötigt man eine E14-LED-Birne mit maximal 7 Watt. Dimmfunktion gibt es standardmäßig keine, durch die milchige Glaskuppel ist die Lichtausbeute der Lampe aber ohnehin eher mager. Auch schade ist, dass sich die Lampe “dumm” ist, sich also nicht per App ein- und ausschalten lässt. Dieses Feature wegzulassen, ist für mich etwas unverständlich, da das Gerät für die Musikwiedergabe ja ohnehin im WLAN hängt. Insofern hätte man dieses Gimmick durchaus einbauen können. Per smarter Glühbirne lässt sich diese Funktion aber auf Wunsch nachrüsten.

Ikea verzichtet bei beiden Boxen darauf, smarte Assistenten wie Alexa oder Google Home zu integrieren. Das mögen manchen vermissen, andere dürften wiederum froh sein, sich kein permanent lauschendes Mikrofon in die Wohnung zu stellen. Hat man bereits Alexa-Boxen zuhause, kann man Symfonisk aber immerhin damit steuern. Google Home hingegen wird in Österreich nicht unterstützt.

Die Bedienung

Bei der Bedienung wird die Partnerschaft mit Sonos deutlich. So gibt es für die Symfonisk-Boxen keine eigene App, stattdessen kommt die bestehende Sonos-App zum Einsatz. Falls man noch keine Sonos-Produkte nutzt, muss man beim Start ein Konto erstellen. Anschließen lassen sich die Boxen verknüpfen. Das Einrichten geht äußerst schnell vonstatten. Sobald die Boxen mit dem Strom verbunden sind, werden sie von der App erkannt und können hinzugefügt werden. Hat man bereits andere Sonos-Produkte in Betrieb, integrieren sich die Ikea-Boxen in das bestehende System.

Sonos unterstützt auch das Gruppieren mehrerer Lautsprecher in Räumen. Hat man mehrere Räume angelegt, kann man auch die gleichen Inhalte über das Multiroom-System abspielen. Im Test hat das mit den Symfonisk-Boxen problemlos funktioniert. Verzögerungen oder derartiges waren nicht wahrnehmbar.  

Anschließend kann man seine gewünschten Musikdienste verknüpfen, um sie auf den Boxen abzuspielen. Mit der Auswahl dürfte ein Großteil der Kunden zufrieden sein. Neben populären Streaming-Apps wie Spotify, Apple Music oder YouTube Music finden sich in der Liste auch zahlreiche Radio-Streaming- oder Podcast-Apps. Anhand der Auswahl und der Gestaltung der App merkt man Sonos seine jahrelange Erfahrung bei vernetzen Musiksystemen an. Die Bedienung ist intuitiv und bei den Optionen bleiben kaum Wünsche offen.

Apple-Nutzer können auf die Steuerung über die Sonos-App ganz verzichten, da die Boxen auch Airplay-2-fähig sind. Damit lässt sich der Ton von jedem iOS-Device aus verschiedenen Apps wahlweise direkt an die Lautsprecher übertragen.

Google-Cast-Unterstützung gibt es hingegen keine, genausowenig wie Musikabspielen per Bluetooth. 

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Der Sound: Tischleuchte

Bei der Tonqualität gibt es zwischen den verschiedenen Bauformen deutliche Unterschiede. Die Tischleuchte hat laut Sonos das gleiche Innenleben wie der Sonos Play:1 Smart Speaker (futurezone-Test) und klingt demnach auch sehr ähnlich. Für seine Größe erzeugt die Lampe einen brauchbaren Klang.

Höhen und Mitten klingen sauber, nur beim Bass wäre vielleicht noch etwas Luft nach oben. Insgesamt erzeugt die runde Lampe einen runden Sound, der mich sowohl bei Gitarren- als auch bei elektronischer Musik und Podcasts durchaus zufriedenstellt. Für diese Preisklasse geht der Klang mehr als in Ordnung. 

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Der Sound: Regalboxen

Die günstigeren Regellautsprecher können im Einzelbetrieb mit dem Sound der Lampe nicht ganz mithalten. Die Bässe wirken hier schon zu kraftlos und der Ton ist merkbar eindimensionaler. Besonders in einem etwas größeren Zimmer verliert sich der Klang eines einzelnen Lautsprechers.

Deutlich besser klingen die Regalboxen im Stereo-Zusammenschluss. Jener lässt sich sehr einfach über die App einstellen, wenn man zwei Exemplare in Betrieb nimmt. Damit wird aus zwei Boxen in wenigen Schritten ein Stereo-Kanal, der ein wesentlich volleres akustisches Gesamtbild liefert.  

Wer den Ton an seinen eigenen Geschmack anpassen möchte, kann das in der Sonos-App übrigens per Equalizer erledigen. Über die iOS-App kann in Verbindung mit dem iPhone auch die Akustik des Raumes gemessen werden. Der Sound wird danach automatisch angepasst.

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Fazit

Ikeas Symfonisk bietet einen günstigen Einstieg in die Welt der vernetzten Sound-Systeme. Die Tischleuchte leuchtet zwar schwach, klingt dafür umso besser. Wer mit dem Design etwas anfangen kann, bekommt um 179 Euro ein gut klingendes Stück für den Couchtisch oder das Nachtkästchen. 

Etwas zwiespältiger fällt das Fazit der Regallautsprecher aus. Mit 99 Euro sind sie zwar die bislang günstigsten Sonos-Boxen, wer aber etwas Wert auf Klang legt und ab und zu etwas lauter aufdrehen möchte, muss sich für einen ansprechenden Ton zwei Exemplare anschaffen und sie im Stereo-Verbund nutzen. 

Jedenfalls richtig war die Entscheidung von Ikea, mit Sonos zu kooperieren, anstatt sein eigenes Software-Süppchen zu kochen. Die große Zahl an unterstützten Diensten und das problemlose Multiroom-Streaming, ist ein großer Pluspunkt für Symfonisk. Wer außerdem sein Setup künftig noch mit hochwertigeren Boxen nachrüsten möchte, kann einfach weitere Sonos-Produkte integrieren. 

Pro

  • Einfache Einrichtung
  • Nahtlos mit anderen Sonos-Produkten kombinierbar
  • Tischlampe überzeugt beim Sound

Contra

  • Regallautsprecher liefern nur im Stereo-Verbund guten Sound
  • Lampe liefert nur schwaches Licht
  • Stromkabel kurz